Sinophia Magna, die Hauptstadt und der letzte Hinweis auf die längst verblasste Pracht des Planeten, wurde auf Wunsch Kapitänin Teresa Sinos’ als ihr Herrschersitz gegründet. Dementsprechend scheute man auch keine Kosten und Mühen. Die Freihändlerin gründete ihre Stadt an einer Flussmündung, umgeben von fruchtbaren Feuchtgebieten, auf tief in den Boden versenktem schwarzem Basalt und krönte sie mit weißem und rosa Marmor, Blankgesteinen aus dem fernen Lys und Bildhauer-Kolonnaden, die der Pracht längst vergangener Zeit nachempfunden sein sollten. Der Planung wohnte ihre eigene Affinität für Ordnung und Vorgänge inne, weswegen die gesamte Stadt von einem komplexen Netz aus Kanälen und Fußgängerwegen sowie versteckten Plätzen und verwinkelten Labyrinthen durchzogen war. Magna sollte die Eitelkeit ihrer Erschafferin befriedigen und ihren treuesten Untergebenen sowie ihren Familien und Servitoren ein Zuhause bieten können, während ihre mitgebrachte Restbevölkerung anderswo zu schuften hatte.

Leider sollte es das Schicksal mit diesem Prachtjuwel anders meinen. Inzwischen ist Magna kaum mehr als ein beschmutztes, verblasstes Denkmal ehemaliger Schönheit, in dem Rebellion und lasterhaftes Verhalten an der Tagesordnung sind. Die Armen und die Unterschichtler quetschen sich in Häuser, die aus den bröckelnden Teilen ehemaliger Villen und zerfallener Foren bestehen, während die vielen Unterhaltungsgeschäfte in wackelige Industriegebäude umgewandelt wurden, die für die verbleibende Wirtschaft des Planeten unabdingbar sind. Viele Adelsfamilien leben nach wie vor hier – hinter verschlossenen Türen klammern sie sich gnadenlos an ihre fadenscheinige Macht und üben sich in Selbsttäuschung.

die Stadt durchqueren

Sinophia Magnas Infrastruktur ist ein verworrenes, halb zusammengebrochenes Chaos. Während die vermögenden Bezirke und das Gewerbe ein zwar willkürliches, aber trotzdem funktionales Straßennetz für

die gelegentlichen Gütertransporter, den klapprigen Personennahverkehr und die uniformierten Antigrav-

Kutschen der Adligen unterhalten, besteht der Rest der Stadt aus Sackgassen, abgekapselten und  eingestürzten oder zumindest unsicheren Straßen, was Bodentransport nahezu unmöglich macht. In Distrikten wie den Sinkgruben oder den Kaibereichen sind die Kanäle und gefluteten Straßen die einzige zuverlässige Methode, voranzukommen – abgesehen vom Fußmarsch. Dementsprechend sind hier häufig Motorboote, motorisierte Schlickläufer und zusammengeflickte gepanzerte Kähne vorzufinden.

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