Die Ödnis ist eine endlose Weite trostloser Wildnis, übersät mit den Ruinen aller Zivilisationen, die jemals existiert haben – oder jemals existieren werden. Die schiere Weite dieser Ebene, ihre ewigen Trümmer und ihre sich ständig verändernde Beschaffenheit untermauern die Überzeugung von Gelehrten wie der legendären Iggwilv, dass die Ödnis, die 100. Ebene, einst ein astraler Bereich war, der in den Abgrund stürzte. Wissenssuchende aus dem gesamten Kosmos sehnen sich nach den längst vergessenen Geheimnissen und Schätzen, die in diesen Ruinen verborgen liegen, doch eine Reise in die Ödnis ist meist eine Reise ohne Wiederkehr. Die Ödnis ist ein einsames Gefängnis, das das Scheitern der größten Träume der Zivilisation widerspiegelt. Wendigos, Kannibalen und untote Ungeheuer spuken in ihrer Wildnis, und die zerstörerischen Kräfte, die den gestohlenen Städten dieser Ebene den Untergang bescherten, beflecken ihre Ruinen.
Die Landschaft hier befindet sich in einem Zustand ständiger Veränderung, was die Orientierung nahezu unmöglich macht. Wie Reisende auf dem Astralmare müssen sich auch Entdecker in der Ödnis mit Willenskraft ihrem Ziel entgegenbewegen. Nur durch beharrliches Suchen und Zielstrebigkeit können Reisende ihr angestrebtes Ziel erreichen. Wer dabei scheitert, geht in den Ruinen der Geschichte zugrunde.
Besonderheiten und Gelände
Schwelende Ebene
Verkohltes Ödland
Im Verkohlten Ödland stehen verkohlte Gebäude, auf deren Wänden die psychischen Schatten ihrer früheren Bewohner für immer eingeprägt sind. Magie von unermesslicher Zerstörungskraft wurde gegen diese Städte entfesselt, ihre Bewohner wurden vernichtet oder in abartige Monster verwandelt. Ddas Verkohlte Ödland ist von gefährlicher Strahlung durchdrungen.
Land der Toten
Tagsüber stehen die Städte im Land der Toten unversehrt und friedlich da. Ihre hohen Türme ragen gen Himmel, doch auf den leeren Straßen regt sich kein Lebewesen. Bei Nacht verwandeln sich die Stadtlandschaften wieder in Ruinen, und Horden von Untoten quellen aus ihren Fundamenten hervor.
Pestruine
Metropolen, Städte und Ortschaften, übersät mit Leichen, sind über die Ödnis verstreut. Dichter Staub weht mit dem Wind durch diese offenen Gräber und verströmt den Geruch von Blut und Tod.
Orte
Die Ödnis ist eine trostlose Wildnis, durchsetzt mit zerfallenen Stadtlandschaften. In den Trümmern dieser einst so großartigen Siedlungen lassen sich unzählige Wunder entdecken.
Zerstörte Portale
Die fortschrittlichsten Städte, die in die Ödnis beschworen wurden, verfügten über Portale, die sie mit anderen Orten in den Ebenen verbanden. Die meisten dieser Tore wurden durch weltliche Magie angetrieben, einige jedoch mit komplexen arkanen Technologien erbaut. Solche Portale wurden unbrauchbar, als ihre Städte in den Abgrund gezogen wurden. Einige dieser Portale lassen sich mit arkanen Komponenten, die in nahegelegenen Dämonenhöhlen versteckt sind, reparieren oder durch Fertigkeitsherausforderungen reaktivieren. Im Laufe der Jahre ist es einigen gewieften Abenteurern gelungen, Portale kurzzeitig wieder zum Leben zu erwecken und sie zu nutzen, um aus der Ödnis zu entkommen.
Orte gefesselter Dämonen
Dämonen werden manchmal wegen Vergehen gegen mächtigere Herren in die Ödnis verbannt. Abgelegene Ruinen, faulige Teiche, tote Bäume und andere Orte werden zu Gefängnissen dieser Ungeheuer, die als ewige Strafe für ihre Ungehorsamkeit oder ihre Verbrechen magisch an solche Stätten gebunden sind. Obwohl sie durch ihre endlose Gefangenschaft oft in den Wahnsinn getrieben werden, lassen sich diese Dämonen manchmal dazu überreden – oder zwingen –, Informationen preiszugeben.
Große Ruinen
In der Ödnis zerfallen weitläufige, von Dämonen heimgesuchte Metropolen in Trümmer. Die Ruinen aller großen Städte außer Sigil befinden sich auf dieser Ebene. Abenteurer, die die Ödnis erkunden, sollten auf die großen Ruinen einer oder mehrerer ihnen bekannter Städte stoßen.
Große Ruinen sind die Domänen der mächtigsten Dämonen der Ödnis. In dieser Ebene gefangen, greifen die Unholde einander und die Siedlungen der Sterblichen an, die wie Unkraut um die Ruinen herum wachsen. Die Dämonen hoffen, auf diese Weise genug Macht zu erlangen, um Oublivaes Gunst zu gewinnen, da sie glauben, dass die Königin der Verwüstung die Stärksten mit der Macht belohnt, die es ihnen ermöglichen könnte, aus diesem verfluchten Reich zu entkommen.
Die Schwebenden Königreiche
Kleine Netzwerke von Siedlungen schweben wie Blasencluster über der Ödnis. Sie bilden spiralförmige Bögen, die den Markierungen auf Oublivaes Körper nachempfunden sind. Die Bewohner dieser schwebenden Siedlungen wissen nicht, dass sie im Abyss leben. Für die Menschen der Ödnis ist das Leben ein dunkler Traum. Dämonen, die darauf hoffen, sterbliche Seelen zu verschlingen, versammeln sich vor ihren Toren, und der einzige Weg, die Ungeheuer zu besiegen, besteht darin, immer wieder zurückzuschlagen. Aus diesen Zivilisationen gehen heilige Krieger hervor, die zu Heiligen und Helden werden. Die Hoffnungen dieser Krieger ruhen auf der abscheulichen Oublivae, die sie als den gesegneten Engel kennen. Sie allein verleiht ihnen die Kraft, die Dämonen abzuwehren und die Nacht zurückzudrängen.
Den Ältesten der Siedlung zufolge stammen die Dämonen aus der Wildnis unterhalb der schwebenden Königreiche. Sie entspringen den Leichen der Städte, die vom Himmel fielen, als die Vorfahren der Bürger von der vollkommenen Führung des gesegneten Engels abkamen. Ihren Lehren zufolge brodelte das Böse aus großen Gruben an der Oberfläche hervor, und es muss wieder zurückgestoßen werden, bevor ein glorreiches neues Zeitalter anbrechen kann.
Die Festung der Vergessenen
Die Festung der Vergessenen, die im sich wandelnden Herzen der Ödnis immer wieder auftaucht und wieder verschwindet, ist eine uralte Ruine, von der man sagt, sie sei Oublivaes Machtzentrum. Wenn die Festung erscheint, manifestieren sich Dutzende riesiger, rechteckiger Gruben in der Oberfläche der Ödnis unter ihr. Jede dieser Gruben – nach der Königin der Verwüstung „Oubliettes“ genannt – ist hundert Fuß breit und zweihundert Fuß lang und mit schwärzestem Obsidian ausgekleidet. Rechteckige Gänge durchziehen die Wände der Gruben und führen zu unbekannten Zielen, während die Oubliettes in bodenlose Dunkelheit hinabreichen.
Wenn Oublivae zornig ist, stürzt sie ihre Feinde in die schwarzen Tiefen, wo ihre Schreie im Nichts verhallt. Gelegentlich begeben sich mutige Entdecker freiwillig in die Oubliettes, um die steilen Wände der Gruben zu erklimmen und die dunklen Gänge zu erreichen, die sich durch den Obsidian schlängeln. Manche Weisen glauben, dass die noch immer lebendigen Erinnerungen an die Städte, die von der Ödnis verschlungen wurden, in der tiefen Dunkelheit der Oubliettes wie Diamanten funkeln und den Weg zu einer unendlichen Anzahl von Orten in Zeit und Raum weisen. Von einigen Gängen ist bekannt, dass sie zur Ebene der Tausend Portale, zu den Verstecken grausamer Dämonen und anderer Kreaturen sowie zu anderen Ebenen führen. Mindestens ein solcher Pfad führt zu Oublivaes geheimem Reich tief unter der Oberfläche der Ödnis.
Bewohner
Humanoide, die durch die Katastrophe, die ihre gefallenen Städte heimgesucht hat, auf schreckliche Weise entstellt wurden, irren wahnsinnig durch die Einöde der Ödnis. Sie haben keine wirklichen Wünsche, Sehnsüchte oder Gedanken jenseits des wahnsinnigen Drangs zu zerstören. Sie sind nicht die einzigen Wesen, die hier gefangen sind. Mächtige Dämonen binden manchmal Diener oder Rivalen als Strafe an bestimmte Orte in der Ödnis. Diese gebundenen Dämonen verlieren mit der Zeit ihren Verstand.
Die zahlreichen untoten Kreaturen dieser Ebene sind die zurückgelassenen Überreste einst mächtiger Zivilisationen. Sie sehnen sich nach dem Leben, das sie einst führten, und wollen die Glut der Lebenskraft verschlingen, die die Herzen der Lebenden erwärmt. Auch andere Dämonen dürsten nach den Lebenden und dringen in die Wildnis vor, auf der Suche nach schlecht verteidigten Ruinen oder Siedlungen der Sterblichen. Diese Dämonen verschonen Helden, die sie in der Ödnis antreffen, sofern diese schwören, ihnen beim Sturz einer von anderen Dämonen bewohnten humanoiden Stadt oder Ruine zu helfen.
Lykanthropenstämme beherrschen die dichten, düsteren Wälder der Ödnis. Diese Kreaturen jagen in humanoider Gestalt, um ihre Beute anzulocken, und verwandeln sich dann, bevor sie zuschlagen. Sie bemalen sich mit dem Blut ihrer Opfer in den spiralförmigen Mustern von Oublivae, den sie dafür preisen, dass er ihnen Nahrung schickt.