Morok hat Alea, Kazuum und mich dazu eingeteilt, Mösiö de Winter auf 'ner diplomatischen Mission zur Goblinkönigin Bargnot zu eskortieren. Der käme ja alleine wohl keine 10 Meter weit, in seinen feschen Kleidern und Schuhen. Wie angenommen kamen wir nur langsam durchs hügelige Gebiet östlich der Sturmhöhe. Zum Glück ist aber das Gelände weiter nord-östlich ziemlich eben und recht einfach zum begehen. Wenn da nicht dieses verdammte hohe Gras wäre! Kleine Schnittwunden am ganzen Körper und dazu noch MEINE ALLERGIEN! Ich war teilweise kurz vor dem Durchdrehen, man hat mich wohl meilenweit fluchen gehört. Unglaublich, diese Gräser auf diesem gruumsh-verlassenen Kontinent. Hin und wieder sieht man kleinere Ansammlungen von Bäumen, einige davon bilden Wäldchen. In einem dieser Wäldchen verbringen wir unsere erste Rast, einen ziemlich gemütlichen Ort haben wir uns da ausgesucht. De Winter hat einen riesen Schinken von einem Buch über "Orithnoligie" hervorgekramt und erzählt uns etwas über das Geflügel der Gegend.
Nach gut eineinhalb Tagen im hohen Gras sind wir an ein Wäldchen mit einem verlassenen Goblindorf gekommen. Die Goblins scheinen das Dorf unter "normalen" Umständen verlassen zu haben, es gab keine Hinweise auf Kämpfe oder Flucht. Ihre Habseligkeiten scheinen die Goblins alle mitgenommen zu haben, die Hütten waren komplett leer. Wir folgten den Spuren der Goblins und nach ein paar weiteren Stunden unterwegs in der Savanne sind wir auf ein weiteres Goblindorf gestossen. Dort war das Bild ein komplett anderes: die Hütten waren alle zerstört oder beschädigt, der Boden in dem Wäldchen war übersäht mit ca. 30 Goblinleichen, die eindeutige Kampfverletzungen aufwiesen. Ein Kampf Goblin gegen Goblin? Sind wir hier in einen Bürgerkrieg geraten? Plötzlich haben wir einige Hyänen entdeckt, welche sich an den Kadavern verköstigten. Fürs Rückwärts-Davonschleichen war es bereits zu spät, die Hyänen haben uns bemerkt und als Bedrohung für ihr Schlaraffenland gesehen, welches sie um jeden Preis verteidigen wollten. Vier der Hyänen konnten wir in Schach halten und mit gezielten Schlägen töten. Doch eine ist durch unsere Linie gebrochen und hat sich in De Winter verbissen. Zum Glück hatte dieser ein Fläschchen Magiegsöff dabei, welches ihm wohl den Allerwertesten rettete. Schlussendlich konnten wir den Hyänenangriff erfolgreich und ohne Verluste abwehren und uns aus dem zerstörten Goblindorf zurückziehen.
Im nächsten Nachtlager bemerkten wir im Nordosten in der Ferne das Leuchten eines grossen Feuers. Zwischendurch waren auch Kriegshörner zu hören. Da scheint wirklich eine militärische Kampagne am laufen zu sein. Wird etwa wieder eine Schlacht gekämpft? Sind die Goblins bei der Auslöschung eines weiteren Dorfes? Wir werden sehen... Am nächsten Morgen folgten wir wieder den Goblinspuren richtung Nordosten. Das Gelände war immer noch stark mit Gras bewachsen, wies aber schon deutlich mehr steinige Stellen auf. Es hatte nun auch vermehrt Hügel in der Steppe. Plötzlich ertönten wieder die Kriegshörner. Einige hundert Meter von uns entfernt begann eine Goblinarmee hinter einem Hügel aufzutauchen. Etwa 100 Goblins eskortierten eine Riesenspinne, auf welcher ein Aufbau angebracht war. Darauf war ein Thron zu erkennen. Etwa 12 der Goblins nutzten kleinere Spinnen als Reittiere. Dieser Prozession wollten wir nicht zu nahe kommen, und versteckten uns in den Hügeln. Da wir aber nun Bargnot ziemlich sicher gefunden haben folgten wir der Armee mit einer sicheren Distanz. Die Goblinarmee marschierte in eine Nahe gelegene Schlucht. Als wir am Rande dieser Schlucht angekommen sind sahen wir Bargnots Goblin-Lager inmitten der Felsen. Mehrere Schluchten liefen in der Mitte zu einer tiefer gelegenen Ebene zusammen. Das Lager aus Zelten und einfachen Hütten war von Holzpalisaden und Wachtürmen aus Holz umrandet. Wir konnten ebenfalls einige Käfige mit diversen gefangenen Kreaturen ausmachen. Plötzlich bemerkten wir eine Goblin-Patroullie, die sich hinter uns näherte. Die 8 Goblins und ihre 2 Spinnen-Reittiere haben uns im ersten Moment noch nicht entdeckt. Am Rand der Schlucht hatten wir aber keine Möglichkeit, uns zu verstecken. Plötzlich versuchte Kazuum davonzurennen. Die Goblins nahmen die Verfolgung auf. Nach einem Kurzen zögern rennen auch Alea, De Winter und Ghorbash hinterher. De Winter konnte die Situation entschärfen, indem er den Goblins etwas von einer East Arcanor Company, welche scheinbar eine Handelsroute zu den Goblins erschliessen möchte und wir Gesandte ebendieser wären. Ob wir vielleicht mit Bargnot ins Gespräch kommen könnten, fragte er. Eher unbeeindruckt von dieser Erklärung und mit einem hämischen Grinsen im Gesucht begannen die Goblins, uns mit ihren gezückten Waffen vor sich her in Richtung Camp-Eingang zu treiben. Sie würden uns Bargnot vorstellen, schliesslich möchte sie ja ihren "Spass" haben.
Unten im Canyon angekommen werden wir durch das Camp geführt Es scheint nicht nur Goblinsoldaten zu beherbergen, sondern ein ganzes Goblinvolk mit spielenden Kindern und sich an der Sonne aufwärmenden Alten. In der Mitte des Camps fanden wir ein riesiges Zelt und eine Art Arena auf, in welcher gerade ein Spinnenrodeo statt fand. In der Mitte der Arena befand sich ein eingeschlagener Baumstamm, an dem die Spinne herumklettern konnte. Ein Goblin versuchte sich krampfhaft auf dem Rücken einer Riesenspinne festzuhalten, während diese den Reiter mit allen Mitteln versuchte abzuschütteln. Dies gelang und der Reiter krachte unsanft zu boden. Einige Goblins hielten die aggressive Spinne mit langen Spiessen in Schach und führten sie aus der Arena. Mit der Aufmerksamkeit Bargnots nun auf sich erklärte De Winter nochmals die "Handelsabsichten" der East Arcanor Company. Nachdem sich De Winter in seinen Ausreden gewindet und einge augenrollende Blicke unsererseits erhalten hatte erhielt er von der skeptischen Bargnot ein Angebot: wir sollten uns einer Prüfung unterziehen. Bei Bestehen würde sie zwei Gesandte mit uns zurückschicken, um Handelsbeziehungen zu etablieren. Bei einem Scheitern würden wir ihr Lager nicht mehr verlassen. Da wir vorerst keinen anderen Ausweg zu Gesicht bekamen haben wir uns einverstanden erklärt. Die Prüfung bestand darin, einen neuen Rekord im Spinnenrodeo aufzustellen und jemand von uns musste sich dieser Aufgabe stellen. Da dies niemand wirklich freiwillig machen wollte wurde der oder die Reiter/-in mit Stöckchenziehen bestimmt. Glücklicherweise bin ich davon gekommen und Alea musste sich der Prüfung stellen. Die wilde Spinne wurde wieder in die Arena getrieben. Kaum hatte sich Alea auf dem Rücken festgekrallt gab einer der Goblins der Spinne einen lauten Klatscher aufs Hinterteil. Diese versuchte sofort, mit wilden Bewegungen die Reiterin wegzukatapultieren. Zum Erstaunen aller stellte sich Alea sehr geschickt an, man konnte teilweise annehmen, dass sie noch nie etwas anderes gemacht habe. Sie lieferte eine Riesenshow ab und die Goblins sowie auch wir brachen in lauten Jubel aus. Sichtlich beeindruckt gab uns Bargnot ihre Zustimmung, dass und die Goblins Grot und Hilx als Unterhändler begleiten werden. Aber vor unserer Abreise sollten wir noch ihre Gastfreundschaft geniessen, ein ordentliches Mahl zu uns nehmen und die Nacht im Goblinlager verbringen.
Am nächsten Morgen traten wir sehr erleichtert die Heimreise an und folgten unserem eigenen Pfad zurück zur Sturmhöhe. Unser "Ausflug" zu Bargnot dauerte 6 Tage.