Das Grauwasser-Moor ist eine gewaltige Moor- und Sumpflandschaft im Zentrum von Khorvir. Eigentlich mehr eine Region als ein Land, war das Moor seit jeher die Heimat von einzigartigen, merkwürdigen Wesen und Kulturen, die die gnadenlose, oft gefährliche und befremdliche Welt der weiten Moorflächen des Grauwassers ihre Heimat nennen. Für die umliegenden Länder von Khorvir was das Grauwasser-Moor oft nicht mehr als eine natürliche Barriere und Grenze und etwas Unpassierbares, in das sich nur waghalsige Abenteurer und feige Verbrecher hineinwagen.
Regierung
Das Grauwasser-Moor ist kein einheitlicher Staat. Deswegen gibt es im Grauwasser-Moor auch keine übergestellte Regierung, und folglich keine universellen Gesetze. Die einzige Stadt im Grauwasser-Moor, die Stadt der Stelzen, Valladuhl, ist ebenfalls ein weitestgehend gesetzfreier Ort der harmonischen Anarchie, in der die einflussreichsten und beliebtesten Bewohner meist den Ton angeben, jedoch ohne rechtliche Grundlage dafür. Die einzelnen Siedlungen der verschiedenen Stammeskulturen sind oft unabhängig voneinander und werden durch Häuptlinge, Älteste oder Könige regiert.
Demographie
Die Bevölkerung des Grauwasser-Moors verteilt sich wie folgt:
- Tortle 27 %
- Menschen 21 %
- Halblinge (Ghostwise) 15 %
- Echsenmenschen 10 %
- Goblins 6 %
- Bugbears 5 %
- Elfen 5 %
- Locathah 4 %
- Grung 3 %
- Sonstiges 4 %
Bevölkerung
Aufgrund der Tatsache, dass das Grauwasser-Moor kein Staat ist, ist es schwer Aussagen über die Bewohner des Moores zu treffen, vor allem da es durch so viele unterschiedliche Kulturen bewohnt wird. Jedoch gibt gemeinsame Eigenschaften, die diese Kulturen oft miteinander teilen, da sie das gleiche Moor und die gleiche harte Umgebung ihre Heimat nennen.
Bewohner des Grauwasser-Moores sind meist friedfertige Personen, da das Leben im Moor schon gefährlich und hart genug sein kann, weswegen man es sich nicht gegenseitig noch härter machen muss. Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft wird großgeschrieben und nicht selten hilft man Fremden, die man auf Wanderschaft im riesigen Moor trifft, aus, ohne etwas dafür zu verlangen. Dies beruht auf Gegenseitigkeit, denn man weiß nie ob man nicht selbst eines Tages im Moor feststeckt und auf die Hilfe eines netten Fremden angewiesen ist.
Es gibt dazu jedoch auch eine kleine Gegenbewegung einzelner Stämme und Nomaden, die die Härte des Moores als natürliche Selektion aussehen. Für sie Gilt der Weg des Stärksten und nur die Stärksten überleben in den Weiten des Moores. Schwäche wird vom Moor ausgefiltert und wer es nicht schafft alleine zu überleben hat es in den Augen dieser Kulturen auch nicht verdient.
Die Bewohner des Moores sind meist recht offene Leute, die interessiert an den Kulturen anderer sind und was außerhalb des Moores vor sich geht, sollten sie auf Außenstehende treffen. Nachrichten aus der Welt finden ihren Weg nur recht selten nach Valladuhl und noch viel seltener zu den Stammessiedlungen oder den vielen Nomaden im Moor.
Die Leute außerhalb des Moores sind sich oft nicht bewusst, dass es Siedlungen und Kulturen im Grauwasser-Moor gibt. Die meisten glauben, dass das Moor ein Ort der Verbrecher ist, wohin Gesetzeslose flüchten um sich vor dem Gesetz verstecken und dem gerechten Urteil der anderen Nationen entziehen. Damit haben sie bedingt sogar recht, da viele Kriminelle Unterschlupf in Valladuhl oder den anderen Kulturen des Moores suchen. Unkooperative, gefährliche und böse Persönlichkeiten, die nicht Teil der Gesellschaft werden wollen, bei der sie Unterschlupf suchen, werden jedoch oft nicht akzeptiert und verstoßen, gezwungen allein im Moor zu überleben oder zurück in die Zivilisation zu gehen um für die eigenen Taten grade zu stehen.
Dass die Bewohner des Moores nicht jeden aufnehmen und Schutz gewähren, wissen die meisten außerhalb des Moores jedoch nicht, weswegen die meisten Moor-Bewohner außerhalb des Moores, in der Zivilisation, einen schlechten Ruf genießen. Dort werden sie als Hinterwäldler, Barbaren und Primitive angesehen, die dafür sorgen, dass viele Verbrecher ihre gerechte Strafe nicht erhalten. Doch in Wahrheit finden nur jene bei ihnen einen Platz, die tatsächlich ein neues Leben beginnen wollen.
Geschichte
Das Grauwasser-Moor hat keine nennenswerte Geschichte. Bis auf Kriege zwischen einzelnen Stämmen und die ein oder andere Armee, die versuchte das Moor zu durchqueren, passierten im Grauwasser-Moor noch nie historisch relevante Ereignisse.
Die größte Stadt im Moor, Valladuhl, wurde im Jahr 478 NS von Mitgliedern mehrerer ansässiger Kulturen und Verbrechern von außerhalb des Moores gegründet. Valladuhl sollte ein sicherer Hafen für alle im Moor sein, ohne Regierung und Gesetze. Ein Ort an dem das alte Leben und wer man davor war, bevor man nach Valladuhl kam, nicht von Bedeutung sind, sondern nur die Zukunft und wer man von jetzt an sein will. Valladuhl ist seitdem etwas gewachsen und ist heute die Heimat viele unterschiedlicher Völkergruppen und sehr divers.
Wirtschaft
Im Grauwasser-Moor gibt es keine Wirtschaft. Jeder sammelt Nahrung und arbeitet um sich selbst zu erhalten. Handel findet nur mit Dingen statt, von denen man selbst genug hat oder die man nicht brauchen kann. In Valladuhl können Völker und Nomaden Gegenstände tauschen und auch kaufen, nicht selten auch Dinge von außerhalb des Moores. Stamme handeln miteinander und Nomaden sorgen auch für dafür, dass Waren durch das Moor transportiert und getauscht werden.
Land- und Forstwirtschaft kann im Moor praktisch nicht betrieben werden. Bäume oder Platz für Nutztierhaltung gibt es nur wenig. Holz ist in vielen Teilen des Grauwasser-Moores ein sehr begehrter und dringend benötigter Rohstoff. Die meisten Leute leben von der Jagd nach Tieren im Moor oder vom Fischen, der Fischarten, die im Moorwasser heimisch sind. Dies ist oft ein gefährliches Unterfangen, da sowohl Flora als auch Fauna im Grauwasser-Moor oft sehr gefährlich sein kann.
Geographie und Klima
Die gesamte Grauwasser-Moor-Region ist, wie der Name bereits vermuten lässt, von einem gewaltigen Moor überzogen. Die Moorgebiete sind baumlos und mit viel Niederschlag. Im Grauwasser-Moor ist es immer feucht und nass. Zwischen Tag und Nacht können große Temperaturschwankungen auftreten. Sommer sind heiß und Winter bitterkalt. Je tiefer man sich ins Moor begibt, desto weniger Tiere und große Pflanzen findet man. An den Rändern des Moores wird die Artenvielfalt und Pflanzenvielfalt wieder größer und es können auch wieder Bäume wachsen.
Kultur
Die Kultur im Grauwasser-Moor ist so vielseitig wie dessen Bewohner. Valladuhl ist die größte Siedlung und das nächste was man als eine Stadt im Grauwasser-Moor bezeichnen könnte. Die ganze Stadt ist auf hölzernen Stelzen und Plattformen erbaut, die ein paar Meter über dem Moorboden und Wasser in die Höhe ragen. In Valladuhl wird Zusammenhalt und Gemeinschaft großgeschrieben. Jeder der sich entscheiden hat dort zu leben muss seinen Beitrag dazu leisten, dass die Gesellschaft funktioniert und weiterbesteht, ansonsten wird man aus der Stadt verstoßen. Dies führt trotz fehlender Regierung, Wachen und Gesetzen zu relativ geringer Kriminalität. Wie in den Weiten des Moores, hilft man in Valladuhl seinen Nachbarn wo und wie man kann. Gegründet durch geflohene Verbrecher, ist Valladuhl bis heute ein beliebter Rückzugspunkt für Gesetzeslose. Egal ob man sich nur für eine begrenzte Zeit in der Stadt verstecken möchte, oder hier ein neues Leben beginnen will, die anderen Bewohner von Valladuhl erwarten, dass man sich einbringt, keine Probleme verursacht und tatsächlich Teil der Gemeinschaft werden möchte. Dafür ist man in der Stadt auch bereit, jedwede Vergangenheit von Neuankömmlingen zu vergessen und hinter sich zu lassen.
Viele Leute im Grauwasser-Moor leben als Nomaden, die zwischen den Siedlungen der Stämme, Valladuhl oder einfach ziellos durch Moor streifen. Egal ob menschliche Nomaden, Tortle, Halblinge oder was anderes, nicht selten wird dabei auf die Hilfe von gewaltigen, heimischen Schildkröten, den Horizonback-Schildkröten zurückgegriffen, auf dessen Panzern Häuser und Zelte gebaut wurden. Auf dem Rücken dieser riesigen Reptilien, per Boot, auf Stelzen oder einfach zu Fuß bewegen sich die Nomaden durch das Moor. Sie haben dabei eine wichtige Rolle der Waren- und Informationsverteilung eingenommen. Die Ankunft von Nomaden bringt oft viele neue nützliche Gegenstände wie Nahrung, Werkzeuge oder Rohstoffe mit sich, aber auch Neuigkeiten aus dem Moor oder von außerhalb, die die Nomaden an anderen Orten aufgeschnappt haben.
Neben Valladuhl und den Nomaden gibt es auch zahlreiche Kulturen die in Stammesgruppen in fixen Siedlungen im Moor leben. Egal ob Menschen, Echsenmenschen oder Halblinge, diese Stammesvölker leben oft einfache, naturverbundene Leben. Die meisten Stämme werden von Häuptlingen, Ältesten oder Königen angeführt. Jeder dieser Stämme ist jedoch weitestgehend einzigartig. Manche Stämme sind weltoffen und suchen den Kontakt zu anderen im Moor, während andere zurückgezogen und feindlich Fremden gegenüber gestimmt sind, die sich ohne Erlaubnis in ihr Revier begeben.
Die Erdmutter spielt im Grauwasser-Moor eine besonders große Rolle. Nicht selten stolpert man im Grauwasser-Moor über manchmal mehr, manchmal weniger versunkene Wegschreine für Selysia. Durch das oft einfache und nicht selten etwas eintönige Leben im Moor, nehmen bei so ziemlich allen Kulturen im Moor Formen der Unterhaltung wie Musik und Geschichten einen wichtigen Platz in der Gesellschaft ein. Für außenstehende Ohren klingen die einzigartigen Instrumente und Klänge oft befremdlich, doch sehr faszinierend und auch schön. Viele unterschiedliche Stämme und Nomadenverbände haben eigene Instrumente oder Musikgenre entwickelt, weswegen es in keinem Stamm gleich klingt. Auch Geschichten und Erzählungen werden oft und gerne geteilt, auch mit Fremden. Viele Abende werden damit verbracht alte Erlebnisse, Geschichten, Überlieferungen und Legenden über dem Lagerfeuer und unter dem Sternenhimmel wieder aufleben zu lassen. Deshalb sind neue Informationen für viele auch so wichtig. Es gibt jedoch eine größte Legende im Grauwasser-Moor, eine die jeder kennt und manchmal auch behauptet schon gesehen zu haben. Die grauen und schier unendlichen Weiten des Grauwasser-Moores spielten seit jeher mit der Fantasie und insbesondere mit den Ängsten der Personen, die dort leben. Diese Legende sticht besonders heraus und erfüllt die Einheimischen mit Schrecken. Die Legende besagt, dass, tief in den hintersten Ecken des Moores, ein gewaltiges Ungetüm haust, die die nomadischen Bewohner des Moores seit Jahrhunderten terrorisiert und eine versteckte Grotte sein Eigen nennt. Es heißt ein gewaltiger Schatz aus Artefakten aus längst untergangenen Zivilisationen befinde sich Bau der Bestie, den sie ohne Gnade und mit großer Grausamkeit hüte. Jene die sich dessen Revier nähern, laufen in den sicheren Tod, so heißt es.
Militär
Das Grauwasser-Moor besitzt kein vereintes oder einheitliches Militär. Valladuhl hat keine Wachen, sondern verlässt sich in auf hilfsbereite Bürger der Stadt, die ihre Heimat verteidigen wollen, sollte es zu kämpfen kommen. Die Stämme der umliegenden Kulturen haben oft Krieger, mit denen sie in den Kampf ziehen und die ihre Dörfer und Siedlungen verteidigen.