1. Journals

07: Du gehörst in meinen Wanst!

May 12, 2023

Die Wochen vergehen überraschend ereignislos, und die Expeditionsmitglieder geniessen das gute Wetter auf hoher See. Barundin Burloksson schmachtet in seiner Einzelzelle, wo er von Morten im Geheimen besucht und gezwungen wird, mit der Wahrheit herauszurücken - doch was dabei ans Licht kommt, bleibt unter ihnen.


Eines frühen Morgens tauchen die ersten Vogelschwärme auf, und bald heisst es vom Krähennest: "LAND IN SICHT!". Jeder atmet sichtlich auf, dass die gefährliche Reise endlich geschafft ist. Die unendliche grüne Weite des Dschungels von Lustria erspannt sich über den Horizont, bevor der erste Vorposten der Zivilisation im Blickfeld auftaucht. Port Reaver! Bald macht sich die Siedlung auch olfaktorisch bemerkbar, und in den Abenteurern macht sich ein heimatliches Gefühl breit.


Das Schiff landet an, und die Matrosen und Dockarbeiter machen sich emsig ans ausladen. Auch die Abenteurer werden dazu angehalten, ihren Teil der Vorräte vom Schiff zu schaffen. Körperliche Arbeit behagt Oskar Leitgeb nicht sehr, weshalb er sich ebenso emsig verdünnisiert. Er vermag zwar dem misstrauischen Blick von Adolfus Hart entkommen, doch Tarhiels Elfenaugen entgeht nichts. Doch lässt Tarhiel den faulen Burschen vorerst ziehen, und macht sich an die Arbeit. Bald sind die Kisten, Fässer und Reiserucksäcke ausgeladen und auf den Wagen verstaut, und die Expedition macht sich auf den Weg zum Hauptquartier der West Company Privateers, wo sie laut Eckhardt bereits erwartet werden. Unterwegs kreuzen sie einen Sklaventross bestehend aus wilden Menschenkriegerinnen und einer einzelnen Waldelfin. Als sich ihre Wege kreuzen, vernimmt Tarhiel plötzlich ihre Stimme in seinem Kopf: "Tarhiel, komm und finde mich!". Erschrocken schaut er auf, doch sie ist schon an ihm vorbeigegangen, und nun liegt es an ihm, wie es weitergehen sollte.

Nach einem kurzen Marsch erreichen wir ein grosses, befestigtes Gebäude - jedoch stutzt Eckhardt, als er erkennt, dass statt der Farben der West Company Privateers ein riesiges Banner mit einer Roten Hand prangt. Doch setzt er schnell eine neutrale Miene auf, als er von einem vierschrötigen Mann mit einer arroganten Miene willkommen geheissen wird. Rainer Bauschinger ist der Hauptmann der Schergen der Organisation, und der direkte Untergebene von Ludwig Finsterbach, dem vermeintlichen Anführer der West Company Privateers in Port Reaver. Ludwig befindet sich noch in der Zitadelle, und Eckhardt weist die Teilnehmer an, es sich gemütlich zu machen, und auf Ludwig's Ankunft zu warten. Hans Eckendorf verwickelt eine Wache ins Gespräch und erfährt, dass der Bürgermeister von Port Reaver vor kurzem auf einer Strafexpedition gegen die lokalen Barbaren verschwunden ist. Die West Company hat das Machtvakuum genutzt, um die wichtigsten Ämter der Stadt an sich zu reissen.


Oskar ist in der Zwischenzeit in der Stadt unterwegs und verspürt langsam Durst, welchen er im Le Cochon Dansant zu stillen vermeint. Jedoch prallt er auf einen bretonischen Türsteher, welcher es trotz seiner geringen Körpergrösse schafft, auf Oskar herunterzuschauen. Das Eintrittsgeld ist hoch, und Oskar versucht den Türsteher, mithilfe eines magischen Tricks zu beeindrucken, um den Preis zu reduzieren - ein fataler Fauxpas, schliesslich ist in Bretonnia die Magie den Frauen vorbehalten. Als nächstes zückt er seine noble Herkunft, worauf der Türsteher sich auf 8 Gold herunterhandeln lässt - Oskar ist allerdings auch dieser Preis zu hoch, und er entfernt sich, jedoch nicht ohne vorher die Ehre des Türstehers zu beleidigen. Er setzt der Sache noch die Krone auf, als er an der Hafenmole einen der zahlreichen angegammelten Fische kauft, und bei der Taverne auf einem Fenstersims deponiert - ein waghalsiger Streich, welcher ihm auch unbemerkt gelingt.


In der Zwischenzeit ist Ludwig Finsterbach in seiner schwabbeligen Fülle von der Zitadelle zurückgekehrt, und begrüsst Eckhardt überschwänglich - es scheint, als hätten die beiden schon eine lange gemeinsame Vergangenheit. Nach einem kurzen Gespräch entlässt Eckhardt die Expeditionsmitglieder mit dem Befehl, am übernächsten Morgen voll ausgerüstet und verpflegt für den Start des ersten Erkundungsmarschs bereitzustehen, und macht sich mit Ludwig auf den Weg zurück zur Zitadelle. Das lassen sich Hans, Tarhiel, Morten, Oskar und Berry Drury nicht zweimal sagen, und sie machen sich auf in Richtung der erstbesten billigen Spelunke. Sigmars Hafen erfüllt diese Bedingung perfekt, und Karl Liebgut begrüsst die Kundschaft von hinter der Theke. Bier wird bestellt und getrunken, und die Stimmung lockert sich so sehr, dass man sich sogar auf ein Gespräch mit dem dubiosen Hochstapler Ulf Kronthaler einlässt, welcher Schauermärchen von zweibeinigen Echsen und riesigen Monstern im Dschungel verbreitet. Die Runde lässt sich von Ulf dazu verleiten, eine Runde des beliebten Würfelspiels Sigmar und Sigvald zu spielen, wobei Ulf unsere Abenteurer beinahe abzockt, bevor er in der letzten Runde von Morten aus dem Rennen geworfen wird. Verärgert springt Ulf auf und setzt sich an den Nachbartisch, wo er griesgrämig in sein Bier murmelt.

Die bierselige Stimmung wird kurz unterbrochen, als Hans einen privaten Moment mit Morten nutzt, um ihn auf des Pergmant anzusprechen, welches dieser Barundin am Ende des Kampfes auf dem Schiff abgenommen hatte. Morten gibt sich jedoch einsilbig und impliziert, dass auch Hans Geheimnisse mit sich trage. Schliesslich einigen sie sich darauf, die Themen gegenseitig nicht mehr anzusprechen.

Die Stimmung des Abends eskaliert komplett, als der berüchtige Ogersöldner Durak Chaineater nach dem dritten Fass Bier einen leichten Hunger verspürt, und in Berry die perfekte Zwischenmahlzeit erspäht. Alle Deeskalationsversuche prallen an der Wanstplatte des Fleischkolosses ab, und es bleibt unseren Abenteurern nichts anderes übrig, als ihren Koch mittels Waffengewalt zu verteidigen. Der Kampf ist kurz und hektisch, doch zusammen gelingt es unseren Helden, den gierigen Fressack zu Boden zu bringen. Die Eskapade wird von Berry endgültig beendet, als er den verblüfften Tavernengästen vorführt, dass Halblingssuppe nicht nur zum Essen verwendet werden kann. Zum Schluss ergibt sich noch eine brenzlige Situation, als der fette Riese schwer verwunden zu Boden fällt, und dabei Morten unter sich begräbt. Zum Glück schaffen es die verbliebenen Leute mit vereinten Kräften, den Kadaver vom Zwerge wegzuwälzen, bevor diesem die Luft ausgeht. Karl Leibgut bittet die Runde sichtlich entnervt, das Lokal endlich zu verlassen, bevor noch mehr Tische und Krüge in die Brüche gehen, und unsere Abenteurer treten in die dunkle Gasse hinaus - wohin als nächstes?






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