Der Morgen des 9. Praios begann in der friedlichen Stadt Silkwiesen mit einem erhabenen Schauspiel. Am Rande des Dorfs stand Alexios Zilotis und blickte in die aufgehende Sonne. Die goldenen Strahlen schienen ihm Geschichten vergangener Heldentaten zuzuflüstern, in denen er im Namen Praios' gekämpft hatte. Heute war ein heißer Tag zu erwarten, und er spürte die bevorstehenden Herausforderungen, die sich bereits am Horizont abzeichneten. Langsam erwachte auch der Rest der Witschwod-Watch, seine treuen Gefährten, aus ihrem Schlaf.
Perry Fogleaf, immer voller Neugier und Geschichten, berichtete von einem Gespräch, das er am Vorabend mit Renn Langzeh geführt hatte. Renn hatte von einer ungewöhnlich hohen Drachenaktivität über dem Witschwod erzählt. Diese Nachricht ließ die Gruppe aufhorchen und ihre Sinne schärfen.
Entschlossen, ihrer Mission nachzugehen, machte sich die Witschwod-Watch auf den Weg nach Südosten, Richtung Wehrheim. Während ihrer Reise erzählten sie einander von ihren Vergangenheiten und ihren Motivationen, insbesondere von den geheimnisvollen Beweggründen ihres neuen Gefährten Simonetto Tartaruga. Jeder trug seine eigene Last und seine eigene Geschichte mit sich, und diese Offenbarungen stärkten den Zusammenhalt der Gruppe.
Die heiße Sonne stieg höher, als sie auf einen breiten, reißenden Fluss stießen, der wie eine unüberwindbare Barriere wirkte. Doch Simonetto Tartaruga nutzte seine meisterhaften wasserformenden Künste, um eine sichere Überquerung zu ermöglichen. Die Abenteurer wischten sich den Schweiß von den Gesichtern, während die Sommerhitze unerbittlich auf sie niederbrannte.
Am Nachmittag erhob sich der majestätische Berg Jerdan am Horizont. Wehrheim lag nördlich davon, und die Gruppe war erleichtert, dass sie auf dem richtigen Weg waren. Doch bald stießen sie auf ein verlassenes Lager, das ihre Aufmerksamkeit auf sich zog. Simonetto schätzte, dass das Lagerfeuer erst gestern noch gebrannt hatte. Es gab keine Anzeichen von Kämpfen, doch Stiefelspuren führten zu einer nahegelegenen Klippe. Alexios folgte den Spuren und entdeckte den verwesenden Körper einer Frau, deren Kopf fehlte. Die Kleidung und der Schmuck deuteten darauf hin, dass sie eine Dame aus dem Haus Kaal war. Es war klar, dass der Mörder nicht des Goldes wegen gehandelt hatte. Perry untersuchte die Wunde und stellte fest, dass es sich um einen sauberen Schnitt handelte, der mit großer Wucht ausgeführt worden war. Riesige Fußspuren führten zu der Leiche, endeten aber abrupt.
Die Gruppe diskutierte lebhaft und versuchte, die Geschehnisse zu rekonstruieren, doch weitere Hinweise blieben aus. Also setzten sie ihre Reise in Richtung Jerdan fort. Gegen Abend schlugen sie ihr Lager auf, und die Steppe wurde in das warme Licht der untergehenden Sonne getaucht.
Nachts, als Perry Wache hielt, hörte er leise Geräusche und fand eine Frau in einer grünen Tunika, die verwirrt wirkte. Perry lud sie ins Lager ein, doch ihre seltsame Art beunruhigte die Gruppe. Sie stellte sich als Mond vor, und Perry bemerkte, dass ihr Rucksack ähnliche Schäden aufwies wie der der kopflosen Leiche. Simonetto vermutete, dass es sich um die gleiche Frau handelte, deren Leiche sie gefunden hatten. Er sprach telepathisch mit ihr und versuchte, mehr herauszufinden. Doch Mond schien sehr verwirrt und sprach ständig davon, einen passenderen Kopf finden zu müssen.
Plötzlich riss sich Mond den Kopf ab, und ihre Gestalt wuchs zu einem gigantischen, kopflosen Riesen, der den Kopf der Frau in den Händen hielt. „Vielleicht passt ja einer von euren!“ rief der Kopf mit einer unheimlichen Stimme. Ein kurzer, aber heftiger Kampf entbrannte. Die Gruppe kämpfte tapfer, doch der Riese war mächtig und schien von dunkler Magie durchdrungen. Morvàt Hammelbach entging nur knapp dem Tod oder einem Schicksal als kopfloser Untoter.
Nach einem erbitterten Kampf gelang es der Witschwod-Watch schließlich, den kopflosen Riesen zu besiegen. Die Gruppe war erschöpft, aber erleichtert. Doch nun stand die Frage im Raum, was mit dem Kopf der Frau geschehen sollte. Perry beschloss, den Kopf zurück zum Körper zu bringen, in der Hoffnung, sie wiederzubeleben. Während Simonetto den toten Körper des Riesen entzauberte, verwandelte sich Perry in einen Wolf und machte sich auf den Weg.
Perry erreichte die Leiche der Frau, nur um festzustellen, dass Kojoten an ihr nagten. Mit einem mächtigen Feuerangriff und der Beschwörung eines Rudels Wölfe verscheuchte er die Tiere und legte den Kopf zur Leiche. Langsam begann der Kopf, wieder mit dem Körper zu verschmelzen, begleitet von schrecklichen Schmerzensschreien. Perry nutzte heilende Magie, um Shams sâba Rimush, wie sie sich nannte, zu stabilisieren. Sie erinnerte sich nur bruchstückhaft, doch sie lebte.
Zurück im Lager erzählte Shams sâba Rimush, dass sie auf dem Weg nach Wehrheim gewesen war, um eine wichtige Nachricht zu überbringen. Sie berichtete von einer Stadt, die von einem violetten Vortex heimgesucht wurde und in völliger Aufruhr war. Es wurde klar, dass sie nichts von Lord Saxtons Verrat wusste. Die Gruppe entschied, Shams zurück zu Verrasa zu schicken, um die Nachricht zu überbringen und um Hilfe zu bitten.
Als sie sich Wehrheim näherten, sahen sie den bedrohlichen nekromantischen Vortex über der Stadt. Die Atmosphäre wurde immer düsterer, und sie bemerkten, dass die Tiere in der Umgebung regungslos verharrten. Simonetto nutzte seine magischen Fähigkeiten, um die Stadt aus der Luft zu beobachten, und sah, wie Leichen zuckten und sich bewegten, nur um wieder zusammenzubrechen. Ein Wagen, gezogen von Leichen und gefolgt von einer schwarz vermummten Gestalt, fuhr in den Praiostempel der Stadt. Ein riesiger Geisterlöwe patrouillierte durch die Straßen und verbreitete Angst und Schrecken.
Die Witschwod-Watch beriet sich über das weitere Vorgehen. Sie wussten, dass die dunklen Mächte, die Wehrheim bedrohten, stark und gefährlich waren. Doch sie waren entschlossen, in die Stadt einzudringen und die Ursache des Vortex zu finden und zu zerstören. Mit fester Entschlossenheit und dem Mut, den nur wahre Helden besitzen, machten sie sich bereit für den bevorstehenden Kampf.