1. Journals

46: Wellbys Geheimnis

October 23, 2020

Die Abenteurer sind im Helm angelangt und sitzen gedankenversunken vor ihren Bieren. Obrim Stonefoot liegt bewusstlos auf der Bank, immer noch k.o. von der letzten Schlacht. Es war ein strenges, ereignisreiches Jahr gewesen. Die Abenteurer sinnieren über diese Zeiten. Manchmal traurig, manchmal lachend mit einem herzlichen Prost. Plötzlich: schnuppernde Geräusche aus Obrims Knollennase. Langsam öffnet sich ein interessiertes Auge. Der würzige Duft des frisch gebrauten hat ihn aus seiner Bewusstlosigkeit zurück geholt und sofort schliesst er sich den Feierlichkeiten an. Währenddessen bringt der Gastgeber Garlon heisse Speisen an den Tisch. Garlon ist Mitte 50, hat nach hinten gegelte Haare und einen prächtigen Schnauzer, den er hin und her bewegt. Seine grosse Nase, welche Obrims nicht unähnlich sieht, leuchtet rot. Er will wissen was die Abenteurer alles erlebt haben seit sie sich das letzte Mal gesehen haben. Doch Thomas und seine Freunde sind zu erschöpft um ausführlich zu erzählen. Brenegar gibt ihm eine krass abgekürzte Version und erzählt ein bisschen über Red Larch und dem Wirbelsturm, der alles verwüstet hat. Garlon erzählt daraufhin von seiner schwierigen Situation und staunt nicht schlecht, als die Abenteurer ihm 50 Gold zum Wiederaufbau spenden. “Dafür düe mir de äs Fässli Sturmbräu uf!” 

Valaya verabschiedet sich von den Abenteurern und erklärt, dass sie zurück zu ihrem Tempel möchte. Auf die Frage Thomas’, wo sich der Kern der Elemente befindet an dem “alles zusammenkommt”, weiss sie leider keine Antwort. 


Es ist dunkel als die Karawane das südliche Tor Red Larchs erreicht. Wellby Greenbottle verabschiedet sich vom Fahrer, schwingt seinen Rucksack auf den Rücken und läuft durch die Gassen Red Larchs. Plötzlich eine Bewegung im Augenwinkel. Wellby bemerkt, dass er von zwei Gestalten verfolgt wird. Er beschleunigt seine Schritte und bemerkt wie die Gestalten das Tempo mithalten. Er biegt in eine kleine Seitengasse, duckt sich hinter ein paar alten Fässern und streift sich seinen treuen Ring über. Es geht nicht lange bis die Fremden in seine Gasse treten und sich verwundert umblicken. Beide tragen eine Lederkluft im “Handwerker-Chic”. Einer der beiden Männer sagt, dass er die anderen benachrichtigen wird. Wellby verfolgt diesen auf leisen Sohlen. Hatte er etwas vom “Helm” erzählt? Er hätte schwören können....Wellby geht auf Nummer sicher, hüpft auf eine Kiste um besser sehen zu können und versucht die Gedanken seines Verfolgers herauszufinden indem er sich auf ihn konzentriert. 


...MUSS DEN HALBLING FANGEN - FURCHT VOR DEM AUFTRAGGEBER - MEINE GELIEBTE MOLENE...TOT - ICH BRAUCHE DRINGEND EINE FLASCHE - MUSS DEN HALBLING FANGEN… 


Wellby runzelt die Stirn und versucht weiter in die Gedanken von dem armen Wicht einzudringen, um herauszufinden wer hinter diesem Auftrag steckt, doch er gräbt zu tief. Der Handwerker bemerkt plötzlich, dass etwas mit ihm geschieht und reisst seine Gedanken los. Wellby etwas überrascht von diesem Widerstand verliert seine Balance und auch seine Konzentration und fällt von seiner Kiste. Der Handwerker schreit triumphierend auf, als er den Halbling nicht weit hinter sich am Boden liegen sieht, immer noch damit beschäftigt sich aus seinem verwickelten Cape zu befreien. 

Wellby versucht um Hilfe zu schreien und wird dann vom Handwerker mit einem Zauberspruch paralysiert. Ob er diesen wohl in seiner Stammkneipe gelernt hat? Fragt sich Wellby verwirrt, als er stecken-gerade vor ihm stehen bleibt.


Thea ist plötzlich auf den Beinen. “Da war etwas draussen!” “Was?” “Ich glaube...ich glaube es war Wellby, der um Hilfe rief.” Die Abenteurer starren sich ein paar Sekunden an bevor alle gleichzeitig von ihren Stühlen springen und nach draussen stürmen. Wellby versucht sich aus seiner Paralyse zu befreien und sieht, das mehrere finstere Gestalten ihn umkreist haben. Wellby wird von ein paar Speeren getroffen und ein neuer Feind setzt ihm mit einem dunklen Fluch übelst zu. Benommen hört er die hämischen Worte seines Widersachers, der etwas von einer Hexe erzählt. Der Fremde horcht plötzlich auf, als er das schwere Atmen eines Walrosses und das Poltern einer Stampede näher kommen hört. Er blickt hinter sich. Mit einem Tempo eines galoppierendes Nashorns biegt ein Zwerg in Plattenrüstung um die Ecke, der Schaum in seinem Bart wohl nur teilweise Überbleibsel seines letzten Bieres, sein Kriegshammer Krswo’Shtak bereits in vollem Flug richtung Gesicht. *PFLLLL-ATSCH!* während der Kriegshammer zum heranstürmenden Zwergen zurück fliegt, biegt ein Mönch mit Windeseile um die Ecke, rennt den Wänden entlang, überholt den Zwergen, springt ab und fliegt dem Breigesicht mit Mach 2 in die Magengrube. *PLLLL-OCK!* Gerade als sich das Breigesicht wünscht der Alptraum möge ein Ende haben, erscheint Enna aus seinem eigenen Schatten und “bänglet” ihm mit ihrem Stock eins über die Rübe. *BÄÄÄNGGGGEL*. Dem Schergen bleibts nichts weiter übrig als zu sterben. Ein weiterer Zwerg, mit langem weissen Bart, schielt um die Ecke und verbrennt ein paar Plebs mit einem feurigen Geschoss. Ein weiter Speer fliegt auf den torkelnden Halbling zu und schmettert ihn zu Boden. Obrim wirft sich auf dessen bewusstlosen Körper und hebt seinen Schild schützend vor ihn. Eine Elfin im “Waldläufer-Chic” rennt geduckt zu den beiden hin und setzt ihr magische Heilungskräfte ein. Thomas tötet einen weiteren Pleb mit einem “Mägeler” und Rhogar Daarendrian beendet das Leben des letzten Widersachers mittels violettem Feuer. Der ganze Kampf dauerte ca. 15 Sekunden. Das Blut der Feinde rinnt der Strasse entlang in den nahen Bach. 

Wellby bedankt sich bei seinen Freunden und bittet sie ihn zum Helm zu bringen, damit er seine Geschichte erzählen kann.


Er erzählt von seiner Reise mit den Rittern von Tyr. Der Hauptmann, der Dragonborn namens Roarik Kilsken, hatte seine Gefolgsleute zum Turm gesendet und war mit ihm alleine Richtung Waterdeep aufgebrochen. Wellby habe versucht ihn in der zweiten Nacht zu bestehlen, doch etwas hielt ihn zurück. Während der Reise hätten sie viel zusammen geredet und Wellby habe je länger je mehr gemerkt, dass Roarik nicht böse sei und nichts mit dem Stein anstellen wollte. Und dann….und dann sei aus dem Nichts der Geisterdrache erschienen! Ja, der GEISTERDRACHE mit einer fürchterlichen gehörnten Fratze und schwarzen verschwommenen Schuppen! Roarik war aus seinem Zelt gestürzt, ohne Rüstung, mit seinem Zweihänder bewaffnet. Und dann haben sie gekämpft. Es war furchterregend. Es war wahnsinnig. Es war heldenhaft. Als wären zwei Gottheiten ineinander gekracht. Schwarzer Hass gegen goldenes Licht. Ein Kampf der in die Legenden eingehen wird...Er selber werde eine Ballade darüber schreiben… (Wellby gönnt sich einen grossen Schluck)

Wellby wollte Roarik helfen, doch dieser befahl ihm wegzulaufen...Wellbys Geist war schwach und er musste gehorchen. Er musste! Roariks treues Schlachtross habe ihn auf seinen Sattel gezogen und sei davon galoppiert. Endlos seien sie geritten und hinter ihnen die fürchterlichen Kampfgeräusche. Nach einer langen Zeit ertönte plötzlich ein triumphierendes animalisches Gebrüll und er wusste, dass Roarik gefallen war.

Wellby kann seine Trauer nur schwer verbergen als er in sein leeres Glas blickt. 

Er sei dann noch zu den Zelten zurückgekehrt und habe nach Spuren gesucht. Alles war verwüstet, doch von Roarik und seinem Gepäck fehlte jede Spur. Auch der Stein war verschwunden. Als er sich Richtung Turm aufmachen wollte, bemerkte er eine zwielichtige Gruppe, welche in die gleiche Richtung unterwegs waren. Wellby folgte ihnen heimlich. Sie hatten schwarze Umhänge mit Kapuzen und seltsame Masken an und bestürzt konnte er feststellen, dass sie einzelne Gegenstände von Roarik bei sich hatten. Seine Rüstung und seinen Dolch. Den Dolch konnte er ihnen in einer Nacht stehlen. Sie seien aber an einem Tag plötzlich verschwunden und deshalb sei er richtung Red Larch aufgebrochen.    

Wellby schweigt. Sie bemerken plötzlich, dass er ein Amulett von Tyr auf der Brust trägt und auch eine seltsame Apparatur an seiner Harfe angebracht ist aber die Abenteurer halten sich mit Fragen zurück und lassen ihn in Ruhe.

Da Thomas und seine Gefährten nicht im Helm übernachten können, versuchen sie es im Schwingenden Schwerts. Eine braungebrannte Mittvierzigerin empfängt die Abenteurer etwas zögerlich und führt sie an einen ruhigen Tisch. Als sie alleine sind sagt Wellby plötzlich, dass es noch eine andere Sache gibt. Er habe einen Traum gehabt von einem Sumpf. Ein Sumpf in den Wäldern und er denkt, dass sie aus diesem Sumpf stammt. “Sie?” fragt Enna überrascht. Also ist der Geisterdrache weiblich? Woher er dies denn wisse? “Es ist ein Gefühl”, antwortet der Halbling. Enna beäugt ihn argwöhnisch. Wellby wechselt das Thema und möchte von den Abenteuern wissen, was sie den alles erlebt haben und ist entsetzt darüber was er alles verpasst hat für seine Gedichte und Lieder. 

Es wird Nacht und die Abenteurer suchen ihre Schlafgemächer auf. Wellby bittet noch Rhogar um ein Wort und verschwindet in einem Zimmer. Ein bisschen später tritt Brenegar dazu und möchte noch ein paar Einzelheiten vom Halbling wissen. In dieser Nacht schläft Wellby schlecht und kommt am Morgen nicht aus seinem Zimmer heraus. Die restlichen Abenteurer vertreten sich die Füsse und werden dann vom Metzger/Bürgermeister Lorst angesprochen. Er bittet die Gruppe in sein Metzger-Büro zu kommen. Er ist verärgert über das Blutbad von gestern abend und möchte wissen wieso sie Einwohner Redlarchs getötet haben? Die Abenteurer reagieren etwas giftig auf diese Frage und möchten wissen, wieso seine lieben Dorfbewohner versucht haben ihren Kameraden zu töten? Lorst kann sich das Verhalten der Dörfler nicht erklären. Er möchte jedoch Wellby sehen, da dieser in diese ganze Sache involviert ist. Die Abenteurer führen ihn zu seinem Schlafzimmer, dass verschlossen ist. Auch mehrmaliges draufhämmern bringt keine Reaktion. Der pragmatische Brenegar öffnet daraufhin ein Dimensionstor direkt ins Schlafzimmer und sieht, dass Wellby bewusstlos am Boden liegt. Ein Eimer Wasser löst das Problem. Wellby hatte eine Vision, will diese aber nicht vor Lorst erzählen. Auf dessen Fragen wegen gestern Nacht reagiert dieser allergisch und zischt ihn an, dass er Anzeige erstatten könnte, dass hier Passanten auf offener Strasse angegriffen und die Schergen vom Bürgermeister gedeckt werden! Lorst verlässt etwas mürrisch das Gebäude.

Wellby erzählt nun seinen Freunden, dass er eine Vision hatte und nun weiss wo sich der Sumpf befindet wenn er eine Karte hätte. Ihm sei aber noch etwas schwindlig und er brauche ein Getränk aus der Küche. Als er das Zimmer verlässt sagt plötzlich Rhogar etwas, was alle in Staunen versetzt. “Dr Wellby cha nid offe rede. Är wird vo dr Nurvureen beschattet. Sie ISCH dr Geischterdrache und sie ghört und gseht aues was är gseht und ghört! Äs isch nid sicher vor ihm z rede.”
Die Abenteurer zerbrechen sich den Kopf was nun zu tun ist. Der Stein müsse wohl von diesem Geisterdrachen zurückgewonnen werden aber wie?  


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