An der Nordküste von Saxor liegt das stolze Land der reichen Sultane und rauen Scheichs der Wüste – Zarabesh. Eine Seefahrer- und Händlernation mit heißblütigen und frohgesinnten Landsleuten – die ihre Streitigkeiten nur zu gerne per Gift oder Assassinen-Auftrag klären. Es ist bekannt für seinen Reichtum und für dessen Fortschritt in Medizin und Wissenschaft, aber auch für dessen gefährliche Ränkespiele und Intrigen sowie die gnadenlose Al-Fasra-Wüste, die sich im Süden des Landes weit ins Landesinnere erstreckt – in der nur die härtesten Überlebenskünstler und Nomaden zu überleben wissen. Zarabesh ist die Heimat antiker Assassinen-Gilden – beinahe geheiligte Streiter, die die Spreu vom Weizen unter den Politikern trennen, in einem Land in dem der Tod allgegenwärtig ist.
Regierung
Zarabesh wird von einem Sultan aus dem alten Herrschergeschlecht der al-Hakkim (derzeit Jawaad al-Hakkim) von deren Hauptstadt Narra regiert. Ihm obliegt es den Frieden zwischen den stets streitenden und rivalisierenden Stämmen der Zarabeshi und den in der Wüste lebenden Nomadenstämmen zu wahren.
Der Sultan regiert von der Hauptstadt aus, während von ihm eingesetzte und ernannte Vertraute als Verwalter und Regenten der anderen Städte dienen. Sie führen die Politik in den Städten in seinem Namen, müssen jedoch seinen Entscheidungen und Wünschen Folge leisten. Die Nomadenstämme werden von Scheichs regiert, die dem Sultan ihre Treue geschworen haben.
Demographie
Das Volk von Zarabesh teilte sich in diejenigen, die in den Städten leben, und die grimmigen Nomaden, die durch die Dünen ziehen und von den Scheichs der Wüste regiert wurden. Trotz einiger exotischer Völker, die auch die Städte und Wüsten in Zarabesh ihre Heimat nennen, ist es ein von Menschen dominiertes Land.
Die Bevölkerungsaufteilung in Zarabesh ist wie folgt:
- Menschen 62 %
- Tabaxi 10 %
- Elfen 7 %
- Halb-Elfen 6 %
- Thri-Kreen 6 %
- Leonin 4 %
- Sonstige 5 %
Bevölkerung
Die Zarabeshi sind stolz. Sie sprechen mit lauter, schneller Stimme, und in ihren Adern fließt ein heißer Strom, der von der brennenden Sonne erhitzt wird. Sie sind ein energiegeladenes Volk, das vor Leidenschaft und unbezwingbarem Geist nur so strotzt.
Reisende sind oft von ihrer Gastfreundlichkeit und Großzügigkeit Der Zarabesh überrascht. Das Gastrecht gilt als inoffizielles Recht und wird von vielen Zarabeshi an Freunde und Reisende in Not angewendet. Wenn der Gast Brot und Salz empfangen und gegessen hat, steht er unter dem Schutz des Gastgebers und ist durch Sitte und Tradition verpflichtet den Gast Schutz zu bieten und auch Speis und Trank mit ihm zu teilen.
Durch die Ränkespiele und zahlreichen Attentate, insbesondere in der Hauptstadt, sind die Zarabeshi über die Jahre etwas abgestumpft was den Tod und das Sterben angeht. Für viele Zarabeshi ist der Tod eines Adeligen, Politikers oder einer sonstigen Person der Öffentlichkeit nichts Besonderes – sehr zu Verwunderung oder Verstörung von Bewohnern anderer Kulturen. Tod ist in Zarabesh allgegenwärtig und kann jeden Augenblick eintreten – sei es durch ein Attentat oder durch die gnadenlose Hitze der Wüste. Fragt man einen Zarabeshi, sollte man statt über den Tod und das Sterben sich stattdessen lieber Gedanken darüber machen, wie man die Zeit, die einem bis zum Tod noch bleibt, am besten nutzt.
Die Bevölkerung von Zarabesh kann in zwei grobe Volksgruppen eingeteilt werden: die Stadtbewohner und die Nomaden der Wüste. Während die Städter das Leben hinter den Mauern und in den Häusern ihrer Siedlung bevorzugen und das Nomadendasein bereits seit vielen Jahrhunderten hinter sich gelassen haben, sind die Nomaden der Wüstenstämme dem Alten Weg treu geblieben und ziehen bis heute durch die Al-Fasra und trotzen der gnadenlosen Hitze.
Innerhalb jedes Stammes der Wüstenomaden gibt es eine klare Hierarchie. Der Scheich, das unbestrittene Oberhaupt des Stammes, ist der Herrscher. Die Rolle des Scheichs kann viele Namen tragen, aber er ist immer die oberste Autorität. Die zweite Machtposition hat die Ani Mukta inne, die älteste Frau des Stammes, die für Weisheit steht. Sie hat viele tapfere Krieger als ihre persönliche Garde. Die ehrgeizigen und jungen Krieger haben die nächste Stufe der Macht inne, da sie für die Sicherheit des Stammes verantwortlich sind. Viele Stämme betrachten das Pferd als heiliges Tier und lösen Streitigkeiten und Konflikte mit Rennen durch die Wüste. Es gibt Hunderte von verschiedenen Nomadenstämmen. Obwohl sie untereinander einen sehr strengen Ehrenkodex haben, der vielen anderen Kulturen fast rituell erscheinen würde, entstehen zwischen den Stämmen oft bittere Rivalitäten und Blutfehden wegen der kleinsten Dinge. Sie sind Meister des Überlebens in der Wüste, und jeder fremde Entdecker, der in den unerbittlichen Wüsten ihres Landes überleben will, braucht einen Nomadenführer, um am Leben zu bleiben. Diese abgehärteten Menschen können monatelang in der tiefen Wüste leben, indem sie von Oase zu Oase reisen, nach den Sternen navigieren und wissen, wie man die schlimmsten Gefahren der Wüste umgeht. Manche Nomadenstämme sind auch zu Recht als Räuber und Banditen gefürchtet, denn in der Kultur mancher Stämme gilt Stehlen als gerecht und rechtschaffen, solange man von einem rivalisierenden Stamm oder Nicht-Zarabeshi stiehlt. Diebstahl innerhalb des Stammes wird am härtesten bestraft.
Geschichte
Die Geschichte von Zarabesh reicht weit zurück. Bis ins späte Erste Zeitalter lebten alle Zarabeshi in Stämmen und führten ein nomadisches Leben in Nord-Zarabesh oder der großen Al-Fasra.
Als der jedoch der Erste Große Krieg anbrach und die Götter ihre Kinder, und auch die Zarabeshi, um ihre Hilfe baten, schlossen sich viele der Zarabeshi ihrer Armee an. In diesem Krieg trafen die Zarabeshi auf viele andere Kulturen, die bereits sesshaft geworden waren und manche von ihnen, nachdem sie die Welt und deren großen Städte sahen, beschlossen ebenfalls sich anzusiedeln. Dies war der Ursprung der Stadtbewohner von Zarabesh und die Aufteilung der zwei großen Lebensweisen des Landes.
Im Folgenden Zeitalter, bis zum Zweiten Großen Krieg, stieg Zarabesh zur See- und Handelsmacht auf und erfuhr einen großen Aufstieg. Zarabesh wurde zu einer wegweisenden Nation in Sachen Medizin und Wissenschaft – wobei man sich der Magie weniger annahm und sich eher den Naturwissenschaften hingab.
Nach 1.000 Jahren des Wohlstandes brach schließlich der Zweite Große Krieg aus und steckte die Welt in Brand. Die Feuer des Krieges gingen auch an Zarabesh nicht vorbei. Viele harte Kämpfe wurden ausgefochten und vor allem die Nomadenstämme verteidigen jeden Zentimeter der Wüste bis zum Letzten man. Man sagt, bis heute findet man noch Ruinen und Kriegsgerätschaften, tief unter dem antiken Sand der Al-Fasra in dieser Wüste, sollte man gründlich genug danach suchen.
In den Jahrhunderten nach dem großen Krieg, war man in Zarabesh vor allem daran interessiert wieder aufzubauen und zu alter Größe zurückzukehren.
Wirtschaft
Schiffshandel oder der Handel per Karawanen sind ein wichtiger Teil der Wirtshaft von Zarabesh.
In Zarabesh selbst werden zahlreiche exotische und köstliche Früchte und Speisen in den Oasen, Palmenhainen oder auf Feldern angebaut. Viele Dinge wie Datteln, Feigen, Bananen oder Passionsfrucht sind in der ganzen Welt bekannt und sehr begehrt und werden auf den großen Bazars angeboten oder per Schiff weiter in andere Ecken der Welt transportiert. Aber auch Hirse und Weizen wird vielerorts in Zarabesh kultiviert.
Die Wüstennomaden leben von dem wenigen Ressourcen die die Wüste abgibt. Jedoch bauen sie auch vereinzelt Getreide an und halten sich Tierherden.
Neben den Waren vermieten die Zarabeshi aber auch des Öfteren ihre unvergleichlichen Attentäter an andere Reiche des Kontinents, gegen entsprechende Summen Gold versteht sich.
Geographie und Klima
Zarabesh hat im Norden mediterranes Klima, im Süden extrem trockenes Wüstenklima. An der Küste des Zersprengten Meers 25 °C, im Januar 12 °C; die Niederschläge fallen vorwiegend im Winter. Je weiter man jedoch südlich, Richtung der Al-Fasra, kommt, desto schneller kommt der Übergang zum heißen, trockenen Wüstenklima mit täglichen Temperaturschwankungen bis 20 °C und mehr. Die Temperaturen erreichen im Sommer über 40 °C, im Winter können sie unter 0 °C sinken. Aus der Al-Fasra weht in den Sommermonaten häufig ein trockener, staubbeladener Wind.
Zarabesh hat einen sehr geringen Waldanteil, etwa 80 % des Landes sind nahezu vegetationslos. Im Norden des Landes gibt es noch ein paar zusammenhängende Waldgebiete und dort wachsen auch allerhand mediterraner Sträucher, die das trockene Klima aushalten. Je weiter man in den Süden gelangt, desto mehr geht die Vegetation von Graslandschaften und Steppen in die weitgehend vegetationslose Wüste über. Pflanzen (vor allem Dattelpalmen) wachsen nur in Randzonen und grundwasserbegünstigten Gebieten (Oasen).
An wildlebenden Tieren kommen Gazellen, Wüstenfüchse (Fenneks), Mähnenschafe, Berberaffen, vereinzelt Geparde, Löwen, Bären, Springmaus, Schlangen, Echsen, Skorpione und verschiedene Vogelarten (darunter große Greifvögel) vor.
Kultur
Zarabeshi verfügen über eine stolze Zivilisation und haben große Fortschritte gemacht, vor allem in der Wissenschaft, Medizin und Architektur. Erst wenn man in den südlichen Teil des Landes kommt, hört die Zivilisation auf. In der großen Sandwüste wimmelt es von kriegerischen Nomadenstämmen, die Fremden nicht besonders wohlgesonnt sind. Es ist, als ob das Land in zwei Hälften geteilt wäre. Doch wer ihre Städte besucht, dem bleiben die Farben, Klänge, Gerüche und Menschen für immer im Gedächtnis und im Herzen.
Die Zarabeshi sind ein sehr fröhliches Volk, denn sie lieben Feste und Trubel. Bei ihren Festen fehlt es nicht an Rauschmitteln und Alkohol, die würzige Fleischgerichte und andere köstliche Speisen aufpeppen. Eines der berühmtesten Getränke in Zarabesh ist Tialva, ein bierähnliches Getränk, das jedoch aus Hirse statt aus Weizen hergestellt wird. Ein weiteres sehr verbreitetes Getränk ist Arag, das mit Anis hergestellt wird und sehr stark ist. Das begehrteste Getränk der Zarabeshi ist jedoch zweifellos der Kaffee, der in großen Mengen in alle Häfen der Welt exportiert wird. Rauschmittel werden in Shishas konsumiert und sind in Tavernen und Vergnügungspalästen häufig anzutreffen. Die Zarabeshi haben die Gewohnheit, auf niedrigen Stühlen und Kissen zu sitzen, und herkömmliche Stühle sind in Zarabesh recht selten. Bequemlichkeit ist etwas, das für die Menschen in der Wüste sehr wichtig ist.
Als ein sehr hitzköpfiges Volk, veranstalten viele Adelige und reiche Leute oft und gerne politische Intrigen und Ränkespiele innerhalb des Palastes des Sultans, der eigenen Stämme, Städte und sogar der eigenen Familie. Anstatt solche Meinungsverschiedenheiten durch Krieg, Straßenscharmützel oder Duelle beizulegen, wird in Zarabesh, und vor allem in der Hauptstadt Narra, oft und gerne ein Attentäter konsultiert. In Narra finden täglich oft mehrere Attentatsversuche statt. Es ist üblich und nichts Besonderes im Leben der Zarabeshi, dass Klan-Anführer oder andere wichtige Personen des Reiches von Meuchelmörder vergiftet, erstochen oder auf andere, oft sehr kreative Weise, ermordet werden.
Der Beruf des „Assassinen“, wie Attentäter und ähnliches in Zarabesh genannt werden, gilt in Zarabesh als sehr ehrbar und man erhält großes Ansehen, wenn man sich einer der traditionellen Attentäter-Gilden anschließen darf. Es gibt insgesamt fünf uralte Assassinen-Gilden in Zarabesh, welche von der Bevölkerung sehr geschätzt und respektiert werden. Zweitklassige selbsternannte Attentäter, die keiner offiziellen Assassinen-Gilde angehören, und somit nicht als echter „Assassine“ gelten, werden jedoch vom Volk als unehrbares Pack verabscheut und gehasst. Sie sind jedoch meist billig für ihre Dienste zu erwerben.
Nicht selten wird ein Assassine angeheuert um den Assassinen zu ermorden, der auf einen selbst angesetzt wurde. Solche Situationen können manchmal zu wahren Verkettungen von Attentaten führen, in die mehrere Attentäter verwickelt sein können. Es gibt Geschichten von über 20 Assassinen, die sich in einer wirren Verkettung von Aufträgen gegenseitig ausschalten sollten. Die traditionellen Assassinen-Gilden setzen jedoch nie Attentäter auf Mitglieder der eigenen Gilde an, egal wie viel Geld geboten wird. Nur für Assassinen anderer Gilden werden Aufträge angenommen. Dies schreibt ihr strikter Assassinen-Kodex vor.
Die Assassinen-Gilden bieten mehrere Dienste an. Von Attentaten in der Öffentlichkeit wo jedermann zusehen kann, bis hin zu ausgelösten „Unfällen“. Traditionell wird jeder Auftrag in verschiedenen Tarifen angeboten. Das bedeutet, dass jemand einen Assassinen zum Beispiel für einen Attentatsversuch anheuert. Scheitert dieser, was zwar selten, aber dennoch vorkommt, so muss man ihn erneut anheuern. Man kann die Anzahl der Versuche vor Vertragsabschluss bestimmen, was sich auf den Preis auswirkt. Auch kann man ausmachen, dass jemand unter allen Umständen tot sein muss. Das bedeutet der Assassine hat eine uneingeschränkte Anzahl an Versuchen sein Ziel auszuschalten und stoppt nicht bevor die Zielperson tot ist. Solche Vertragsklauseln sind aber auch dementsprechend sehr teuer. Wie riskant der Auftrag und wie wertvoll das Ziel ist, beeinflussen den Preis ebenfalls.
Assassinen haben einen fast rituellen Status inne. In den Augen der Zarabeshi sortieren sie die schwachen Anführer von den starken aus. Das führt dazu, dass es in ganz Volothar keinen anderen Ort gibt wo es so viele Assassinen-Gilden, Meuchelmörder und Giftexperten gibt wie in Zarabesh. Lediglich dem Sultan, als fast heiliger Herrscher geltend, darf laut Assassinen-Kodex kein Haar gekrümmt werden – was in der Geschichte jedoch so manchen tollkühnen Zarabeshi nicht daran hinderte, diese heilige Regel dennoch zu versuchen zu brechen.
Die Eheschließungen der Zarabeshi unterscheiden sich etwas von denen der Bewohner anderer Kulturen. Unter den Adligen sind die ehelichen Beziehungen recht unterschiedlich und vor allem durch Polygamie gekennzeichnet. Wie das gemeine Volk unterhalten sie technisch gesehen monogame Beziehungen, da die Adligen nur einmal heiraten können und außerdem schwören, "vor dem Volk von Zarabesh gerecht zu herrschen und zu dienen", was aber nicht bedeutet, dass adlige Männer und Frauen keine Beziehungen zu anderen Menschen haben, insbesondere zu denen, die einen eigenen Harem haben. In Zarabesh herrscht eine freizügigere Sexualität, und gleichgeschlechtliche Beziehungen oder eine Vorliebe für beide Geschlechter werden nicht verachtet.
Die Zarabeshi sind große Seefahrer und fischen seit vielen Jahrhunderten in den angrenzenden Meeren und treiben Handel nach Süden entlang der Küste, nach Norden nach Khorvir und nach Westen bis nach Dossyr. Dank ihrer unübertroffenen Beherrschung der Seefahrt gelang es den Zarabeshi, viele Handelsrouten in die fernsten Länder der Welt zu etablieren. Der wirtschaftliche Aufschwung von Zarabesh führte dazu, dass sich das Volk der schönen Künste in Poesie, Alchemie, Medizin und Architektur widmete und so einige der bedeutendsten Dichter, Ärzte, Zauberer und Architekten der Welt hervorbrachte. Die zarabeshi Philosophen beobachten den Nachthimmel, um die Geheimnisse der Welt zu entdecken.
Für die Zarabeshi ist die Kleidung äußerst wichtig. Richtig gekleidet zu sein und auch bestimmte Schmuckstücke zu tragen, ist ein Zeichen von Gelassenheit und Anstand. Die zivilisierten Völker müssen sich als solche kleiden, und ein Verstoß gegen diese Regel ist eine Beleidigung für alle ihre Landsleute, deshalb achten die Zarabeshi sehr auf ihr Aussehen und ihre Kleidung.
Die Zarabeshi kleiden sich meist mit eleganten Turbanen, weiten Ärmeln, die am Oberarm durch Armbänder, Schmuck, Ornamente und verzierte Seidenstücke zusammengehalten werden. Viele schützen sich mit robusten Lederstiefeln, gekreuzten Dolchen, deren Griffe mit Juwelen und Edelsteinen besetzt sind, und hohen Schulterpolstern. Die zarabeshi Kaufleute hingegen tragen lange Gewänder aus dunklem Stoff, kunstvolle Turbane und tragen Schmuck, wenn sie können. Die zarabeshi Frauen haben die Tradition, exotische Frisuren mit Stirnbändern und Schmuck aus Gold und Silber zu tragen, weite Hosen zu tragen und ihre Bäuche offen zu zeigen, indem sie ein Bedlah tragen. Die zarabeshi Frauen tragen oft ein Armband oder Fußkettchen, ein Schmuckstück, das am Hand- oder Fußgelenk getragen wird. Sie können aus massivem Metall oder aus biegsamen, mit Edelsteinen besetzten Ketten bestehen.
Die zarabeshi Gebäude haben oft Kuppeldächer und charakteristische zwiebelförmige Bögen über den Türen. Ein einzelnes Gebäude ist häufig um einen Hof herum gebaut, der einen Garten enthalten kann, wenn der Besitzer wohlhabend ist; ansonsten dient er als Lager- und Arbeitsbereich. Die meisten haben nur ein Stockwerk und sind eher aus Ziegeln als aus Stein gebaut. Wenn sich ein Gebäude von den anderen abhebt, dann sind es zweifelsohne die Paläste. Sultane, Prinzen und Emire leben in riesigen Palästen aus weißem Stein, die von gigantischen goldenen Gewölben gekrönt werden. Ihre Größe ist absolut kolossal, mit Dutzenden von Gärten und Räumen im Inneren. Ihre Pracht erhebt sich über den Rest der Gebäude und bekräftigt die Macht derer, die sie bewohnen.
Zararbeshi haben eine besondere Art von Floskeln entwickelt, die weitverbreitet und gerne benutzt wird. Die Floskel besteht, abhängig nach Geschlecht der angesprochenen Personen, aus "Vater/Sohn/Meister/Besitzer" und danach "von/der". Angefügt wird ein Tugend, Laster, Sinnbild oder sonstige Eigenschaft, die verdeutlichen soll, wie man über die Person denkt, beziehungsweise, dass etwas aus deren Verhalten hervorheben soll. Ein Beispiel wäre, dass ein Händler, der soeben ein lukratives Geschäft am Bazaar abgeschlossen hat, seinen Kunden "Sohn des Goldes", "Vater der Großzügigkeit" oder "Meister der Leichtgläubigkeit" nennt, je nachdem was der Händler hervorheben möchte. Diese Art von Floskeln können sowohl als Kompliment als auch als Beleidigung verwendet werden und wirken auf Reisende oft etwas befremdlich.
Militär
Die Emire von Zarabesh und der Sultan sind stolz auf ihre Truppen und insbesondere auf ihre Kavallerie, so dass keine Kosten für ihre Ausrüstung und ihren Unterhalt gescheut werden. Die Pferde von Zarabesh sind anmutige und schnelle Geschöpfe und werden sehr geschätzt. Die besten zarabeshi Fußsoldaten sind ebenfalls gut ausgerüstet, mit Stahlpanzern, scharfen Krummsäbeln, glänzenden Helmen und feiner Seidenkleidung. Diese Haushaltstruppen oder Wachen begleiten die Sultane, wenn sie außerhalb ihrer prächtigen Paläste reisen. Die Loyalität dieser Truppen ist berühmt. Sie werden mit Reichtum, Luxus und Prestige reichlich belohnt.
Die einfachen Fußsoldaten sind schlichter ausgerüstet und tragen in der Regel einfache eisenbeschlagene Speere oder Bögen. Neben diesen regulären Truppen und Garnisonstruppen gibt es noch die irregulären Kämpfer der Wüstenstämme, darunter auch Kamelreiter.
Die Zarabeshi sind in recht formellen Regimentern organisiert und verfügen über eine gute permanente Militärstruktur. Die Zarabeshi haben so viele verschiedene Truppenarten zur Verfügung, dass ihre Taktik von Schlacht zu Schlacht variiert werden kann. Besonders nützlich sind die ungepanzerten Reiter, die in der Lage sind, gegen feindliche Formationen zu plänkeln, während sie darauf warten, deren Linien zu durchdringen und von hinten anzugreifen. Auch Kamele und Elefanten haben ihren Platz. Elefanten sind hervorragende Rammböcke, die gegen massive Blöcke feindlicher Truppen eingesetzt werden können. Die Elefanten können von der zarabeshi Infanterie unterstützt werden, während die Derwische vorausstürmen, um die vorrückenden feindlichen Einheiten zu binden.
In Zarabesh ist eine schwere Rüstung angesichts des unnachgiebigen Klimas unpraktisch. Um sich vor der drückenden Hitze der Sonne zu schützen, tragen sie stattdessen voluminöse Gewänder und Körperbedeckungen, die sie auch schwerer zu treffen machen. Die zarabeshi Krieger tragen weiße oder gebrochen weiße Kleidung, wobei die Turbane innerhalb eines Regiments oft eine einheitliche Farbe haben. Einige Einheiten können ihre Kleidung in leuchtenden Farben über den Tuniken und Hosen tragen. Unter der Tunika wird oft eine Rüstung getragen, die, wenn sie sichtbar ist, aus Stahl besteht und gelegentlich mit Bronze, Kupfer oder Gold verziert ist. Regimentsoffiziere und einige andere Persönlichkeiten können schwarze Kleidung tragen, ebenso wie einige der Wüstenstammesangehörigen. Die Waffen sind aus Stahl. Die Schilde sind im Allgemeinen einfarbig, manchmal mit rot gefärbten Zierquasten aus Pferdehaar. Speerschäfte und Bögen sind von natürlicher Holzfarbe. Die Banner sind einfarbig und tragen in der Regel ein einzelnes Symbol.
Zarabeshi Kaufleute führten den Krummsäbel in Khorvir ein. Obwohl es sich um ein Schwert handelt, verleihen ihm seine gebogene Klinge, die einschneidige Schneide und sein geringes Gewicht Schnelligkeit und Genauigkeit in den Händen eines erfahrenen Kämpfers. Die Stärke der Krümmung variiert beträchtlich, obwohl sie alle gleich effektiv sind. Krummsäbel gibt es wie Schwerter in ein- und zweihändiger Ausführung und mit Klingen von bis zu fast einem Meter Länge.