Zu Gast im Pouncing Griffon
Wir schreiben das Jahr 2503 des Imperialen Kalenders. Karl Franz ist seit knapp einem Jahr im Amt des Imperators und konnte bereits wichtige Erfolge gegen die Rebellen in Reikland erzielen. Gleichzeitig erreichen frohe Nachrichten die Hauptstadt Altdorf. Die Besiedelung der neuen Welt ist geglückt! Abenteurer aus aller Welt schwärmen in die Hafenstadt um von dort aus ihr Glück in der Ferne zu suchen. Unter ihnen ist der Waldelf Tarhiel von Tyr Edrell. Während sich die Abenddämmerung über den Schmutzplatz legt, steht dieser vor dem Pouncing Griffon und erinnert sich an das Pamphlet, welches er heute Morgen gelesen hatte:
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Abenteurer gesucht!
Ahoy, Matey!
Bist du bereit für das Abenteuer deines Lebens? Weit weg in den dampfenden Urwäldern von Lustria? Hast du genug Mumm und Grips um dir einen Namen in den Geschichtsbüchern zu sichern? Hast du Lust dir nebenbei eine goldene Nase zu verdienen und so reich zu werden, dass sich jedes Adelsweib von Reikland bis Ostermark dir um den Hals werfen wird?! Ja?! Dann versuch dein Glück bei uns und bewirb dich bei den West Company Privateers. Mit uns brichst du auf zur neuen Welt! Das allmächtige Imperium, unter der Führung vom grossen Huntsmarshal Markus Wulfhart, hat die neue Welt besiedelt und sucht Abenteurer, die sich den Expeditionen anschliessen um die Reichtümer aus den leeren Tempelstädten sicher zu stellen! Schreib dich jetzt ein für ein unvergessliches Abenteuer in der neuen Welt!
(Kost und Logis von Altdorf bis Port Reaver inbegriffen. Bring deine eigenen Waffen und Kleider. Ein kleiner Prozentsatz von deinen sichergestellten Schätzen geht an die West Company Privateers. Die West Company Privateers übernimmt keine Verantwortung bei allfälligen Umfällen oder bei deinem Tod.)
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Nachdem er sich bei den West Company Privateers eingeschrieben hatte, machte er sich auf den Weg zum Pouncing Griffon. Dort werde er weitere Instruktionen erhalten. Tarhiel betritt den Gasthof, befragt den Barman und wird zu einem grossen Hinterzimmer gewiesen, wo ein stämmiger Typ mit Schnurrbart seinen Namen kontrolliert und ihm Einlass gewährt. Der Wache begleitet ihn in den Raum und schliesst die Türe hinter sich. Im Raum befinden sich ca. 10 Personen. Ein Mann in Offiziersuniform bittet alle Platz zu nehmen. Sogleich eilen Bedienstete umher und stellen volle Bierkrüge und Teller mit Speisen vor die Gäste. Der uniformierte Mann stellt sich als Anführer der Expedition Eckhardt Weissbacker vor. Er zeigt auf seine Sitznachbarn und stellt diese kurz vor: Sein Neffe Julius Weissbacker, die beiden Wachen Adolfus Hart und Henry Schwarzhelm und zuletzt den Schatzmeister Heinrich Keibler. Eckhardt bittet alle am Tisch sitzenden sich nacheinander vorzustellen. So lernt Tarhiel seine beiden Sitznachbarn, den Priester Hans Eckendorf und den Lichtmagier Oskar Leitgeb kennen. Darüber hinaus den Waldläufer und Kartenleser Gustav Valdorf, den Halbling Schiffskoch Berry Drury, ein Wissenschaftler aus Nuln mit dem Namen Dieter Schumacher und den Zwergen-Händler Barundin Burloksson aus Karak Azgaraz.
Nun wird der Ablauf und die Konditionen der Reise erläutert. Für die Überfahrt wurde Crew der Rocinante angeheuert. Die Karavelle setze morgens im Reikfluss um 12.00 Uhr die Segel, da laut dem Captain Esteban Argantes um diese Zeit die besten Windverhältnisse herrschten. Die Überfahrt werde voraussichtlich 3 Zehntachs dauern. Die Reisenden bringen ihre eigenen Waffen und Kleidung mit. Für Kost und Logis wird gesorgt. Die Kontaktperson in Port Reaver ist Ludwig Finsterbach der Anführer der WCP in Übersee. Von Port Reaver aus werde dann die Exkursion ins Landesinnere geplant. Barundin schaut darauf etwas misstrauisch und fragt Eckhardt ob diese Expeditionen denn wirklich so sicher seien? Eckhart erwidert, dass die Ruinen leer sind, jedoch gebe es immer häufiger Exkursionen von Elfen und auch Goblins seinen gesichtet worden, darum sei Eile geboten! Auf Barundins frage wieviel Geld sie den der West Company abgeben müssten, wendet sich Eckhart fragend dem Schatzmeister Dieter zu. Dieser meldet sich mürrisch zu Wort: Die gefundenen Waren werden sichergestellt und dann geschätzt und am Ende der Expedition ausbezahlt. 10 Prozent des Werts gehe an die WCP. Zu guter Letzt teilt Weissbacker die Rekruten in kleine Teams ein, welche sich in der Karavelle die Schlafkabinen teilen werden. Die Sitznachbarn Hans, Oskar und Tarhiel werden als eines der Teams eingeteilt. Oskar ist mit dieser Zuteilung nicht sonderlich zufrieden und fragt Eckhardt ob er nicht tauschen könne. Dieser hebt bloss eine Augenbraue und wendet sich wieder den anderen Teilnehmern zu.
Die Teilnehmenden geniessen Speis und Trank, denn sie erfahren von Eckhardt dass die Rechnung vollumfänglich auf die WCP gehe. Die Abenteurer Hans, Tarhiel und Oskar, lernen sich besser kennen. Die Runde löst sich langsam auf und die Teilnehmenden treten unter die anderen Gäste des Pouncing Griffon. Oskar kommt mit dem jungen Julius Weissbacker ins Gespräch und bringt den unerfahrenen Jüngling dazu mehr zu trinken als dieser gewohnt war. Vor der Eingangstüre wird Tarhiel, welcher gerade mit Hans im Gespräch vertieft war von einer Bande Soldaten angepöbelt. Daraufhin eilt ihm der sichtlich betrunkene Julius, mit Oskar im Schlepptau zu Hilfe. Julius, der ca. 40 kg weniger wiegt als der Anführer des Mobs, streckt seine Brust heraus und baut sich vor diesem auf. Die Situation droht zu eskalieren. Doch als der Anführer der Bande bemerkt, dass dieser Grünschnabel der Neffe von Eckhardt Weissbacker persönlich ist, schluckt dieser leer und zieht seine Schergen ab. Der Rest des Abends verläuft zum Glück ohne Zwischenfälle.
Setzt die Segel!
Tarhiel, Hans und Oskar, versammeln sich am späten Morgen vor dem prächtiger Zweimaster. Es ist ein warmer sonniger Tag und die rot-weissen Sigmar-Flaggen wehen in der starken Nordostbrise. Es herrscht emsiges Treiben und sie sehen wie die Matrosen die letzten Fässer mit Nahrungsmittel auf das Deck rollen. Eckhardt Weissbacker spricht mit einem stämmigen schwarzharigen Mann in Seemansuniform. Hier müsste es sich um den Captain Esteban Argantes handeln. Die Gefährten schultern ihr Hab und Gut und betreten die Karavelle. Sie werden sogleich von ein paar Matrosen zu ihrer Kabine geführt. Sie sehen, dass die meisten Kabinen bereits mit dem Gepäck ihrer Mitreisenden befüllt sind. Oskar wirft sein Gepäck auf eine Koje und macht sich so gleich auf die Suche nach Julius, um zu schauen wie schlimm sein Kater ist. Dem geht's sichtlich schlecht und verabschiedet sich gleich in seine Koje. Hans wandert über das Deck und sieht wie Captain Argantes mit seinem Navigator Alfonso Moretti in leisem Flüsterton spricht. Hans versucht unauffällig mitzuhören und er vernimmt nur einzelne Gesprächsfetzen. Alfonso: "...glaubst du, dass es wahr ist was sie sagen?" Esteban: "...wer weiss schon...aber wir müssen auf der Hut sein...als hätten wir nicht schon genug Probleme auf dieser Fahrt...". Alfonso sieht ihn plötzlich und spricht leise zum Captain. Dieser beäugt Hans streng und fragt diesen ob er ihm helfen könne. Hans winkt freundlich ab und geht von dannen. Tarhiel und Hans richten es sich in der kleinen Kabine ein und kundschaften die anderen Räume aus. Nachdem die letzten Waren an Bord gebracht wurden, setzen die Matrosen die Segel und steuern die Karavelle durch den Reikfluss Richtung Westen. Das Schifft lässt das Middenländische Carroburg und das vor kurzen von den Rebellen befreite Eilhart hinter sich. Die Reise wird sie später zum grossen Hafen von Marienburg führen, dann werden sie die Nordküste des bretonischen Couronneumkreisen und weiter gen Westen in das grosse Meer stechen.
Als die Sonne langsam gen Westen wandert und die Brise etwas kühler wird, bittet der Schiffskoch Berry Drury lautstark zu Tisch. Den Abenteurern entgeht nicht, dass die Matrosen in einem anderen Raum speisen. Das Essen von Berry ist, seinem unhygienischen Äusseren zu trotz, überraschend schmackhaft und die Abenteurer geniessen ihre erste Verpflegung an Bord des Schiffes. Tarhiel entgeht es nicht, dass er missmutige Blicke vom Waldläufer Gustav erntet und fragt sich, ob er ihn wohl als Konkurrenz sieht. Die Reisenden erfahren unter anderem vom Wissenschaftler Dieter Schumacher, dass er an der Fauna und Flora von Lustria interessiert sei. Eckhart und Heinrich verabschieden sich für die Nacht und steuern ihre Koje an. Nachdem reichlich Bier und Wein geflossen sind, erfahren sie von Adolfus Hart, dass er und sein stiller Sitznachbar, Henry Schwarzhelm, früher unter Eckhardt in der Armee gedient hatten. Adolfus hätte sich keinen besseren Leutnant vorstellen können. Er habe sie durch unzählige Katastrophen geführt. Die Feldzüge gegen die Tiermenschen aus dem nördlichen Drakwald waren mit das Schlimmste gewesen, was er in seiner langen Soldatenkarriere erlebt hatte. Henry Scharzhelm schweigt und schaut stumm in seinen Bierkrug.
Die Runde löst sich auf und als Hans, Oskar und Tarhiel ihre Kojen aufsuchen bemerken sie, dass sich die Matrosen in einem anderen Raum mit Würfelspielen vergnügen. Hans überredet Oskar und Tarhiel ihm zu folgen fragt die Matrosen ob er mitspielen könne. Diese beäugen die Abenteurer zuerst etwas vorsichtig gewähren ihnen aber dann einen Platz am Tisch. Hans schafft es mit ein paar glücklichen Würfen den Matrosen ihr Geld abzuziehen und als er die ein oder andere finstere Minen bemerkt, ein kleiner schwarzhaariger Matrose beäugt ihn besonders finster, beendet Hans vorsichtshalber das Spiel. Die Abenteurer gehen zu Bett!
Überfall in der Nacht!
Hans Eckendorf erwacht aus seinem Schlaf. Als er die Augen öffnet dauert es eine Weile, bis er etwas in der Dunkelheit wahrnehmen kann. Er bemerkt, dass die Kabinentür offen steht, obwohl er diese zuvor geschlossen hatte. Vorsichtig hebt er sich aus seiner Koje, welche sich zuoberst der drei Betten befindet, und schaut hinunter. Er sieht, dass sich eine Gestalt an ihren Gepäckstücken zu schaffen macht. Als sich die Gestalt hebt schliesst Hans ihm seinen Arm um den Hals und drückt ihn an die Kojen. Dem Eindringling entfährt ein würgender Laut. Plötzlich stürmt ein zweiter Mann mit erhobenem Säbel in das Zimmer und Hans kann sich in letzter Sekunde von dem Säbelhieb des Matrosen wegducken! Sein Überraschungsschrei weckt seine beiden Gefährten und ein kurzer und brutaler Kampf entbrennt. Tarhiel zückt seine Säbel und wehrt die Angreifer ab während Hans, völlig überrumpelt von der Brutalität der Seemänner versucht sie zum Aufgeben zu überreden. Aber Oskar Leitgeb fackelt nicht lange: Gleissend helles Licht entspringt seinen Händen und der zweite Angreifer wird von den Flammen übel zugerichtet. Der erste Matrose kriegt Panik und reisst seinen Kumpanen aus der Kabine und wirft die Türe hinter sich ins Schloss. Der ganze Kampf hatte nur wenige Sekunden gedauert. Etwas geschockt springen die Abenteurer aus ihrer Kabine und versuchen die Verfolgung aufzunehmen, doch von den beiden Männern fehlt jede Spur. Mittlerweile haben sich fast alle Kojen geöffnet und überraschte und verschlafene Gesichter starren in den Gang. Sogleich tritt Eckardt an sie und will genau wissen was vorgefallen war. Nach dessen Schilderung sucht dieser sichtlich entrüstet Captain Esteban auf, um diesen zur Rede zu stellen. Es entsteht ein lautes Streitgespräch, wobei Eckhart den Captain daran erinnert wieviel er für die Überfahrt bezahlt hatte und die Sicherheit seiner Mitreisenden an oberster Priorität stehe und der Captain, in seinem Stolz verletzt, erwidert lauthals, dass er jegliche Gewalt auf seinem Schiff nicht dulde und strengstens bestrafen wird. Der Captain schiebt sich an Eckhart vorbei und brüllt die umstehenden Matrosen an sofort die ganze Mannschaft and Deck zu bringen um zu sehen, welche Matrosen Verletzungen erlitten hatten. Bei der Inspektion finden sie heraus, dass die Matrosen José Pinta und Luis Ortega fehlen. Sofort beginnt eine Suchaktion auf dem Schiff. Die Matrosen sind sichtlich verwirrt und schauen immer wieder skeptisch zu den drei Abenteurern herüber und murmeln unter vorgehaltener Hand. Hans, Oskar und Tarhiel suchen nach Hinweisen ausserhalb ihrer Kabine und finden eine Blutspur welche halbwegs durch den Gang plötzlich verschwindet. Sie können sich nicht erklären was geschehen war. Obwohl die Matrosen das ganze Schiff absuchen fehlt mysteriöserweise jede Spur von den beiden. Die drei Abenteurer bemerken wie sich ein paar Matrosen besorgt anschauen und mit kurzen Handbewegungen das abergläubische Zeichen gegen die dunklen Mächten vollziehen.