Die rubinroten Brüder beherrschten das System so sehr, dass es bis zur Errichtung von Wanderershafen dauerte, bis Kartographen den Asteroidengürtel, der zwischen ihnen lag, zu entdecken begannen. Im scintillanischen Geologis Scholarium kursieren unterschiedliche Theorien über den Gürtel: Es könnte sich um einen anderen Planeten handeln, der von den gewaltigen Gravitationskräften der Brüder in Stücke gerissen wurde, oder es handelt sich einfach um Trümmer, die noch aus den Anfängen des Systems herrühren. Das Feld ist verhältnismäßig dicht und mit Objekten gefüllt, die von der Größe kleiner Körner bis hin zu gewaltigen, mehrere tausend Kilometer durchmessenden Felsbrocken reichen. Die unzähligen Orbitalpfade befinden sich aufgrund der miteinander wetteifernden Anziehungskräfte der beiden Gasriesen in ständigem Fluss, was die Navigation dort extrem gefährlich macht. Sobald allerdings Wanderershafen sich über den Status einer einfachen Flottenstation hinaus erhob und die Woge der Händler, Zivilisten und Unternehmer im System ankam, verwandelte sich das Feld von einer Gefahr für die Navigation in eine ganz eigene Zivilisation. Allgemein wird es „der rubinrote Gürtel“ oder einfach „die Felsen“ genannt und ist die Heimat Tausender, die seine Ressourcen abbauen und sich in seinen finsteren Schatten verstecken. Zwar besteht Wanderershafen größtenteils aus vorfabrizierten Rumpfsektionen, doch eine Station von dieser Größe benötigt aufgrund der andauernden Reparatur- und Wartungsarbeiten, aber auch angesichts seines anhaltenden und ungewöhnlichen Ausbaus, einen steten Strom an Rohstoffen. Das nahe Asteroidenfeld spielt bei der Deckung dieses Bedarfs eine Schlüsselrolle. Zwar ist es nicht so reich an metallischen Erzen wie der dichte innere Planet Rostfelsen, doch verfügt es über eine größere Vielfalt an leichteren Mineralien, einschließlich der in Plastahl und Ceramit verwendeten Materialien. Die Leerenbergwerker machen den Großteil der normalen Bewohner des Gürtels aus, und die Geschichte der Operationen einiger dieser Familien reicht viele Generationen zurück. Sie ziehen mit ihren Operationen von einem Felsen zum nächsten, und derjenige, der als Erster eine Förderanlage errichtet, wird dessen „Eigner“, bis eine stärker bewaffnete Gruppe die Nutzung für sich in Anspruch nehmen möchte. Normalerweise sind ausreichend Asteroiden vorhanden, so dass es nur selten zu Kämpfen kommt. Sollte sich allerdings die Nachricht über einen besonders reinen oder wertvollen Fund verbreiten, wird es sogar zum offenen Kampf kommen, während Dutzende von Fraktionen um die Kontrolle ringen. Deshalb sind die meisten Bergwerksgruppierungen nicht nur im Besitz von Bergbauausrüstung, sondern auch schwer bewaffnet. Bergwerker sind nicht die einzigen bewaffneten Gruppen im rubinroten Gürtel. Die dichte, erbarmungslose Natur der orbitalen Felsen macht dieses Gebiet zum idealen Versteck für jene, die sich vor der Entdeckung durch die imperialen Organisationen verbergen wollen. Schleichhändler unterhalten überall in den verschiedenen Abschnitten des Feldes verborgene Stützpunkte. Dort lagern sie ihre Schmuggelware und bereiten ihre wendigen Schiffe auf geheime Treffen vor. Räuber, Piraten und Verbrecherkartelle unterhalten hier, fernab der Sensoren der Patrouillenschiffe der Flotte, ihre Stationen. Wehe dem Bergarbeiter, der zufällig über eine davon stolpern sollte! Manche sind sogar noch geheimnisvoller; in den Schankräumen kursieren Geschichten über namenlose Felsen, die zur Heimat Entflohener Sklaven oder abscheulicher Mutanten wurden, die sich von Wanderershafen herunterschlichen. Andere Geschichten berichten über Xenos-Kulte, für deren sündhaftes Treiben die Abgeschiedenheit dort geradezu ideal ist, oder gar von Anhängern der Mächte der Verderbnis, die Gerüchten zufolge allen Läuterungen der Inquisition zum Trotz dort draußen gedeihen. Dann gibt es noch die Legenden über den Geisterfelsen, der auf den ersten Blick wie ein gewöhnlicher Asteroid aussieht, sich aber bei genauerer Untersuchung als künstliches Objekt herausstellt. Jene, die die Geschichte erzählen, sprechen von waffenstarrenden Bergen aus Felsbeton, und es geht immer um eine Flucht, die mehr dem Glück als den eigenen Fähigkeiten zu verdanken ist. Er taucht nie zweimal am gleichen Ort auf, und die meisten tun ihn als Spukgeschichte ab.
Der Gürtel ist aber auch die Heimat gastfreundlicherer Orte. Es gibt mehrere bedeutende Reparaturwerften, die nominell den Bergbauschiffen zur Verfügung stehen, von denen allerdings auch viele dazu bereit sind, etwas mit diskreter Arbeit nebenher zu verdienen. Einige wenige haben sich im Untergrund einen Ruf erworben, diskret auch an Apparaten der Xenos zu arbeiten, wenn die Throne stimmen. Andere der größeren Felsen hat man zu prächtigen Anwesen für jene Adligen umgebaut, die beschlossen haben, das System zu ihrer Heimat zu machen und so der vielfältigen Aufregung der Weite nah sein zu können (allerdings nicht zu nahe). Dort gibt es, komplett von der Leere versiegelt, sogar echtes Gras und Bäume; sie repräsentieren einen Reichtum, der weit über das Vorstellbare hinausgeht.
Darüber hinaus gibt es noch Asteroidenfarmen, die ausgehöhlt und mit Atmosphäre angefüllt wurden. Auf diesen baut man Pilze, Algen und andere primitive organische Substanzen an, um die brodelnden Massen des Hafens mit Nahrung zu versorgen. Zwar befinden sich die meisten Gemeindeschreine für die reisenden Pilger nahe Wanderershafen, aber einige der Asteroiden wurden zu permanenten Unterkünften für jene umgewandelt, die aus dem Schlund zurückkehrten, sich aber aufgrund ihrer spirituellen Transformation nicht vorstellen können, wieder in den Calixis-Sektor zurückzukehren. Hier leben sie in einem klosterähnlichen Umfeld und interagieren kaum mit dem Rest des Systems, außer zum Tausch ihrer dürftigen Produkte gegen frischen organischen Brei und Wasser, was gerade einmal ausreicht, um ihre einfache Lebensgrundlage aufrechtzuerhalten. Nur selten stört sie jemand, da sie selbst den meisten Piraten des Systems als Ziel ungeeignet erscheinen. Selbst angesichts dieser Flecken von Zivilisation kommt das Gebiet einer Wanderung durch einen tiefen, dunklen Wald gleich. Es gibt hier sowohl offensichtliche als auch subtile Gefahren für den unvorsichtigen Reisenden. Es zu durchqueren, ohne von einem umherirrenden Felsen getroffen zu werden, ist schon problematisch genug, aber es kann sich als ebenso tödlich erweisen, sich in den gewundenen Fehden, Rivalitäten und Jagdgebieten „der Felsen“ zurechtzufinden.