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Kerbal Whittaker

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Zusammenfassung

Kerbal Whittaker ist limitierter Konzernbürger der Draco Foundation, stammt aus Pakistan und einem Elternhaus, welches die Militärjunta des Landes unterstützte. Er ist mundan und bekennt sich öffentlich zu keiner Glaubensrichtung. Seine größte Stärke ist seine Matrixaffinität, an der sich über die letzten 25 Jahre stetiger Veränderung nicht wirklich etwas geändert hat.
Er besuchte reguläre staatliche Schulen und hatte frühzeitig auf Grund des familiären Umfeldes Kontakt zu paramilitärischen und semilegal involvierten Personen. Im Zuge des Todes eines UCAS-Präsidenten, der ein weitreichendes Testament hinterließ, soll es ihm gelungen sein Teilinformationen von einem Datenserver im arabischen Raum zu entwenden und zu veröffentlichen, woraufhin die Draco Foundation ihn festsetzte und zur Zusammenarbeit zwang. Seit Mitte der 70er ist er in kultische Aktivitäten verwickelt.

Ausbildung

Whittaker besuchte ab dem vierten Lebensjahr eine pakistanische staatliche Schule, in der von Grund auf die Indoktrinierung zum Wohle der aktuellen Regierung im Vordergrund stand. Schulakten stellen ihn als regelmäßig auffälliges, beinahe böswilliges Kind dar. Er besitzt keinen größeren Hang zur Gewalt gegen Menschen und Tiere, aber eine gewisse Freude an der Zerstörung von Gegenständen und dem Arrangieren falscher Beschuldigungen. Zahlreiche Disziplinarverweise und Klagen gegen seine Familie zeichnen eine eindeutige Spur eines Kindes, welches sich opportun in ein System einzuordnen versteht, aber dennoch seinen Willen bekommt.
Die schulischen Noten legen hervorragende Leistungen im mathematisch-logischen Denken, sowie komplexem Zusammenhangsdenken, aber einer Schwäche für soziologisches oder ethisches Verständnis sowie Fremdsprachen nahe. Bilder aus Jahrbüchern und von Abschlussbällen zeigen einen gesellschaftlich akzeptierten Jugendlichen mit wenigen Freunden und breiter gesellschaftlicher Akzeptanz.

Was die Herkunft seiner matrixseitigen Fertigkeiten angeht, ist es schwierig konkrete Belege zu finden. Im Alter von etwa 10 Jahren taucht das erste Mal eines seiner Pseudonyme ein den Mitgliederarchiven einschlägiger Matrixforen auf, spielt dort jedoch eine untergeordnete Rolle. Ein Krankenhausbericht aus dem Jahr 2054 legt nahe, dass er als Angreifer oder Verteidiger schwere Hirnschäden durch Biofeedback erlitt, was angesichts der damaligen Situation für schwerwiegende Einbringung in das Thema Matrixkriminalität nahelegt.

Faszination des Unterreichbaren

Für die Geschehnisse der folgenden Jahre gibt es immer noch wenige, aber zumindest deutlich klarere Spuren: Als er 2056 seinen Schulabschluss macht, erwähnt die International Bounty Hounter Association (IBHA) bereits drei seiner Pseudonyme mit einem summierten Kopfgeld von 135.000 Nuyen, verschiedene Technologiestaaten wie Kenia, der Iran, China und Singapore Incorporated suchen ihn mit internationalem Haftbefehl und alte Datenleaks von Fuchi erwähnen die meisten seiner Pseudonyme als drittklassige, aber vermutlich noch aufstrebenden Schädlinge in der digitalen Infrastruktur.
Im Herbst 2057, etwa drei Monate nach der teilweisen Veröffentlichung der testamentarischen Verfügung eines ehemaligen UCAS-Präsidenten, gelingt es ihm während eines Aufenthaltes in Teheran gemeinsam mit einer lokalen Gruppe von Shadowrunnern den Mainframe für den Nahost-Bereich der Draco Foundation zu erreichen und soweit zu durchdringen, dass die Gruppe mit Verlusten fliehen kann. Die nachfolgende Veröffentlichung in einschlägigen Foren schlägt Wellen und nur drei Tage später setzt ein Sicherheitstrupp von Assets Inc. ihn an der indisch-pakistanischen Grenze fest.

In Drachenkrallen

Nachdem Whittaker erst einmal über ein Jahr in wechselnden Arkologien der Draco Foundation verwahrt (und vermutlich konditioniert) wird, wird mehrfach versucht ihn in Teams von Assets Inc., der halboffiziellen Runner-Tochter der Draco Foundation, zu integrieren. Zwei der Versuche scheitern einigermaßen medienwirksam, während der dritte mit mehreren Toten und einer größeren Vertuschungsaktion enden, die in Verschwörerkreisen bis heute eifrig diskutiert wird. Ursache des Versagens scheint jeweils die Unfähigkeit zur Teamarbeit und der beinahe manische Drang zur Sachbeschädigung und der mittlerweile neu auftauchende Drang zu Menschenopfern zu sein.

Resigniert über die scheinbare Fehlinvestition versucht die Draco Foundation ihn als Sicherheitsdecker an verschiedenen Standorten einzusetzen. Er erfüllt die Erwartungen an seine Stelle mit Bravour, doch die (un-)verhaltnismäßig heftigen Reaktionen auf Angreifer bringen die Draco Foundation wieder und wieder in ein schlechtes Licht der öffentlichen Wahrnehmung. 

Während seines Aufenthaltes in Seattle, erfährt er vom damals noch nicht öffentlichen Shutdown der SCIRE und macht sich konzernintern als digitaler Sicherheitsberater schnell einen Namen. Die Anwesenden schätzen seine abweichenden Denkmuster, die einen unerwartet oft korrekten Einblick in die Situation geben und nach krankheitsbedingtem Ausfall seines Vorgesetzten gibt er in dieser Zeit sogar einige ungewohnt professionelle Einschätzungen der Situation. 

Nach dem zweiten Matrixcrash verbringt er einige Monate erfolglos als Projektleiter innerhalb der Matrix-Magie-Kommission, ehe er die Stelle abgibt und um Versetzung nach London in die Öffentlichkeit bittet.

Ein Rattenfänger mit Fanghaken

Nach einer höchst umstrittenen Umstrukturierung der Konzernprozeduren im Vereinigten Königreich Großbritannien steigt der jährliche Zuwachs an registrierten, konzernnahen Erwachten binnen 12 Monaten um etwa 130%. Kritiker werfen ihm neben dem Hacken der Konzernsysteme, was auf Grund des Erfolgs schweigend geduldet wird, vor allem zahlreiche Verstöße gegen konzerninterne Moral- und Ethikkodizes innerhalb der Draco Foundation vor.

In diesem Zusammenhang sind vermutlich auch die Vorwürfe von Logan Davis zu verstehen, dass Whittaker ihn und seine Familie belästigte. Unmittelbar nachvollziehbar ist jedoch nur, dass Logan der Anwesenheit Whittakers in London ein Ende setzte, da sich diese nach den Gerichtsverhandlungen zu Logans Tat aus London zurückzog.

Das Resümee seiner Londoner Karriere sorgte für den nächsten kleineren Karrieresprung. In den folgenden Jahren wurde er von Standort zu Standort geschoben, um dort drastische Umgestaltungen zu erzwingen. Zahlreiche Krankenhausberichte aus dieser Zeit dokumentieren, dass diese vom Management initiierte Strategie im unteren Management auf wenig Gegenliebe stieß.

Als mittlerweile veraltete Paydata veröffentlichte Berichte beschreiben auch ausführliche Vorwürfe gegen ihn, dass er sich ihm Rahmen der Umstrukturierungen am Verkauf von Konzerninterna bereicherte. Diese nicht gänzlich entkräftigten Vorwürfe verhinderten im Rahmen von 2076 durchgeführten Untersuchungen auch, dass er in den Status eines vollwertigen Konzernbürgers der Draco Foundation erhoben wurde.

The Creed

Am Ende seiner beinahe zehnjährigen Weltreise bat der mittlerweile als konzerntreu wahrgenommene inoffizielle Millionär um ein einjähriges Sabbatical, an dessen Ende er konzernintern weitere Projektideen seinerseits vorstellen wollte. Eine alte Bekannte seinerseits aus Seattle, eine gewisse Cynthia Klein, hatte nach ihrer unehrenhaften Entlassung aus dem UCAS-Militär begonnen eine Vereinigung zum Schutze der Rechte von stark augmentierten Metamenschen ins Leben zu rufen.

Whittaker nutzte die Gelegenheit, um zwei Konzernärzte in die Vereinigung zu schleusen, die sich neben den offiziellen Routinechecks vor allem darum bemühten, denjenigen mit unterdrücktem magischen Potential eine weitere Laufbahn zu ermöglichen. Seine Bemühungen blieben nicht lange unentdeckt und führten mittelfristig zu einem Zerwürfnis zwischen den beiden Akteuren.

The Leviathan

In Zusammenhang mit den ermittelten Identitäten fällt Amelie etwas auf, über das Camilla ihr mal in einer der Downtimes geredet hatte, jetzt kann sie es allerdings in einen Kontext setzen: Während einem der größeren technischen Zwischenfälle hatte sich ein externer Hacker Zugriff auf Teile der Leviathan-Systeme verschafft. Eigentlich nichts ungewöhnliches, eher im Gegenteil, aber du kannst das Pseudonym eindeutig Kerbal Whittaker zuordnen.
Ein paar Nachfragen bei Camilla später bist du dir sicher, dass eine der wenigen Personen, an deren Kapsel Änderungen vorgenommen wurden, die eines gewissen Logan Davis ist. Entweder ist die Beziehung zwischen den beiden dichter, als es bisher scheint, oder es ist ein schrecklicher Zufall.

Die Gegenwart

Zahlreiche Indizien legen nahe, dass sich Whittaker derzeit in einem weitestgehend extraterritorialen Stadtviertel von Teheran befindet und dieses seit Monaten nicht verlassen hat.

Der Zuständige für Logan Davis und Eve Davis.