Im Herzen des weitläufigen und heiligen Nimloth-Waldes, am Fuße des großen Kreuzgebirges, leben die Waldelfen von Syrlond. In ihren abgelegenen und versteckten Siedlungen, hoch in den Baumkronen und zwischen den Ruinen der uralten Festungen und Städte ihrer Vorfahren, klammern sie sich an die Überreste des Erbes und der Kultur ihres einst großen Waldelfen-Reiches und schützen sie und ihren Heimatwald mit ihren Leben.
Regierung
Die Waldelfen von Syrlond sind nicht nomadisch, stattdessen sind sie in kleine sorgfältig verborgene Siedlungen organisiert, die von gerontokratischen Hierarchien, bestehend aus einem Konsilium von den Ältesten der bedeutendsten Familien, verwaltet werden. Diese Konsilien werden oft von lokalen Druiden beraten, deren Einfluss kein kleiner Teil in der Waldelfen-Politik ausmacht und oft als das Gewebe fungiert, das die Siedlungen zusammenhält und zu einem zusammengehörenden Reich macht.
Syrlond besteht praktisch aus einem Netz aus vielen, manchmal größeren bekannten und zahlreichen kleinen verborgenen Siedlungen, die im Grunde autark und unabhängig sind, durch ihre Druiden miteinander in Verbindung stehen, und jeweils von einem Konsilium regiert werden. Bei großen Angelegenheiten und Entscheidungen wie beispielsweise Krieg, finden sich alle Konsilien zusammen und gründen das Groß-Konzil. Hier benötigt es je nach Wichtigkeit der Angelegenheit eine dreiviertel Mehrheit oder sogar einen Konsens um eine Entscheidung zu finden.
Demographie
In Syrlond leben hauptsächlich Waldelfen, jedoch gibt es auch andere Völker, die Syrlond ihre Heimat nennen und zusammen mit den Elfen in den Siedlungen leben.
Die Bevölkerungsverteilung sieht wie folgt aus:
- Elfen 83 %
- Halb-Elfen 7 %
- Menschen 4 %
- Tortle 2 %
- Sonstige 4 %
Bevölkerung
Die meisten Waldelfen und sonstigen Bewohner leben in kleinen Waldsiedlungen, versteckt in den Baumkronen und die meisten verlassen ihre Heimat nur selten. Dies kommt jedoch von ihrer großen Verbundenheit zu ihrem Wald und der Natur und nicht von Ablehnung gegenüber der Außenwelt. Viele lieben ihr Zuhause einfach zu sehr, um es auf Dauer oder für längere Zeit zu verlassen. Dieser Umstand führt jedoch oft zu Vorurteilen und Missverständnissen mit anderen Bewohnern von Khorvir, die noch nie jemanden aus Syrlond getroffen haben. Außerhalb von Syrlond gelten dessen Bewohner und insbesondere Waldelfen oft als von Natur aus misstrauisch gegenüber Fremden, eigenbrötlerisch und als Isolationisten, die sich nicht darum scheren was außerhalb des Nimloth-Waldes passiert. Dies stimmt aber in der Regel nicht. Viele Bewohner von Syrlond sind das exakte Gegenteil dieser Vorurteile. Die Waldelfen sind sehr gesellige und offene Personen, die sich über Wanderer und Reisende freuen, die sich nach Syrlond und in den Nimloth-Wald begeben. Vielen Waldelfen ist es eine große Ehre ihre Kultur, Traditionen und Geschichte mit Fremden zu teilen und sie daran teilhaben zu lassen, durchaus um diese zu Bewahren und am Leben zu erhalten.
Die Bewohner von Syrlond und insbesondere die Waldelfen haben eine komplizierte Beziehung mit ihrer eigenen Geschichte. Viele Waldelfen sind stolz auf die Geschichte ihres Volkes und dem einstigen großen Elfenreich, das in Syrlond existierte. Sie besitzen ein romantisiertes Bild ihrer einstigen Größe und manche trauern den Tagen ihrer Pracht hinterher und wünschen sich eine Rückkehr zu diesen Zeiten.
Auf der anderen Seite sitzen die Geschehnisse des Zweiten Großen Krieges und der Untergang ihrer einst so großartigen Zivilisation den meisten Elfen noch tief in den Knochen. So sehr, dass alte Ruinen von Städten und Festungen, die man überall im Nimloth-Wald bis heute entdecken kann, unangetastet bleiben und als Mahnmal und Erinnerung an das dienen sollen, was verloren wurde. Im antiken Königreich von Syrlond wurden viele solcher Festungen und Städte, tief in den Wäldern gegründet, in denen die Elfen lebten, die aber im Zweiten Großen Krieg zum Großteil zerstört wurden. Die meisten Elfen aus Syrlond wachen nun über diese Ruinen der Vergangenheit und halten es für ihre Pflicht ihre verfallene Pracht als Lehrbeispiel für ihre Hybris und traurige Geschichte zu erhalten. Heute meiden die Waldelfen von Syrlond urbane Städte und Festungen, im Gegensatz zu ihren Verwandten die Hochelfen, und bevorzugen ein naturverbundenes Leben inmitten des Waldes. Mit der Ausnahme ein paar größerer und bekannter Siedlungen, leben die meisten Waldelfen in einer Vielzahl kleinerer Siedlungen, dessen Gemeinschaften verborgen und geschützt werden.
All dies führt zu einer oft sehr melancholischen Stimmung, die aufkommt, wenn man mit Waldelfen über ihre Geschichte und das Alte Waldelfenreich spricht, da wie bereits erwähnt, bis heute viele von ihnen ihrer alten Pracht nachtrauern. Der große Verlust von Kultur, Tradition, Technologie und Bräuchen, als ihr altes Königreich in den Feuern des Zweiten Großen Krieges unterging, führte zu einem panischen Festhalten an den Traditionen, die den Untergang überlebt haben. Viele Elfen aus Syrlond sind sehr defensiv gegenüber ihrer Kultur und ihren Bräuchen, da sie nur mehr ein Bruchteil ihrer alten Kultur sind und sie diese unter allen Umständen erhalten möchten.
Waldelfen aus Syrlond, die man außerhalb ihrer geliebten Heimat antrifft, sind für gewöhnlich wandernde Minnesänger, Künstler, Abenteurer oder Gelehrte. Adelige stellen gerne Waldelfen-Krieger an, um als Ausbildner die Schwertkunst oder das Bogenschießen ihrer Heimat ihren Kindern beizubringen.
Geschichte
Die Geschichte von Syrlond beginnt nur wenige Jahrzehnte nach dem Ersten Großen Krieg, Historiker schätzen um 7500 VS, als sich die ersten Elfen dazu entschlossen ihr Leben nach der großen Zerstörung im Krieg im stark angeschlagenen Nimloth-Wald neu zu beginnen. Diese Elfen halfen den Wald sich wieder zu erholen und ließen sich sodann dort nieder.
In den Jahrhunderten die folgten, entwickelten sich die Elfen des Nimloth-Waldes rasant weiter. Ihre Siedlung und Festungen im Nimloth-Wald wurden immer größer und beeindruckender. Im Jahr 6789 VS schlossen sich schließlich die Städte und Stämme der Elfen zum Königreich Ismyr unter dem ersten König der Elfen von Isymr, Aezumin Ostoroth, eine Dynastie die bis zum Untergang des Königreichs bestehen bleiben sollte, zusammen. Nun vereint unter einem Banner und einem König, brachen goldene Zeitalter heran. Die folgenden Jahrtausende würden als die Hochzeit der Elfen von Ismyr in die Geschichte eingehen. In diesen Jahrhunderten wurden große Fortschritte in Kultur, Architektur und in der Magie gemacht und man war den heutigen Hochelfen von Caelthir sehr ähnlich. Zu den größten magischen Errungenschaften der Elfen von Ismyr zählen die Velaris. die Velaris waren eine Reihe unbezahlbarer magischer Spiegel, die alle miteinander verbunden waren und das sofortige Reisen über große Distanzen erlaubten. Jedoch größere Stadt war mit einem Velaris ausgestattet, was bisher unerreichte Austauschmöglichkeiten für Könige, Politiker, Gelehrte und Künstler erlaubte. Die Velaris waren nur die Krone der Artefakte, die man in Ismyr schuf. Es wurden hunderte von hochentwickelten magischen Gegenständen geschaffen, deren Machart und Kunst bis heute wahrscheinlich noch unerreicht ist. Viele von ihnen, liegen möglicherweise bis heute in den zahlreichen Ruinen des Alten Ismyr, tief im Nimloth-Wald verborgen. Neben all diesen Durchbrüchen in Wissenschaft und Kunst, begann man sich jedoch immer weiter von ihren Wurzeln, nämlich dem Wald und der Natur, zu entfernen.
Als schließlich der Zweite Große Krieg ausbrach und ganz Volothar in den Feuern der Dämonenhorden und Verräterlegionen brannte, blieb auch Ismyr nicht verschont. Aus Hybris und einem Gefühl der Überlegenheit gegenüber den anderen Kulturen von Khorvir, hatte man sich in den Jahrhunderten vor dem Krieg abgeschottet und hinter den Mauern und Festungen ihres Reiches verschanzt. Ein Umstand der das Schicksal von Ismyr wahrscheinlich besiegelte. Aufgrund ihrer selbstgewählten Isolation erfuhr niemand außerhalb von Ismyr davon, dass Elfen, die dem Kult der Schwarzen Auferstehung angehörten, Portale zum Abyss in ihrem eigenen Königreich öffneten und eine Horde von Dämonen schließlich das Königreich von innen zu Fall brachten.
Die Dämonen und wenigen Überläufer vernichteten alles in ihrem Weg. Städte wurden niedergebrannt und Festungen dem Erdboden gleichgemacht. Die Horden der Treulosen schlachteten die Elfen ohne Gnade ab, wo sie sie finden konnten. Durch die Verräter unter den Reihen der Armee der Treulosen konnten auch viele der geheimen verstecke, tief im Wald, ausfindig gemacht werden. Bibliotheken mit dem Wissen und den Aufzeichnungen von Jahrtausenden standen in Flammen und 95% allen Wissens und Traditionen, die schriftlich festgehalten wurden, gingen für immer verloren. Lediglich kleine Sammlungen von Büchern und all die Handwerkstechniken, Traditionen, Bräuche und Geschichten, die mündlich überliefert wurden, überlebten den Genozid an den Elfen von Ismyr.
Nur ein kleiner Bruchteil der Bevölkerung konnte sich in die Berge und die tiefsten Ecken des Waldes zurückziehen und den Treulosen Einhalt gebieten, bis an anderen Fronten des Krieges man Fortschritte machte und man schließlich den Nymloth-Wald, beziehungsweise was davon übriggeblieben war, befreite.
Der Zweite Große Krieg hatte den Elfen von Ismyr alles gekostet. Ihre Königsdynastie war im Krieg komplett ausgelöscht worden, ihre Städte beinahe alle zerstört, ihr Wissen verbrannt, fast alle Velaris-Spiegel zerstört oder gestohlen und nur ein Bruchteil der Elfen von Ismyr waren dem Tod entgangen. Als die Feuer des Krieges sich legten und der Krieg vorüber war, gaben viele Elfen ihrem alten Lebensstil die Schuld für den Untergang ihres Königreichs und der Tatsache, dass sie sich von der Lebensart ihrer Vorfahren entfernt hatten und deswegen hochmütig und eitel geworden waren. Als sie ihr Land neu aufbauten, wählten sie nun ein Leben in und unter den Bäumen, fern von großen urbanen Städten, nahe zur Natur, in kleineren versteckteren Gemeinschaften. Die Ruinen von Ismyr sollten bestehen bleiben, um zu zeigen, was passieren könnte, sollten sie sich wieder von ihrem Leben in enger Beziehung zum Wald entfernen. Das neue Land, dass sie gründeten, soll aus autarken Gemeinschaften bestehen, beraten von Druiden, und sollte „Syrlond“ („syrei“ = elfisch für „neu“, „lond“ = elfisch für „Weg“ oder „Richtung“) heißen. Über Jahrhunderte wurden sie so als die Waldelfen von Syrlond bekannt.
Bis heute haben sich die Elfen von Syrlond von den gewaltigen Verlusten im Zweiten Großen Krieg noch nicht erholt. Durch die geringen Geburtenzahlen aufgrund ihrer langen Leben, fällt es ihnen schwer die Toten des Krieges zu ersetzen. Bis heute gelten sie als ein bedrohtes Volk und jeder Krieg oder Konflikt in denen sie verwickelt werden, beherbergt potenziell den effektiven Untergang ihres Volkes, sollten zu viele Elfen fallen.
Wirtschaft
Großflächige Agrikultur und Landwirtschaft gibt es in Syrlond nicht. Die Waldelfen jagen Wild, sammeln Nahrung oder kultivieren Gemüse. Ihr Können und Magie erlaubt es den Waldelfen von Syrlond nicht auf das freiräumen und pflügen von Ackerland angewiesen zu sein. Sie sind talentierte Kunsthandwerker, die beispielsweise feine Kleidung und Kunstobjekte herstellen. Obwohl der Kontakt der meisten Waldelfen mit Außenstehenden meist sehr begrenzt ist, bestreiten ein paar Elfen ein gutes Leben durch Handel mit hergestellten Gegenständen im Austausch für Erze (da die Waldelfen kein Interesse an Bergarbeit haben).
Zu ihrer Neigung zum Natürlichen passend, sind die Waldelfen von Syrlond nicht als nennenswerte Metallarbeiter und Schmiede bekannt und zeigten niemals besonderes Interesse daran diese Kunst zu perfektionieren. Lediglich die Herstellung der Hamar und ihrer magischen und leichten Kettenhemden sind international bekannt und werden wertgeschätzt. Jedoch gelten die Waldelfen von Syrlond zu den besten Zimmerern, Tischlern und Steinmetzen der Welt und als Meister in der Herstellung von Bögen und Pfeilen, sowie der Lederverarbeitung. Sie haben sogar mehrere unterschiedliche Pfeiltypen entwickelt, zum Beispiel Pfeile die weiter als üblich fliegen oder Pfeile für akustische Signale. Die Geheimnisse der elfischen Handwerkskunst aus Syrlond werden so gut gehütet, dass sogar erfahrene Pfeilmacher anderer Völker Schwierigkeiten haben ihre Entwürfe nachzuahmen. Lederrüstung aus Syrlond doppelt oft als Tarnung, die Waldelfen-Jäger vor den Augen potenzieller Feinde verbirgt. Weiters beherrschen wenige, herausstechende Holzbearbeiter das „Schmieden“ von Golgor-Waffen, Waffen die aus der abgeworfenen Rinde eines Golgor-Baumes hergestellt werden und genauso fest und hart wie Stahl sind.
Geographie und Klima
Das Klima in Syrlond wird hauptsächlich vom Nimloth-Wald beeinflusst. Der Nimloth-Wald ist ein großer Laubwald, in dessen nördlichsten Auswüchsen ein paar Nadelbäume anzutreffen sind. Im Sommer ist der Wald ein grünes Paradies, voll von Leben und einer großen Vielfalt an Flora und Fauna. Hier können die Temperaturen auch mal über 30° C klettern. Im Winter verliert der Wald Großteils seine dicke Laubschicht und ist in der Regel mit Schnee bedeckt. Temperaturen bis zu -15 ° sind in den Wintermonaten keine Seltenheit.
Syrlond selbst mit einem oft ebenen, aber an Stellen auch recht hügeligen, Wald bedeckt, der sich im Norden in den Füßen des Kreuzgebirges verliert. Im Südwesten von Syrlond gibt es die kleine Halaros-Gebirgskette, die inmitten des Waldes emporragt. In den Bergen nördlich von Syrlond entspringt der Aiser, der durch den Nimloth-Wald fließt, zunehmend größer wird und schließlich westlich nach Arnfels weiterfließt. Entlang des südlichen Grenzgebietes von Syrlond fließt die Sethra, welche schließlich westlich in den Aiser mündet.
Kultur
Ein Grundstein der Kultur von Syrlond ist der Nimloth-Wald. Er ist seit Jahrtausenden die Heimat ihrer Vorfahren und gibt ihnen seit jeher was sie benötigen. Bereits zweimal haben sie ihn nach dessen beinaher Zerstörung wieder hochgeforstet und gepflegt. Viele Waldelfen empfinden große Dankbarschaft und auch Schuldgefühle gegenüber dem Wald, da sie der Grund für dessen Verwüstung waren. Bis heute gilt es als schweres Verbrechen, den Wald leichtfertig und ohne triftigen Grund zu schaden. Müssen Bäume gefällt werden, müssen auch neue Bäume gepflanzt werden. Ähnlich wie im Fürstentum Ostgram und den dort lebenden Waldelfen, haben Golgorbäume in Syrlond auch eine wichtige spirituelle Bedeutung und werden besonders geschützt.
Um sowohl den Wald als auch die Überbleibsel der Geschichte, Kultur und Traditionen des Alten Ismyr zu bewahren, wurden zwei Gruppierungen gegründet. Die Wächter des Waldes, oft auch nur die Wächter genannt, sind mit Harma bewaffnete Elitekrieger mit der Aufgabe des Schutzes der Traditionen, der Kultur und des Waldes von Syrlond. Sie patrouillieren den Wald und insbesondere die alten Ruinen von Syrlond und halten Ausschau nach Unruhestifter oder Grabräubern, die unerlaubt den Wald oder die alten Ruinen stören oder ausbeuten wollen. Die zweite Gruppierung ist die Hüter des Alten Wissen, oder auch nur die Hüter genannt. Die Hüter sind eine Gruppe von Gelehrten und Archäologen, dessen Aufgabe es ist das alte Wissen, das Handwerk, die Bräuche, die Traditionen und die Geschichte des einstigen Königreich Ismyr zu bewahren, mit anderen zu teilen, zu verbreiten und am Leben zu erhalten. Sie sind es, die alte Ruinen erforschen um neue Erkenntnisse zu gewinnen oder Gegenstände zu bergen, um aus ihnen zu lernen. Sie sind also zum einen Scholaren und zum anderen kulturelle Führer.
Das zuvor erwähnte Harma ist ein Krummsäbel mit einem Griff aus feinem Holz, der zwei gebogene Klingen an jeder Seite des Griffes birgt und ist die traditionelle und charakteristische Nahkampfwaffe der Waldelfen von Syrlond. Insbesondere die Wächter sind Experten mit dem Umgang dieser exotischen Waffen. Geschmiedet mit Techniken, die über Jahrhunderte perfektioniert wurden, sind diese Schwerter strapazierfähig, scharf und ausgesprochen leicht. Jeder Krummsäbel ist ein Meisterwerk an sich, was sie jedoch zu teuren Waffen macht (100 Goldstücke). Nur wenige haben die Möglichkeit einen zu erwerben. Bei einer Harma-Klinge in den Händen eines Nicht-Elfen wird meistens angenommen, dass diese gestohlen oder von der Leiche eines toten Waldelfen erbeutet wurde. Es kommt vor, dass ein Waldelf von Syrlond sich dazu berechtigt fühlt, die Rückgabe des Schwertes zu verlangen oder den Träger zu einem Kampf herausfordert, um zu erkennen ob dieser würdig ist ein Harma zu führen.
Ein Überbleibsel aus dem Alten Ismyr, auf das die Waldelfen von Syrlond besonders stolz sind, sind die letzten verbliebenen Velaris-Transportspiegel. Es ist von der Existenz von fünf Velaris bekannt, die sich allesamt in Syrlond befinden und die größten fünf Siedlungen miteinander verbinden. Es ist jedoch gut möglich, dass irgendwo im Volothar noch weitere, versteckte Spiegel existieren. Trotz umfangreicher Studien und Untersuchungen, ist die Kunst der Erschaffung neuer solcher Artefakte bis heute unerreicht geblieben und gilt als verloren.
Waldelfen möchten in Harmonie mit ihrer natürlichen Umgebung leben, eine Tradition die sich auch in ihrer Kunst widerspiegelt. Motive von Wurzeln, Ranken, Bäumen und Pflanzen und die Natur selbst, ziehen sich durch alle Kunstgegenstände, Architektur und auch Texte die in Syrlond erschaffen werden. Obwohl Waldelfen nicht herumschweifen wie es Wildtiere tun, geben sie dennoch ihr bestes um geringstmögliche Auswirkungen auf die Natur zu verursachen, eine Tatsache, die sich in ihrer Architektur niederschlägt. Oft sind Waldelfen-Häuser aus unbehauenen Steinen oder sorgfältig behandeltem Holz gebaut. Hier und da gibt es Waldelfen, die sich entscheiden ohne diese Annehmlichkeiten zu leben und ein Leben in den Auswüchsen der Bäume oder überdachten Höhlen verbringen, ganz ohne Möbel oder Besitz, den sie nicht am Körper mit sich tragen könnten. Man sagt, viele ihrer Dörfer ähneln ihrer Umgebung so sehr, dass Fremde manchmal durch sie hindurch wandern, ohne sie überhaupt wahrzunehmen.
Als angeborene Naturfreunde, entscheiden sich die Waldelfen von Syrlond oft für Berufe, die ihnen erlauben nahe zur Wildnis zu bleiben oder ihr Wissen für Holzverarbeitung, die Tierwelt oder der Forstkunst zu benützen. Die Waldelfen aus Syrlond sind mehr als geübt in der Kunst des Krieges, besonders im Bogenschießen. In den Feuern des Zweiten Großen Krieges ging viel ihres arkanen Wissens verloren. Obwohl man sich in den Jahrhunderten nach dem Krieg von den Arkanen Künsten eher zur Naturmagie entwickelte, gibt es immer noch eine stolze Magietradition in Syrlond. Neben Magiern beherbergt Syrlond auch viele Kleriker und zahlreiche Druiden.
Während die Waldelfen aus Syrlond es bevorzugen ihre Umgebungen so gut es geht nicht zu belasten, hat das Volk keine spezielle Abneigung für den Verzehr von Fleisch und sind oft passionierte Jäger. Viele Stunden eines typischen Lebens in Syrlond werden bei der Jagd verbracht, die sowohl eine praktische Aktivität und eine Freizeitaktivität darstellt. Wenn man nicht auf der Jagd ist, vergnügen sich die Elfen aus Syrlond oft gerne unter den höchsten Ästen ihrer Waldhäuser. Die Waldelfen halten für gewöhnlich keine Haustiere, sondern bauen Bindungen zur lokalen Tierwelt auf, ähnlich wie es Waldläufer tun.
Militär
Seit dem Untergang von Ismyr führen die Waldelfen Syrlond jenseits von Stadtwachen und den Wächtern des Waldes keine Armeen mehr. Sollte es zum Kriegsfall kommen, werden Krieger aus der Zivilbevölkerung erhoben. Viele Zivilisten in Syrlond sind sehr geübt im Umgang mit Pfeil und Bogen, da die Jagd ein weit verbreitetes und beliebtes Hobby ist. Im Allgemein waren die Armeen von Syrlond, aber auch von Ismyr, stets für ihre exzellenten Bogenschützen gefürchtet, die ihr Handwerk über Jahrhunderte perfektionieren konnten.
Auch die Wächter des Waldes gelten als Elitesoldaten, die auf dem Schlachtfeld mit ihren doppelschneidigen Harmas einen furchteinflößenden Gegner darstellen.