1. Journals

44: Willkommen in Westbridge

August 22, 2020

Die treue Gefolgschaft von Vicven und seinen tapferen Recken ist auf dem Weg nach Westbridge. Der Weg führt sie vom “Turm von Thomas und seinen Gefährten zuerst durch Red Larch, wo sie sich mit Proviant eindecken. Danach geht es auf dem alten Handelsweg The Long Road, welcher Waterdeep im Süden und Mirabar im Norden verbindet, weiter. Der Weg führt sie durch die Somber Hills. Schmale, windige Brücken führen sie über weite Canyons und hier und da kreist ein Geier auf der Suche nach einem unglücklichen Reisenden. Doch die Reise verläuft ohne Zwischenfälle. Als die Abenteurer am frühen Morgen des dritten Tages ihr Camp abbrechen und weiterziehen, sehen sie schon bald, dass sich die Landschaft verändert. Weite Felder breiten sich nun in alle Himmelsrichtungen aus. Was den Gefährten sofort auffällt, ist der riesige Wald, welcher sich nordwestlich über den ganzen Horizont erstreckt. 

“Ahhh Kryptgarden Forest”, brummt Harinder Shankar fasziniert. “Heit dir gwüsst, dass dä Waud o ungerem Name “Tsordvudd” bekannt isch gsi? Im Jahr vom Sunneufgang, 1303 DR (Dale Reckoning), het dert ä grüene Drache namens Claugiyliamatar ghuset! Öb sich d Bewohner vo Westbridge äch no chöi dra erinnere?” Zweifel macht sich in seinem Gesicht breit. 

Nachdem sie ein paar Stunden auf der lauschigen Landstrasse gereist sind, taucht Westbridge vor ihnen auf. Am Dorfrand bemerken sie eine junge Frau mit zwei kleinen Kindern, welche in ihr Spiel vertieft sind. Die Frau ist sehr attraktiv, mit langen dunklen Locken die von einer blauen Schleife zusammengehalten werden. Sie hat einen dunklen Teint und sieht in den einheimischen Bauernkleidern der Umgebung etwas exotisch aus. Sie trägt einen kleinen Korb mit frischem Obst . Als sie sich umdreht und die ungleiche Truppe herannahen sieht, weiten sich ihre Augen und ihr entfährt ein kleiner Schrei. Die Kinder rennen sofort hinter sie und klammern sich ängstlich an ihren Beinen fest. Vicven versucht sogleich die Situation zu entschärfen und stellt sich und die Gruppe vor. Die junge Frau beruhigt sich schnell wieder und stellt sich als Marisa Torella, die Lehrerin des Dorfes, vor. Sogleich beginnt sie die Abenteurer mit Fragen zu löchern. Die Kinder namens Lana und Sorin sind ebenfalls fasziniert von den Neuankömmlingen. Lana streckt dem zweiköpfigen Oger namens Zsombor&Csombor ihre Puppe hin und als dieser sie nimmt, ansieht und wieder zurückgibt, kreischt sie vergnügt . Währenddessen erkundigt sich der kleine Sorin beim Knappen Vicven nach dessen viel zu grossen Helm, Vicven gerät in Erklärungsnot. Marisa ist mittlerweile viel lockerer geworden und will den Abenteurern helfen eine Übersicht über die Stadt zu bekommen . 

Zusammen laufen sie los.


Vom Süden her zeigt sie ihnen das Hospiz, die Stallungen und das Haus des Schreiberlings Balasar Kimbatuul, ein alter Dragonborn, der alles über die Geschichte von Westbridge und dessen Umgebung zu wissen scheint. Harinders Augen glänzen und er schaut lange über seine Schulter zurück als die Abenteurer weiterziehen. 


Gerade als Marisa ihnen den Kleiderladen von Nils Wilson zeigen will, hören sie einen Schrei. Vor der Türe eines grossen Gasthofs sehen sie einen kleinen Halbling mit grau-melierten Haaren und teuren Gewändern, umringt von 3 grossen, finster dreinschauenden Männern. Einer von ihnen packt ihn am Kragen und redet leise auf ihn ein. Plötzlich schiesst Marisa neben den Abenteurern vorbei richtung Gasthof und beginnt mit ihren Fäusten auf den Mann einzuschlagen der den Halbling hält. Dieser lässt ihn verdutzt los und schlägt Marisa dann mit einer saftigen Zuhälter-Schelle zu Boden. Ihre Kinder beginnen zu weinen. Vicven baut sich vor den Männern auf. So ein frevelhaftes Verhalten darf er nicht durchgehen lassen! Er befiehlt den Männern, mehr oder weniger überzeugend, sofort damit aufzuhören. Die Männer blicken verwirrt auf die seltsamen Neuankömmlinge: Zuvorderst, ein Jüngling mit einem viel zu grossen Helm, neben ihm ein scheinbar gewöhnlicher Bauer mit einer sauren Miene und einer Mistgabel in seinen Händen. Auf der anderen Seite steht eine grosse nordische Frau mit silbernen Augen und Haaren, in Fellen gehüllt. Neben ihr eine Halbelfin mit zwei unterschiedlichen Augenfarben, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen. Der Blick der Männer wandert herunter und sie sehen eine kleine Gnomin mit seltsamen Blättern als Bekleidung. Die Männer wollen schon loslachen, doch als sie hinter der Truppe einen Elfen in voller Kriegsmontur, einen riesigen zweiköpfigen Oger mit einer mannshohen Waffe und einen hünenhaften Elefantenmenschen in einer goldigen Rüstung sehen, bleibt ihnen das Lachen im Hals stecken. Der Mann, welcher Marisa zu Boden geschlagen hatte, befiehlt seinen Schergen das Weite zu suchen. Einer von ihnen spuckt angewidert zu Boden, der andere starrt mit einem unheimlich lüsternden Miene auf Marisa, welche ihre Hand an die Wange gespresst hält


Die Männer verlassen die Gruppe in östlicher Richtung. Der Halbling stellt sich als Ghaliver Longstocking vor. Er ist der Besitzer des Gasthofs und bittet die Abenteurer einzutreten, damit sie reden und nebenbei frühstücken können. Marisa sammelt ihre Kinder und den heruntergefallenen Korb mit Früchten ein und verabschiedet sich mit den Worten, dass sie noch etwas Mehl bei Rob Carlile kaufen will. Sie verlässt die Gruppe in nördlicher Richtung. Beim Eintreten strahlt Harinder als er das Schild des Gasthofs sieht. “"Green Dragon”! Schynbar hei d Lüt hie doch no nid aues vergässe! Ha!” 


Ein angenehmer Duft steigt ihnen entgegen als sie den Gasthof betreten. Alles ist sauber geputzt und schön eingerichtet. Teure Bilder und Jagdtrophäen zieren die hohen Wände. “Rosie, mir hei Gescht!” Rosie ist eine rotwangige Halbling Dame mit einem runden, gutmütigen Gesicht. “Scho so früeh! Jesses Marei Ghaliver!” Sie ruft sogleich ein paar Kommandos zu ihren Halbling Helferinnen namens Dina und Lorna und verschwindet wieder in der Küche. In der Ecke bemerken sie einen alten Halbling der stoisch den Boden sauber fegt. “Ah, das isch mi Uncle, dr Bertie Longstocking”, hinter vorgehaltener Hand erklärt er der Gruppe, dass er ein guter Kerl ist... aber nicht grad der….naja...Hellste!” Bertie wischt unbeirrt weiter und bemerkt die vorsichtigen Blicke der Abenteurer nicht.

Zsombor und Csombor lassen sich nicht lumpen und verlangen vom Ghastgeber Ziegenfleisch, aber dalli! Das Ziegenfleisch existiert leider nicht aber Ghaliver kann sie mit frischem Speck vertrösten. 


Als die Speisen zubereitet werden, erfahren sie von ihrem Gastgeber, dass diese grobschlächtigen Männer das ganze Dorf terrorisieren. Angefangen hatte alles vor etwa 2 Wochen, als das Dorf urplötzlich von ein paar Kultisten, mit steinern und feurigen Emblems auf ihren Rüstungen, angegriffen wurde. Sie wären aus heiterem Himmel ins Dorf gekommen und hätten begonnen Häuser anzuzünden. Doch gleich darauf ist eine Gruppe von Männern, schwer bewaffnet und mit schwarzen Bändern um ihre Oberarme gewickelt, herbeigeeilt und hätten die Kultisten in die Flucht geschlagen. Alle seien froh über die Hilfe dieser Männer gewesen, welche sich übrigens “die Bruderschaft” nennt. Seit der Beschützer des Dorfes, ein heroischer Paladin namens Uther Bergkamp, vor etwa einem Monat verschwunden ist, sei das Dorf Angriffen schutzlos ausgeliefert. Somit hätten sie diese Männer fürstlich entlöhnt. Dies war aber wohl ein Fehler gewesen, den nun kämen sie alle paar Tage ins Dorf und belästigen die Dorfbewohner. Sie wollen, dass sie ihnen Schutzgeld bezahlen, damit sie vor weiteren Angriffen geschützt sind. “I wirde die Bastarde nümme bezahle, dass ha ig ihne hüt is Gsicht gseit!” Entfährt es dem Halbling. Scheinbar haben diese Gauner nicht nur ihre Hunde auf die Hühner von Holg, dem Geflügelhändler  gehetzt, sondern auch den armen Nils Wilson spitalreif geschlagen. Dieser sei nun im Hospiz und wird von Varis Galanodel gepflegt. 

Die Abenteurer erklären Ghaliver dass es etwas sehr auffällig ist, dass diese Halunken gleich zur Stelle waren, als diese Kultisten angegriffen hatten. Ghaliver hat mittlerweile auch das Gefühl, dass diese Kultisten wohl mit der Bruderschaft zusammenarbeiten oder sogar verkleidete Mitglieder der Bruderschaft sind. Die Gruppe fragt Ghaliver was es mit dem Verschwinden des Paladins auf sich hat und erfahren, dass er daran war den alten Steinkreis westlich des Dorfes zu begutachten. Es seien dort seltsame Vorkommnisse vorgefallen. Manche Menschen behaupten sogar dass es dort spuke... Ghaliver setzt ein entschuldigendes Lächeln auf, als er ihnen erklärt, dass auch sein Onkel Bertie diese Geschichte erzählt. Vicven und seine tapferen Recken bitten Bertie rüberzukommen um ihnen zu sagen was er dort gesehen habe. “Het glüüchtet”. Als die Gruppe wissen will in welchem Licht, erfahren sie von ihm “wie Öpfle”. “Rot?” Fragt Felyanar mit hochgezogener Augenbraue. “Nei, wie Öpfle.” “Grüen?” “Ja.” Mehr kann er ihnen dazu nicht sagen und die Gruppe verliert das Interesse. 


Als die Abenteurer ihr reichhaltiges Frühstück beendet haben (alles gratis, ein Geschenk des Hauses für ihre Hilfe!) erfahren sie vom Halbling, wo sich welche Geschäfte im Dorf befinden. Da sie viele Waren zum Verkaufen haben und es schnellstmöglich hinter sich bringen wollen, brechen sie auf. Harinder verabschiedet sich aber vorerst von der Gruppe, da er dem Schreiber Balasar einen Besuch abstatten möchte. Gerade als die Gruppe sich entscheidet den Rüstungsschmied als erstes aufzusuchen, bemerkt Tilda eine Bewegung in ihrem Augenwinkel. Sie sieht zwei Männer mit schwarzen Binden, welche sich vor der Taverne Die Drei Sirenen flüsternd unterhalten. Daraufhin verlässt einer von ihnen die Taverne und verschwindet hinter dem Haus. Der andere geht wieder rein. 


Es stellt sich heraus, dass der Rüstungsschmied ein uralter Zwerg namens Ulfgar Greyshield ist. Sein Rücken ist gebückt und die schneeweissen langen Haare sind in einem Zopf zusammengebunden. Der weisse Schnauzer hängt ihm bis zum Bauch. 

Ulfgar ist an den Schuppenrüstungen der Abenteurer nicht wirklich interessiert und gibt ihnen dafür nur das Minimum des Warenpreises. Für die Splint-Armor aus Stein hat er nur ein zorniges Knurren übrig, was verdächtig nach “Kultiste-Dräck” klingt. Jedoch gefällt ihm das sehr feine Kettenhemd und lässt dafür auch einiges an Geld liegen. Als die Gruppe dem Zwergen erzählen was vor dem Gasthof geschehen sei, erfahren sie von ihm, dass er selber bereits einen Zusammenstoss mit der Bruderschaft gehabt hätte. Ulfgar lässt seinen Unmut über diese Schergen offen aus und erzählt ihnen, dass sie eine Rüstung von ihm gestohlen hätten, weil er kein Schutzgeld gezahlt habe. “We i doch nume no so schnäu wär wie früecher….”


Nachdem sie sich verabschiedet haben, wollen Zsombor und Csombor, begleitet von Felyanar die Mühle aufsuchen um zu schauen ob man dort sachen “mühlen” kann... Zum Beispiel Knochen… o_O ← Diesen Blick erhalten sie vom Besitzer Rob Carlile, der ihnen versucht zu erklären, dass diese Aktion die Lebensmittelschutzrichtlinien verletzen würden! Enttäuscht stossen sie zu den anderen. Vicven und seine Lakaien suchen als nächstes die Schmidin namens Alsbeth Lunhan auf. Sie ist eine ca. 1.85m grosse Frau, anfang 30, muskelbepackt und breitschultrig, mit langen blonden Haaren in mehreren Zöpfen zusammengebunden. Ihr ist die Splint Armor kein Dorn im Auge und lässt dafür auch einiges an Geld liegen. Sie fragt was es mit dem Stab von Helstorm auf sich hat und scheint dafür nicht viel Interesse zu haben. Zsombor und Csombor demonstrieren ihr die Nützlichkeit der Waffe und schlagen ohne Umschweife den eisernen Stab in die Theke der Schmidin. Diese zückt mit einem Aufschrei ihre Axt, geht in eine Kampfhaltung über und schreit den Oger an was ihm eigentlich einfälle! Als dieser ihr dann den Stab unter die Nase hält und erklärt, dass dieser keinerlei Schaden von dieser Aktion genommen hat, vergisst Alsbeth ihren Ärger und beäugt den Stab interessiert. Sie zieht dem Preis noch den Schaden an der Theke ab und übergibt den Abenteurern das Geld. Zsombor und Csombor bittet Alsbeth zudem noch seine Waffe aufzuwerten. Alsbeth freut sich über den Auftrag und bittet ihn in ein paar Stunden wieder zu kommen. Als die Gruppe den Laden verlässt, bleibt Vicven zurück und bezahlt Alsbeth im Voraus für die Waffe. 

 

Die Gruppe geht nun mit ihrem übrigen Plunder zur Bank. Als sie auf die schwere Eisentür einhämmern, hören sie kleine tapsige Schritte, ein kleines Keuchen als etwas gegen die Türe geschoben wird und dann nach einer Weile geht über ihnen ein kleines Sichtscharnier auf und zwei grosse bebrillte Augen starren eulenhaft herunter. “Ja?!” erklingt eine krächzende Stimme. Als die Abenteurer ihr Vorhaben erklären, werden sie von den intelligenten Augen von oben bis unten studiert, dann schliesst sich das Scharnier mit einem Ruck und ca. 5 Schlösser werden von oben nach unten mit hörbaren Schnaufen geöffnet. Danach hören sie, wie die Gestalt nach hinten rennt und nach ein paar Sekunden erklingt ein “Äs isch offe!”. Die Gruppe sieht beim Eintreten, dass der kleine Steingnom sich hinter eine vergitterte Theke zurückgezogen hat. Seine Hände sind ineinander gefaltet und die durchdringenden Augen auf die Taschen der Abenteurer gerichtet. Neben der Türe liegt eine kleine Leiter. Die Abenteurer versuchen nun mit dem Bankier namens Alston Garrick zu feilschen und merken bald, dass dieser ein Profi darin zu sein scheint. Die Gruppe ist dann aber etwas verwirrt, als Alston für einen roten Edelstein, dem Morok bei der Abreise den Wert von 600 Gold gegeben hatte, für 700 Gold kaufen möchte. Als die Abenteurer wissen möchten, wieso dieser so viel Wert habe, lacht er sie aus, dass er ihnen doch nicht ihre Ware erklären müsse. Sie erfahren lediglich, dass es sich um ein Sammlerstück handelt. Sie beschliessen den Edelstein vorerst zu behalten und Harinder über dessen Funktion zu fragen. Die anderen Steine werden an den Mann oder besser gesagt an den Gnom gebracht und da niemand Interesse hat ein Konto zu eröffnen, verlassen sie die Bank und machen sich auf den Schneider Nils Wilson aufzusuchen.


Nils befindet sich zur Zeit noch im Hospice. Als sie dort eintreffen, heisst sie ein Halbelf in hellen sauberen Gewändern willkommen. Er strahlt übers ganze Gesicht als sie sich nach Nils erkundigen. Dieser sitzt im einzigen besetzen Bett mit blauen Flecken im Gesicht und den Arm in einer Armschlinge und schaut interessiert zu ihnen rüber. “Sooo schööön het dr Nils ändlech Bsuech becho, sit dir Fründe vo ihm? Chömet doch ihne und setzet öich zu ihm. Wett öpper Tee?” Varis Galanodels Stimme ist sanft wie Seide und er gleitet hinüber in die kleine Küche um Wasser zu kochen. Nils, obwohl immer noch mit gebrochenem Arm und übersäht mit schlimmen Veilchen, ist bei bester Laune und völlig begeistert von den Federumhängen, welche die Abenteurer mitgebracht haben. Felyanar, der sich zuvor mit einem Umhang eingedeckt hatte, wird von Nils mit Komplimenten überhäuft. “Dä steit öich eifach usgezeichnet! Was fürne Figur dir da drin machet!” Da er kein Bargeld dabei hat, leiht er sich etwas von “seinem guten Freund Varis” aus und bezahlt die Federumhänge. Die Abenteurer suchen nun Ihren Loxodon-Freund auf.


Harinder, der sich prächtig mit Balasar zu verstehen scheint, bittet sie hereinzukommen. Er nimmt noch einmal den roten Edelstein, den Stab und die verzierte Laute genauer unter die Lupe. Bei den ersten beiden Gegenständen kann er nichts magisches erkennen. Die Laute scheint jedoch magisch zu sein. Die Gruppe entscheidet, die Laute zu behalten und die anderen zwei Gegenstände zu verkaufen. Zsombor und Csombor holt seine Keule bei Alsbeth ab und sieht mit Entzücken, dass Alsbeth die Waffe geschliffen und gesäubert hatte und zudem ein kleines Portrait von ihm selber darauf eingraviert hat.   

Die Abenteurer statten Alston noch einmal einen Besuch ab und versuchen den Edelstein für 700 zu verkaufen. Alston: “I gibenech 600”. Alle: “WAS?! Aber vori isches doch no 700 gsi!” Alston: “Ja, aber dir heit ja nid wöue verchoufe, das Agebot isch nume churz gültig gsi”. 

Den Abenteurer reisst der Geduldsfaden. Zsombor und Csombor haut mit seiner Waffe einmal saftig auf den Tresen. Der Gnom schreit auf und fleht sie an sie sollen ihn am Leben lassen. Er will ihnen sogar noch mehr Geld geben als zuvor ausgehandelt war. Zsombor und Csombor will das aber nicht annehmen. Calilea, zischt unter ihrer Kapuze hervor, ob er denn verrückt geworden sei. Die Abenteurer nehmen schliesslich das Geld und verlassen die Bank. Vicven bleibt abermals zurück und versucht den Schaden etwas gutzumachen und steckt dem Steingnom verlegen etwas Geld “wegen den Umständen” zu.

Die Gruppe hat mittlerweile ihren Plunder verschärbeln können und gehen mit vollen Geldbeutel Richtung Grüner Drache um sich mit einem leckeren Abendessen zu belohnen. Gerade als sie auf die Strasse einbiegen wollen, rennt der kernige Rob Carlile, gefolgt von einer Halbelfin in weissen Gewändern und den beiden Kindern Lana und Sorin an ihnen vorbei. Die Kinder haben rote Köpfe und ihre Augen sind vom Weinen ganz angeschwollen. Die Gruppe rennt ihnen hinterher. Ghaliver sieht sie kommen und empfängt sie auf der Strasse. Ausser Atem erklären Rob und Lina Evans, die Priesterin der Kapelle, dass Marisa verschwunden sei. Sie war mit den beiden Kindern bei Rob einkaufen. Als Rob kurz ins Lager ging um das Mehl zu holen (beide Kinder rannten ihm hinter um die Mühle zu sehen) war sie plötzlich verschwunden. Rob ist ausser sich vor Wut und schreit, dass das bestimmt diese elenden Hunde von der Bruderschaft gewesen waren. Einer dieser Typen hätte schon seit längerem ein Auge auf Marisa geworfen. Rob habe sofort alles abgesucht aber abgesehen von einem am Boden liegenden Korb mit den frischen Zwetschgen, habe er nichts gefunden. Auch die Kinder wissen von nichts und weinen ohne Unterbruch. 

Die Gefährten machen sich sogleich los den Tatort noch einmal genauer abzusuchen und finden tatsächlich Spuren, welche nördlich die Strasse hinauf führen. Doch plötzlich verschwinden die Spuren. Felyanar geht noch ein bisschen weiter den Weg hinauf in den nahen Wald und verläuft sich spektakulär. Nach einer Weile stolpert er über einen Busch und sieht darin die Schleife, welche Marisa am Morgen in ihren Haaren getragen hatte. Durch pures Glück gelingt es Felyanar tatsächlich seinen Weg aus dem Wald zu finden und stösst mit seinem Fundstück zur Gruppe zurück. Diese gehen dann zusammen in den Wald und laufen in einer langen horizontalen Linie durch den Wald um diesen gründlich abzusuchen. Der Wald ist lauschig und schön. Hie und da sehen sie ein Ree aufhorchen und davonspringen. Die Zeit vergeht und nach einer Stunde haben sie weder Spuren, noch sonst etwas gefunden. Da es langsam eindunkelt entscheiden sich die Abenteurer umzukehren. Da ihnen langsam die Optionen ausgehen beschliessen Vicven und seine Recken zurück zum Grünen Drachen zu gehen um einen Plan auszuhecken. 


Archibald und Vicven wollen aber zuerst noch der Taverne  “Die drei Sirenen” einen Besuch abstatten, wo Tilda am Morgen Mitglieder der Bruderschaft beobachtet hatte. Als sie eintreten, schlägt ihnen ein ranziger Geruch von dutzenden ungewaschenen Männern und verschüttetem Bier entgegen. Zu ihrer Überraschung steht jedoch nur ein alter, ausgemergelter Mann mit grauen fettigen Locken hinter der Theke und wäscht schmutzige Kelche aus. Die Taverne sieht sehr alt und heruntergekommen aus und nur ein paar einzelne Kerzen erleuchten den düsteren Raum. Als er sie erblickt, beäugt er sie mit stechenden dunklen Augen und fragt in einer rostigen Stimme, was er für sie tun kann. Sie bestellen je ein Bier. Auf Vicvens Fragen über die Bruderschaft antwortet der Besitzer des Lokals sehr zurückhaltend. Aber in Archibald sieht er gleich einen Verbündeten und als dieser den Tisch mit Vicven verlässt und an die Bar geht, um mit ihm leise über die ganzen Ausländer und fremdartigen Rassen zu reden, traut ihm der Inhaber an, dass er gute Beziehung zu der “Bruderschaft” habe und diese mit dem ganzen “Pack” aufräumen werden. Er sagt auch, dass er für ihn einen Kontakt herstellen könnte. Er solle um 02.00 Uhr nochmals in die Taverne kommen. “Alleini!” Seine Stimme erhebt sich ein wenig und der Inhaber beäugt Vicven, der immer noch alleine an seinem Tisch sitzt, misstrauisch. Archibald versichert ihm, dass er dort sein wird.

Die Gefährten, welche ausser Sichtweite der Taverne auf Archibald gewartet hatten, besprechen sich kurz mit ihm und gehen dann zurück in den Grünen Drachen. Archibald zieht alleine los um sicherheitshalber nicht mehr mit ihnen gesehen zu werden bis 02.00 Uhr. 

Die restliche Gruppe erfahren im Grünen Drachen von Ghaliver, dass der Inhaber, namens Mercer Black, ein Bewohner sei, der Mühe habe mit der neuen Situation des Dorfes umzugehen. Laut ihm seien einfach zu viele “Fremde” im Dorf. Ghaliver selber sei wohl nicht gänzlich unschuldig an dieser Situation. Er habe seine Beziehungen in Waterdeep spielen lassen, um wertvolle Händler hierhin zu bringen um das Dorf aufzuwerten. Und aufgewertet ist es auch! Sie hätten nun sogar eine Tiefling, die einen Gemischtwarenladen im Dorf führt! “Ha! Da cha üses Nachbarsdorf, Appleton, ipacke!” Ghaliver macht eine triumphierende Handbewegung gen Osten. Aber wie auch immer, es seien ja immer mehr Personen abgewandert, manchmal sogar ohne sich zu verabschieden. Das Dorf sei langsam leer geworden. Tilda erzählt daraufhin Ghaliver wie sie gesehen hat, dass die Bruderschaft in “Den Drei Sirenen” verkehrt. Der Halbling sorgt sich um Mercer und fürchtet was der verbitterte alte Mann wohl im Schilde führe.

Als Ghaliver und Rosie nach dem Essen das Geschirr in die Küche bringen, beginnt die Gruppe einen Plan für die Nacht zu schmieden. Sie weihen die Gastgeber vorsichtshalber nicht ein.

Vicven bleibt im Esssaal und macht es sich vor dem Feuer gemütlich, während die anderen zu Bett gehen.


Um 01.45 Uhr verlässt Felyanar sein Schlafzimmer und geht mit leisen Schritten die Treppe herunter. Zu seiner Überraschung warten unten an der Treppe Ghaliver und Rosie mit einer Laterne auf ihn. Der Elf erwartet bereits einen Verrat. Jedoch beichten sie ihm nur, dass sie die Gespräche überhört hätten und dass sie auf sich aufpassen sollten. Sie überreichen ihm einen Heiltrank. “Dä isch zwar nid so guet wie die wo d Orianna i ihrem Lade verchouft aber besser aus nüt. I hoffe dir finget üsi Marisa wieder. I hoffe ihre isch nüt schlimms zuegstosse”. Rosie wischt sich die Tränen, ab während Felyanar den Trank entgegennimmt und den Gasthof verlässt. Der Elf schleicht sich zur Taverne und hält hinter ein paar alten Fässern Ausschau. Archibald klopft pünktlich um 02.00 Uhr an der Türe der “Drei Sirenen”. Mercer hat ein aufgeregtes Leuchten in den Augen, als er ihn herein bittet. Mit der Laterne leuchtet er auf die Strasse um zu sehen ob ihm jemand gefolgt ist. Er schliesst die Tür. Ganz hinten im Saal sitzt ein bulliger Typ mit einem schwarzen Armband und trinkt sichtlich gelangweilt sein Bier. Als Mercer Archibald in einer aufgeregten Stimme vorstellt, beäugt der Soldat den Bauern von oben bis unten und verzieht verächtlich seinen Mund. “Auso guet, dä chöi mir ja ändlech gah”. Mercer eilt den beiden voraus und zu Archibalds erstaunen, führt er sie in einen kleinen Nebenraum und hebt einen alten Teppich. Darunt befindet sich eine schöne mit Drachen verzierte Falltüre.


Archibald ist etwas mulmig zumute, als er dem Soldaten durch den Tunnel folgt. Der Tunnel scheint vor langer Zeit gebaut worden zu sein und ist erstaunlich gut in Stand gehalten. Alle paar dutzend Meter ziert wieder eine alte Malerei oder ein Bild die Wand. Manchmal sind es seltsame Symbole, häufig sind es Ritter auf Schlachtrössern und immer wieder das Bild eines riesigen grünen Drachens. Wortlos folgt Archibald dem Soldaten. Nach gefühlten Stunden geht der Weg langsam nach oben und ein flackerndes Licht macht sich am Ende des Tunnels bemerkbar. 


Felyanar sitzt immer noch hinter den Fässern als er knarrende Schritte im innern der Taverne feststellen kann. Ein Blick durch das Fenster verrät ihm, dass jemand mit einer Laterne die Treppe hochsteigt. Nach einer Weile erlischt das Licht. Etwas verwirrt, bewegt sich der Elf der Hauswand entlang und sucht einen Eingang. Leider sind alle Fenster und Türen verschlossen. Etwas verzweifelt kehrt er zum Grünen Drachen um und holt sich Rat bei Vicven, der noch nicht geschlafen hatte. 

Bald darauf finden sie sich in einer Situation wieder wo Vicven an die Türe klopft und Felyanar in einen Busch springt. Fluchend stolpert Mercer die Treppe herunter und hält dem Knappen die Laterne ins Gesicht. Vicven improvisiert und fragt ob er die Toilette vom Wirten benutzen könnte. (Allgemeines Fluchen). Mercer führt ihn dann tatsächlich zu der Toilette, welche sich aber nicht im Innern sondern hinter dem Haus befindet. Felyanar nutzt die Gelegenheit um sich in dieser Zeit ins Haus zu schleichen. Da er aber dort nichts auffälliges findet, rennt er wieder aus der Taverne und zurück ins Gasthaus. Vicven geht kurz danach auch zurück. 

 

Archibald hört eine immer lauter werdende Kakophonie von Männerstimmen, Gebrüll, Gelächter, Hundebellen und das Scheppern von Geschirr. Als sie den Tunnel verlassen, blickt Archibald nach hinten und sieht, dass der Ausgang in eine Höhlenwand gehauen wurde, verziert mit einem grünen Drachen auf dem Balken. 

Der Soldat zeigt Archibald einen Stuhl in der Nähe des Feuers und verlässt diesen. Archibald sieht wie er einen grossen, muskelbepackten Mann, in einer Ritterrüstung, ansteuert und Bericht erstattet. Der Mann hat ein kantiges, glattrasiertes Gesicht und eiskalte blaue Augen. 

Archibald wird plötzlich seiner Umgebung bewusst und bemerkt wie die anderen Soldaten ihn beäugen und hämisch dessen Bauernkleider kommentieren. Archibald bleibt freundlich und versucht das Chargon der Soldaten zu kopieren. Plötzlich verstummt das Gelächter und Archibald bemerkt, dass der grosse Mann mit der schweren Rüstung in das Camp getreten ist. Er schaut kurz einen Soldaten an, der sofort seinen Platz freigibt. Er setzt sich und blickt Archibald direkt in die Augen. Der Blick ist durchdringend und unleserlich. Mit einer erstaunlich sanften, ruhigen Stimme stellt sich der Anführer als Sir Edward vor. Er fragt den Bauern was ihn dazu gebracht hat nach Westbridge zu kommen und sich der Bruderschaft anzuschliessen. Archibald, der mit rassistischen und fremdenfeindlichen Bemerkungen bei Mercer, wie auch bei den Soldaten Anklang gefunden hatte, beginnt wiederum eine Hasstirade und dass mit dem ganzen Pack aufgeräumt werden sollte. “Isch das so? Hmm aber liebe Archibald, das verwirrt mi iz. Mini Späher säge mir, dass du mitere ganze Horde vo...wie hesches vori gnennt? “Gwürm”, ungerwägs bisch gsi? Wie erklärsch du mir das?” Seine Mundwinkel wandern nach oben aber seine Augen sind leer und ohne Emotionen. Archibald beginnt stotternd zu erzählen, wie er nur aus Tarnung mit der Gruppe mitreist. Während seiner Geschichte wandern die Mundwinkel des Anführers langsam nach unten. Plötzlich schnippt er mit den Fingern ohne seinen Blick von Archibald zu nehmen. Sogleich wird er von fünf Männern gepackt und von seiner Mistgabel befreit. Sie zerren ihn in ein nahe stehendes Zelt und werfen ihn in eine Zelle. Die kleine Handaxt in seinen Hosen bemerken sie jedoch nicht, schliessen die Zelle ab und verlassen das Zelt. Nach einer Weile geht das Trinken und Lachen weiter. Verzweifelt versucht Archibald so wenig Geräusche wie möglich zu machen, als er mit der Axt versucht das Holz, oberhalb der Eisenstangen, durchzuschlagen. Doch die Versuche sind zwecklos und die Axt rutscht ihm ungeschickt aus den Händen. Das laute Scheppern lässt die Soldaten aufhorchen. Ein rundliches Gesicht schiebt sich durch die Zelttüre. “Hee Dänu! Du hesch vergässe am Büru d Axt wägznäh!” Ohrenbetäubendes Gelächter. Die Schergen schnappen sich Hocker und Bier und umzingeln den unglücklichen Bauern in seiner Zelle und piesacken und verspotten ihn. Plötzlich wird die Zeltklappe zurückgerissen. “Raus”, erklingt eine sanfte Stimme. Die Soldaten starren ihren Anführer angsterfüllt an und verlassen fluchtartig das Zelt. Die Hand des Anführers ist um seinen Streitkolben gepresst, als er die Soldaten beim heraus rennen anstarrt. Nach einer Weile entspannt sich die Hand und er lässt seinen Blick auf Archibald fallen. Er lässt sich auf einem Hocker nieder. Nach einer langen Zeit entschuldigt sich Sir Edward für das Verhalten seiner etwas groben Gefolgsleuten und streckt dem Bauern einen Krug mit einer klaren Flüssigkeit hin. Archibald nimmt den Krug vorsichtig und schnuppert daran. Die Augen des Anführers sind unleserlicher denn je. Archibald trinkt die Flüssigkeit, die nach Wasser schmeckt und reicht sie Sir Edward zurück. Dieser sagt mit einer ruhigen Stimme “Guet...guet....Vertroue isch dr erscht Schritt i dr Bruederschaft”. Er steht auf, öffnet den Kerker und bittet Archibald sich den Feierlichkeiten wieder anzuschliessen. Archibald setzt sich etwas unsicher wieder unter die Soldaten und beginnt bald wieder die Gespräche aufzunehmen. Die Soldaten sind nun weniger gemein und nehmen den Bauern einmal sogar in Schutz als sich ein besonders dicker Soldat sich über das Versterben seiner Ehefrau lustig macht, in dem sie ihm mit voller Wucht ins Gesicht schlagen. Mittlerweile sind die Meisten ziemlich besoffen und erzählen ihm von ihren Gräueltaten in den umliegenden Dörfern. Archibald sieht sich mittlerweile vorsichtig im Camp um, um den Aufenthaltsort von Marisa ausfindig zu machen. Im Camp hat es viele kleine Zelte und ein grosses was Sir Edwards sein muss. Mehr findet er nicht heraus. Nach einer Weile erklärt Sir Edward die Party als beendet und führt Archibald persönlich zu seinem Zelt, das extra für ihn bereitgestellt wurde. Zu seinem Erstaunen findet er darin seine Waffen vor. Während Archibald sich für die Nacht einrichtet, bemerkt er wie Sir Edward einem Soldaten etwas ins Ohr flüstert und dann in sein Zelt geht.  


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