Die Wechselnde Hand befindet sich am Rand des Gewerbes und ist die älteste Wirtschaft auf Sinophia. Angeblich existiert sie bereits seit über einem Jahrtausend, wobei sie inzwischen genauso dem langsamen, aber stetigen sinophischen Zerfall unterliegt wie alles andere auch. Während der Jahrhunderte des Reichtums gingen Händler, Kaufmänner, Informationssammler und andere Glücksuchende in den goldenen Hallen der Wechselnden Hand ein und aus und aßen, tranken, sammelten Informationen und badeten in der Menge und im Dunst der Räucherstäbchen. Inzwischen haben der Tod des Handels und die Abschottung von Sinophia der Hand den Todesstoß versetzt. Zwar handeln und tuscheln nach wie vor Gäste in der Hand, ihr reges Treiben aber ist längst vorbei. Die Tische in den Nischen sind leer, Abendreservierungen bleiben aus, und die meisten Wahrsager, für die die Hand so bekannt war, halten sich inzwischen auch fern, da ihre Dienste nicht mehr gebraucht werden – nun, da jeder weiß, was in Zukunft auf Sinophia wartet. Inzwischen ist die Hand der letzte schlecht beleuchtete Zufluchtsort der wenigen Fremdweltler, die nach Sinophia kommen. So findet man hier die Vermittler diverser Kartelle, Weitgereiste und stille Fremde, die gewürzten Amasec trinken und sich flüsternd zwischen den leeren Stühlen unterhalten. Gerüchte und Gemunkel fließen wie ein Fluss durch die Wechselnde Hand. Deren mögen zwar viele zweifelhaft sein, aber die meisten enthalten zumindest einen wahren Kern.
Der große Hauptraum der Hand ist ein großzügig dekorierter (aber längst verblasster) Raum unter einer Kuppel, den sieben große Säulen dominieren, die allesamt zehnmal größer sind als ein Mensch. An den Säulen glitzern angelaufene, goldene Dampfpfeifen, die Weihrauch in die Luft pumpen. Währenddessen rotieren aufgedeckte Karten des Tarots des Imperators – auf Messingplatten emailliert – an Ketten, die von der bemalten Decke hängen. Ursprünglich wurde dieser Raum für hunderte Gäste gebaut – entsprechend depressiv wirkt er nun, still und schlecht beleuchtet, mit seinen hohen Buntglasfenstern, die vor Schmutz und Regenwasser kaum noch Licht durchlassen. Eine runde Theke dominiert die Mitte des Raumes, dessen Boden mit rotem Teppich ausgelegt ist. Von dort aus kommandiert der Besitzer (ein dicklicher, älterer Mann, der als Meister Unknown bekannt ist) seine klapprigen Servitoren herum.