Nachdem sie ihren Schutzbefohlenen verloren hatten, ein paar wirklich unangenehmen Tagen in der Wildnis und dem erfolgreichen Erwerb eines schicken Trenchcoats, hatten sie endlich eine Spur, die nach Fellbrück, Stadt der Brücken führt.


Hirn (Tina) und Nibbler (Luki), zwei Elite-Kobolde aus Zündelheim – auch bekannt als „das feurige Paradies“ waren mit Feurio unterwegs. Eigentlich hätten sie ihn auf einer diplomatischen Mission beschützen soll, aber wie das mit der Diplomatie so ist, endet sie oft in den Händen von Sklavenhändler oder mit unerwarteten Damenbekanntschaften, in diesem Fall beides.
Zur Erklärung: Der koboldische Diplomat ist im "Haus der Bestien" in den Händen von Thrusha Dornenkuss, die exotische Wesen sammelt. Das ist wie Briefmarkensammeln, nur dass die Briefmarken schreien, Feuer spucken oder versuchen, einem die Kniescheiben zu brechen.
In der Stadt angekommen, führt ihre Spur in die Arena. Dort prügelt sich Thrusha Dornenkuss mit einer zusammengewürfelten Gruppe, bestehend aus: einer hässlichen Elfe, einem fetten Ork, einem dürren Goblin und dem unsympathischsten Halb-Ork, den die Kobolde je gesehen haben.
Der Kampf in der Arena ging schnell vorbei. Thrusha Dornenkuss brach sich ein Bein, und man hörte die Ansage: Die Sieger dürfen ihre Belohnung, den Satyr Finnian Sonnenhuf, am Abend im „Haus der Bestien“ abholen.Es tut sich eine Gelegenheit auf, und Kobolde lieben Gelegenheiten.
Also stibitzen Hirn und Nibbler ein paar Passierkarten auf die „Insel der Fäller“ und folgen der vierköpfigen Truppe. Schon durchs Fenster sehen sie die erste „Bestie“: eine riesige Hauskatze, die aussieht, als könnte sie mühelos einen Ochsenkarren verschlingen.

Die Kobolde schleichen aufs Dach und spähen in den Innenhof. Dort: Käfige voller seltsamster Kreaturen.
Dann passiert das Erwartbare: Die Banausengruppe tappt in die Falle. Thrusha Dornenkuss, trotz gebrochenem Bein, schießt lachend mit der Armbrust, die Käfige gehen auf, und plötzlich springen Löwen, Teufelshunde, Krenshare und ein riesiger Skorpion heraus.
Die Kobolde, in ihrer unendlicher Gerissenheit (was bei ihnen „Körpergröße durch Selbstüberschätzung hoch drei kompensieren“ bedeutet), greifen ein – und tatsächlich: Der Kampf endet schnell, und man schließt ein Zweckbündnis.
Im nächsten Gebäude wartet ein Festmahl. Offensichtlich hatte Thrusha Dornenkuss mit einem Sieg gerechnet.
Die anderen fangen an, einen Diener zu verhören – ein Konzept, das Nibbler fremd ist. Also wendet er seine spezielle „20-Stiche-ins-Herz-und-Tot-Technik“ an und es geht weiter.
Drei Türen stehen vor ihnen: eine aus „was weiß ich“, eine „schöne“ und eine „eisenbeschlagene“.
Der Halb-Ork Zu’Ga versucht die Schöne zu knacken und Nibbler (Luki) folgt seiner Intuition und öffnet die mittlere – was sich als dämlich herausstellt, da es sich um einen Tür-Mimik handelt. Er wird verschlungen, fast tot, aber die Truppe schafft es, den Mimik zu erledigen. Immerhin.
Es geht weiter in eine Galerie voller kleiner Käfige: ein fliegender Kopf, eine krabbelnde Hand, ein Magiereißer (fragt nicht), ein skurriles Skuril (fragt noch weniger), eine süße kleine Spinne – und, natürlich, V8 der Kater, wieder einmal schnurrend in der Ecke liegend.
Die Spinne stellt sich als Agathe die 192., somit eine der Jüngeren ihrer 255 Schwestern.
Sie bittet höflich um Freilassung. Und weil niemand „nein“ zu einer Spinne mit Kulleraugen sagen kann, wird sie natürlich freigelassen und bietet euch dankbar ihre Hilfe an.

Weiter geht es zur eisenbeschlagenen Tür. Dahinter: der Kerker. Dort sitzen zwei Bullywug-Kerkermeister, die wegen ihres Hungers einen Handel eingehen: Die Leiche des Dieners gegen freien Durchlass.
Schließlich finden Hirn und Nibbler ihr Ziel: Feurio, der inzwischen einen kleinwüchsigen Goblin-Freund hat und vor allem Rache will. Er schick die beiden los um die Herrin des Hauses abzumurksen und macht sich selbst dran die restlichen Gefangenen zu befreien um anschließend das gesamte Haus anzuzünden, ganz seinem Naturell entsprechend.

Zurück in dem Raum mit den Türen findet sich ein neuer Durchgang – hinter dem ehemaligen Tür-Mimik. Ein langer Gang. Ganz offensichtlich mit einer Falle versehen. So offensichtlich, dass man sich fragt, ob der Architekt nicht den Wettbewerb „Das offensichtlich tödlichste Innenarchitektur-Element des Jahres.“ gewonnen hat.
Wieder einmal macht sich der Unsympath an sein Werk. Er will, ganz selbstverständlich, die Türe am Ende des Ganges knacken. Das hätte vermutlich auch funktioniert – wäre da nicht die kleine, winzige, kaum der Rede werten Falle gewesen, die sich in Form eines aufklappenden Bodens präsentiert. Darunter: ein Keller. Mit Knochen. Sehr beruhigend.
Die Gruppe tut, was Gruppen in solchen Momenten eben so tun: einer nach dem anderen klettert hinab. Und wie man sich denken kann, ist der Keller nicht einfach nur ein Keller, sondern natürlich bevölkert von Schmerzgeborenen. Wesen aus dem Shadowfell (Schattenreich). Ein Schwung kleiner „Zörniger“ und ein einzelner „Einsamer“.

Beim Versuch die Türe im Keller zu öffnen, fliegt auch schon ein Bolzen durch den Spalt – höflich eingesendet von Thrusha Dornenkuss. Die Türe klemmt, die Stimmung auch, und die Hölle bricht los. Die Zörnigen werfen sich auf euch, der Einsame erledigt die namenlose Elfe fast im Alleingang. Zum Glück besitzt Nibbler (Luki) die seltene, aber enorm nützliche Fähigkeit, nervige Gegner einfach einzuschläfern. Und siehe da: der Kampf geht doch noch glimpflich aus.
Thrusha Dornenkuss wird in den letzten Minuten ihres Lebens noch etwas auskunftsfreudig. Danach folgt die inzwischen fast schon routinemäßige „20-Stiche-ins-Herz-und-Tod-Technik“. Ihr plündert noch rasch ihr Büro und findet dort den geknebelten Finnian Sonnenhuf. Dieser erweist sich als erstaunlich kooperativ, wenn es darum geht, Lynn (Linda) ihren Namen im Austausch gegen seine Freiheit zurückzugeben.
Danach folgt die Flucht aus dem „Haus der Bestien“, das mittlerweile von Feurio in Brand gesetzt wurde. Die Kobolde verschwinden über den Zaun und verschwinden in den Abend.
Ende.