An der Ostküste des Golfes von Nadraz liegt eine Region mit drei antiken Stadtstaaten, die die Kettenküste genannt wird. "Balt-Ar'Baal", wie die Kettenküste in der alten Zunge genannt wird, beheimatet die Städte Ir Izor, Masrar und Korlakai. Diese drei Städte gelten als der wohlhabende Mittelpunkt des globalen Sklavenhandels. Hier ist Sklaverei Hauptwirtschaftsstandbein und jede der Städte hat sich auf andere Sklaven spezialisiert, die auf den gewaltigen Sklavenmärkten Feil geboten werden und als besonders wertvoll gelten.

 

Regierung

Die Städte der Kettenküste sind Oligarchien und werden allesamt von den größten Sklavenmeistern der Stadt regiert. Jede Stadt hat einen Rat aus den fünf größten und wohlhabendsten Sklavenhändlern der Stadt, die per Abstimmung Entscheidungen treffen und Gesetze erlassen. Die Sklavenmeister der Kettenküste nennen sich selbst die Gütigen Meister (von Korlakai), die Gerechten Meister (von Masrar) und die Großzügigen Meister (von Ir Izor).

 Die drei Stadtstaaten der Kettenküste sind:

  • Ir Izor
    Ir Izor ist die nördlichste, größte und reichste Stadt der Kettenküste. Die Stadt, erbaut im Ersten Zeitalter aus gelbem Sandstein, ist bekannt für dessen unvergleichliche Sklaven, die in den Künsten der Unterhaltung und der Befriedigung ausgebildet wurden. Die Sklavenkünstler, -gelehrte und Sexsklaven aus Ir Izor sind auf der gesamten Welt bekannt und in vielen Ländern, in denen Sklaverei legal ist, auch sehr begehrt. 

  • Masrar
    Die südlichste der drei Städte ist Masrar und ist auch als die Rote Stadt bekannt. Dies liegt zum einem am rötlichen Stein, aus dem die Stadt erbaut wurde, und zum anderen an ihrer blutigen Tradition. Masrar ist bekannt für dessen Sklavenheere, die in der Stadt ausgebildet werden und dort, fertig ausgerüstet und kampfbereit, gekauft werden können. Sklavensoldaten aus Masrar gelten als unglaublich gehorsam und befolgen jeden Befehl – was auf deren brutale und gnadenlose Ausbildung zurückzuführen ist. Weiters ist Masrar für seine großen Kampfarena bekannt, in der Sklavenmeister ihre Sklaven gegeneinander kämpfen lassen.

  • Korlakai
    Korlakai, zwischen Masrar und Ir Izor gelegen, ist bekannt für dessen riesige Sklavenmärkte, auf denen vor allem Sklavenarbeiter und Haussklaven verkauft werden Dabei reicht das vielseitige Angebot von Feldsklaven, Minensklaven und bis hin zu Bausklaven. Jeder der ungebildete Arbeitskraft benötigt, findet in Korlakai die passenden Sklaven in einer unbegreiflichen Masse und Auswahl. Sie wurde aus bläulich-grauem Stein errichtet.

 

Demographie

Die Kettenküste ist aufgrund der zahlreichen Sklaven aus aller Welt findet man sehr viele verschiedene Völker in der Kettenküste. Doch die Elite und Sklavenmeister der Stadt sind hauptsächlich menschlich. Ungefähr 70 % der Bevölkerung der Kettenküste sind Sklaven. Lediglich 1 % der Bevölkerung gehören zu den reichen Sklavenhändlern und -besitzern, zu denen auch die regierenden Meister gehören.

Die Bevölkerung der Kettenküste verteilt sich wie folgt:

  • Menschen:                                                               42 %
  • Hobgoblins:                                                             15 %
  • Halblinge:                                                                  10%
  • Zwerge:                                                                       7 %
  • Elfen:                                                                            6 %
  • Zentauren:                                                                 5 %
  • Sonstige:                                                                   15 %

 

Bevölkerung

Die Bevölkerung der Kettenküste weist starke Unterschiede auf. Zum einen gibt es einen kleinen und reichen Bevölkerungsanteil an Sklavenmeistern und -händlern, die in opulenten Reichtum leben und regelmäßig üppige Feste feiern. Sie zeigen sich gerne als großzügig und gütig, während viele von ihnen jedoch grausame Sklaventreiber sind, die sich nur um Profit und nicht die Leben ihrer Sklaven scheren. Es kommt nur äußerst selten vor, dass Erben großer Sklavenmeister einen Sinneswandel erleben, ihr Geschäft mit den Sklaven beenden und sich für die Freilassung anderer Sklaven einsetzen.

Dann gibt es einen größeren Teil an Freigeborenen. Sie bilden die Mittelschicht und Unterschicht der Bevölkerung der Kettenküste. Viele von ihnen Arbeiten in Handwerksbetrieben, Fischer oder Händler. Nur wenige der Freigeborenen können sich mehrere eigene Sklaven leisten, doch ist Sklavenhaltung unter ihnen auch sehr verbreitet. Einige der Freigeborenen stellen sich den Meistern entgegen und setzen sich für die Freiheit und Rechte von Sklaven ein. Doch meist kommen sie mit ihren Bemühungen nicht weit. Die meisten der Freigeborenen haben sich an das Leid der Sklaven gewöhnt und nehmen es hin, da eine Veränderung in der Kettenküste nur sehr schwierig, geschweige mit sehr viel vergossenem Blut, möglich wäre.

Den mit Abstand größten Teil der Bevölkerung machen die Sklaven aus. Auf jeden Sklavenmeister kommen 70 Sklaven. Doch die unzähligen Sklaven der Kettenküste werden stark unterdrückt und erleiden brutale Misshandlungen, sollten sie nur an Widerstand denken. Deshalb gab es seit Jahrhunderten keine großen Sklavenaufstände mehr und viele Sklaven der Kettenküste haben ihre Hoffnung auf Freiheit aufgegeben. Viele Sklaven der Kettenküste sind unterwürfige und eingeschüchterte Personen, die versuchen am Leben zu bleiben. Es gibt auf widerspenstige Sklaven, die sich den Anweisungen ihrer Meister widersetzen. Diese Enden jedoch meist am Kreuz, als Mahnmal für andere Sklaven, oder sterben in den Arenen von Masrar, zur Belustigung der Bevölkerung.

 

Geschichte

Die Kettenküste ist unglaublich alt und gilt neben Agios Sanctor als einer ältesten Ursprünge der Zivilisation. Als die ersten Sterblichen in Volothar begannen eine Gesellschaft, und eine Kultur als Folgeschritt, zu gründen, sprossen die Städte der heutigen Kettenküste als eine der ersten aus dem Boden. Damals noch keine Küste, da Volothar noch nicht zertrümmert war, wurde die Region der heutigen Kettenküste damals "Balt-Ar'Baal", die "Heimat unseres Blutes", genannt. Obwohl die Städte alle ungefähr zur selben Zeit gegründet wurden und wuchsen, schlug Ir Izor, die nördlichste Stadt der Kettenküste, als erstes den Weg des Sklavenhandels ein. Die Hobgoblins, die später als die Dragnozoc-Legionen bekannt wurden, nannten das Ödland im Zentrum Dossyrs schon jeher ihre Heimat und suchten Abnehmer für die Sklaven, die sie auf ihren Feldzügen machten. Ir Izor erfüllte gerne diese Rolle für sie. Sklaven und Unmengen an Gold schwappten in die Stadt und, über Ir Izor, auch in die gesamte Kettenküste.

Ir Izor erlebte enormes Wachstum in dieser Zeit und die ältesten Bauwerke der Stadt wurden in dieser Epoche erbaut. Mit der großen Menge and Gold und Sklaven, die nach Ir Izor strömten und die Stadt auf ihren Schultern empor hoben, gelangten auch Sklaven nach Astakai (das heutige Korlakai) und Masrar. Angetrieben von der brutalen Arbeitskraft der Sklaverei, wuchsen die drei Städte am Ende des Ersten Zeitalters zum Zentrum des globalen Sklavenhandels heran. Bald war Astakais und Masrars Wirtschaft ebenfalls von den Sklaven abhängig und kauften mehr von Ir Izor und handelten sie in ihren Häfen. In dieser Zeit kauften die Städte der Kettenküste hauptsächlich Sklaven, um die wachsenden Anforderungen an Wohnraum, Nahrung und Luxus der eigenen Stadt zu stillen. Der Verkauf von Sklaven im großen Stil, begann erst nach dem Ersten Großen Krieg.

Als die Schrecken des Ersten Großen Krieges ausbrachen und sich über das Ur-Volothar ausbreitete, wurde auch die Kettenküste in Mitleidenschaft gezogen. Astakai und Masrar standen in Flammen und wurden verwüstet.  Astakais Zerstörung war so verheerend, heißt es, dass nach dem Krieg, in der gesamten Stadt, kein Ziegel mehr auf dem anderen stand. Ir Izor hielt 9 Jahre einer Belagerung vor den Stadttoren stand, bis die Stadtmauern durchbrochen wurden und sich die verzweifelten Überlebenden ins innerste Stadtviertel zurückzogen, wo sie bis zum Ende des Krieges einen grausamen und verzweifelten Überlebenskampf führten.

Die Zeit des Ersten Großen Krieges war die einzige Zeit in der Geschichte der Kettenküste, in der es keine Sklaverei in den Städten gab. In der Krise wurden die Sklaven befreit und man verteidigte gemeinsam, Meister und Sklave, ihre Heimat. Als der Krieg vorüber war, durften die freigelassenen Sklaven zwar ihre Freiheit behalten, aber der Kauf und Handel von Sklaven wurde fortgeführt – teilweise sogar von den Freigelassenen.

Ir Izor erholte sich rasant. Innerhalb weniger Jahrzehnte wurde die Stadt größer und prächtiger als zuvor, vollständig wiedererrichtet — alles nur möglich durch das Blut und den Schweiß einer neuen Generation an Sklaven, meist Kriegsgefangene aus dem Ersten Großen Krieg. Masrar erholte sich langsam und erhielt Hilfe von Ir Izor, das durchaus Interesse hatte, dass die alten Geschäfte wieder aufgenommen wurden. Auch Astakai wurde wiedererrichtet, konnte jedoch nicht mehr an die vergangene Größe und Reichtum anschließen oder den Vorsprung der anderen Städte aufholen.

Die nächsten Jahrtausende des Zeitalter des Arkanen sollten als die Blüte Zeit der Kettenküste in die Geschichte eingehen. Das Zeitalter des Arkanen war voller ehrgeiziger Herrscher oder rücksichtsloser Magier, die aus unterschiedlichsten Gründen stets einen unaufhörlichen Nachschub an Sklaven oder Versuchspersonen benötigten. Auch neue globale Supermächte, wie das Alte Imperium von Tyr, entstanden, die stark vom Sklavenhandel der Kettenküste abhängig waren. Wenig ist über die Geschichte der Kettenküste im Zeitalter des Arkanen bekannt. Nur so viel weiß man: die Städte und ihre Sklavenmeister wurden größer, reicher und mächtiger als je zuvor – bis der Zweite Große Krieg kam.

Wie weite Teile von Volothar, wurde auch die Kettenküste von Dämonenhorden und Verräterarmeen verwüstet. Während Ir Izor verzweifelt stand hielt, wurde Masrar und Astakai mehrmals geplündert und gebrandschatzt. Astakai wurde erneut dem Erdboden gleichgemacht, als Verhöhnung auf ihre erste Verwüstung im Ersten Großen Krieg. Doch auch die Schrecken dieser Zeit endeten schließlich und ein Zeitalter des Wiederaufbaus begann.

Ir Izor und Masrar erholten sich schnell. Beide Städte nutzten das nahegelegene, neu durch die Zertrümmerung entstandene, Meer zu ihren Vorteil. Das neue Zersprengte Meer öffnete neue Geschäftsmöglichkeiten und Handelsrouten und der (Sklaven-)Handel florierte. Im Jahr 329 NS, als gemeinsame Investition mehrerer ehrgeiziger und wohlhabender Sklavenmeister aus Masrar und Ir Izor, wurden die Ruinen von Astakai  neu besiedelt und der zeitaufwändige Prozess begonnen, die Stadt wieder aufzubauen. Man gab Astakai den neuen Namen "Korlakai", was so viel bedeutet wie "Stadt der Zukunft". Hier wollten die Sklavenmeister, angeführt vom Sklavenmeister Hamilcar Arilshet aus Ir Izor, ihr eigenes, neues Paradies erschaffen und die einschränkende Politik und Einflussnahme der anderen Städte hinter sich lassen. Hamilcar Arilshet war ein superreicher Händlerfürst, dessen Reichtum auf seine Vorfahren zurückging, die durch Tatendrang und Initiative nach der Zertrümmerung eine Handelsflotte bauen ließ um das neue Zersprengte Meer zu besegeln. Arilshet hatte die Kontakte, die Mittel und die Erfahrung, wodurch es ihm gelang den Seehandel von Korlakai extrem auszubauen. Er zog seine Handelsflotte von Ir Izor ab und konzentrierte seine Ressourcen komplett auf Korlakai. In kürzester Zeit überschattete Korlakai, zumindest in Sachen Handel und Sklaven, den Rest der Kettenküste gewaltig. Arilshet kaufte von jedem, der Gefangene anbot, und verkaufte an jeden, der billige Arbeitskraft benötigte. Während Masrar und Ir Izor noch an altertümlichen Traditionen wie Qualität und Moral festhielten, beim Kauf und Verkauf von Sklaven, interessierte dies Arilshet und seine Verbündeten nicht. Sie machten Geschäfte mit noch so grausamen Sklaventreiber und verkauften menschenverachtende, unbegreifliche Mengen an Sklaven auf den gewaltigen Märkten der Stadt, die bald als die "Fleischmärkte" bekannt wurden. All das übte beträchtlichen Druck auf die restlichen Städte der Kettenküste aus und schnell begann fast der gesamte Sklavenhandel per Schiff von Ir Izor nach Korlakai umzuschwenken.

Schnell war klar, dass Korlakai einen uneinholbaren Vorsprung und Vorteil hatte, was den Erwerb und Verkauf von billigen Sklaven hatte. Beide Städte mussten umschwenken um nicht an Wohlstand zu verlieren. Beide Städte beschlossen sich in unterschiedlichen Gebieten zu spezialisieren. Masrar begann die Errichtung der Großen Arena und die Ausbildung von Sklaven zu Sklavensoldaten und -armeen. Mehrere Sklavenmeister gründeten Akademien, in dem gekaufte Sklaven zum Kämpfen als Soldat, Leibwache oder Gladiator lernten. Diese Strategie führte zu großen Erfolg. Sklavenarmeen und Gladiatoren wurde nicht nur an reiche Käufer auf der gesamten Welt verkauft, sondern man ging auch ein Bündnis und Vertrag mit den anderen Städten der Kettenküste ein. Diese Dokumente stellten sicher, dass Masrar, gegen ein großes Entgelt versteht sich, mit ihren Sklavenheeren, die Sicherheit in der Kettenküste sicherstellte.

Ir Izor schlug einen anderen Weg zum Fortbestehen ein. Der Fokus wurde, weg von der Fülle an Sklaven, hin zur ihrer Qualität gelegt. Schulen wurden errichtet und in denen Sklaven zu gebildeten, kunstgeübten Dienern ausgebildet wurden. Nach der Reihe sprangen Schulen für Dichtkunst, Gesang, Tanz, Medizin, Philosophie, Naturwissenschaften, Magie, Musik und Sex aus dem Boden. Über die kommenden Jahrzehnte und Jahrhunderte entwickelt sich eine Kultur rund um diese Schulen und bald zählten die Sklaven aus diesen Schulen zu den besten, begehrtesten und teuersten Sklaven der Welt.

Ebenfalls ist die Geschichte der Kettenküste von Sklavenaufständen durchzogen, die in regelmäßigen Abständen stattgefunden haben. Es wurde jedoch jeder einzelne von ihnen grausam Niedergeschlagen und dessen Rädelsführer auf brutalste Weise hingerichtet, um als Abschreckung für andere Sklaven zu dienen. In den letzten Jahrhunderten gab es keine nennenswerten Aufstände mehr, da der letzte Aufstand vor 142 Jahren besonders groß und besonders großartig gescheitert war.

Damals erhob sich der Sklave Hormius aus Ir Izor gegen seine Meister. Hormius war ein gelehrter Lehrsklave gewesen, der viele Jahre Geschichte, Philosophie und Dichtkunst studierte und lehrte. Hormius war jedoch auch großer Freund von militärischer Geschichte und hatte alle großen Generäle der beiden Großen Kriege studiert. Er flüchtete nach Masrar, wo er Sklavenarmeen aufwiegeln und für seine Sache gewinnen konnte. Gemeinsam erhoben sich die Sklaven von Masrar und veranstalteten ein Blutbad unter den Sklavenmeistern. Am "Tag der Roten Gerechtigkeit" wurden 279 Sklavenmeister der einflussreichsten und reichsten Familien der Stadt gezwungen, in der Großen Arena gegeneinander bis zum Tod zu kämpfen. Hormius hatte zu dieser Zeit eine gewaltige und starke Armee aus befreiten Sklaven zusammengezogen. Es gilt als sein größter Fehler nicht sofort gegen das noch unvorbereitete Ir Izor ins Feld zu ziehen, sondern zuvor noch Korlakai zu erobern zu wollen, um die Nachschublinien des Feindes abzuschneiden. Was am Papier als gute Idee klingt, stellte sich als fataler Fehler heraus. Als Kunde von den Geschehnissen in Masrar nach Korlakai drangen, reagierte Korlakai sofort. Belagerungsvorräte wurden aufgestockt, Zisternen gefüllt und Armeen ausgehoben. Als Hormius gewaltige Armee aus fast 35.000 befreiten Sklaven gegen die Stadt zog, ließen die Sklavenmeister von Korlakai gezielt, zehntausende unausgebildete, sehr junge oder sehr alte Sklaven frei. Dies schonte zum einen die Ressourcen von Korlakai, verringerte die Chancen eines erfolgreichen Aufstandes von innen und sorgte vor allem dafür, dass zehntausende, für Korlakai relativ wertlose, Sklaven zu Hormius Armee strömten. Hormius hatte bereits Probleme seine 35.000 Mann zu versorgen und auszurüsten. Die neuen Sklaven sprengten den Rahmen komplett.

Seuchen und Hungersnöte brachen in Hormius Armeelager aus. Seine Rechte Hand, eine ehemalige Gladiatorin namens Alikar die Ungebändigte, starb an einer Seuchenkrankheit im Lager, so heißt es. Große Teile seiner Armee waren nicht mehr kampffähig, verlangsamten die gesamte Armee oder desertierten aufgrund der horrenden Bedingungen im Lager. Als Hormius Armee schließlich Korlakais Stadtmauern erreichte, war sie vor Krankheit, Hunger und schlechter Ausrüstung zerrüttet. Hormius wusste, dass er die Stadt nicht mehr erstürmen konnte, da Korlakai zu gut verteidigt wurde und seine Armee zu erschöpft war. Beide Seiten stellten sich auf eine lange Belagerung ein. 

Ir Izor war in der Zwischenzeit nicht untätig gewesen. Sie hatten eigene Armeen aufgestellt und ausgebildet, aber vor allem waren sie ein Bündnis mit den Hobgoblins der Dragnozoc-Legionen eingegangen. Die Warlords der Hobgoblins hatten großes Interesse daran, dass der Sklavenhandel an der Kettenküste weiterbesteht und zogen gegen Hormius in die Schlacht.

Zermürbt von zwei langen, harten Jahren der Belagerung, musste sich Hormius unterlegen einer letzten Schlacht vor Korlakai stellen. Den Armeen von Ir Izor, den Hobgoblin-Legionen und einem Ausfallangriffs der Verteidiger von Korlakai, konnten Hormius Armeen nicht standhalten und sie wurden eingekesselt und abgeschlachtet. Überlieferungen zufolge dauerte das Blutbad 14 Stunden und endete bei einem blutrotem Sonnenuntergang über der Kettenküste. Die gefangenen 8.732 befreiten Sklaven wurden entlang der Hauptstraße von Korlakai nach Ir Izor gekreuzigt und bis zur Verwesung hängen gelassen. Die Straße ist seitdem als der "Weg des Schmerzes" bekannt. Seitdem wagte kaum ein Sklave mehr, gegen seine Herren aufzubegehren.

 

Wirtschaft

In der Kettenküste ist der Sklavenhandel der dominierende Wirtschaftszweig. Dabei bezieht man vor allem neue Sklaven von den Hobgoblin-Legionen, die auf ihren Feldzügen gegen Osadia oder andere Länder von Dossyr reichlich Sklaven machen. Generell versucht man sich mit den Hobgoblins gut zu stellen und lädt sie oft zu Festessen ein und macht ihnen großzügige Geschenke. Weiters werden auch einige Sklaven von Epheron gekauft, die auf ihren Raubzügen auch zahlreiche Sklaven nehmen. Das allgemein Geschäftsmodell ist untrainierte, billige Sklaven einzukaufen, sie in den Schulen der Städte auszubilden und als teure, wertvolle Sklaven weiterzuverkaufen. Größter Abnehmer der Sklaven der Kettenküste ist Tyros, das einen steten Fluss an Sklaven benötigt. Obwohl die Stände Rivalen und Konkurrenten sind, unterstützt man sich auch gegenseitig. Hat beispielsweise eine Stadt zu wenig Sklaven geliefert bekommen, verkaufen die Städte Teile ihres Sklavennachschubs an besagte Stadt. Dies geschieht in der Annahme, dass, falls man selbst einmal zu wenige neue Sklaven erhält, die anderen Städte den Gefallen erwidern.

Weiters werden auch auf zahlreichen Sklavenplantagen, außerhalb der Städte, Felder mit Getreide, Tabak oder Baumwolle sowie Obsthaine bestellt. Die dortigen Nahrungsmittel werden hauptsächlich in den Städten verbraucht, manchmal jedoch auch weitergehandelt.

 

Geographie und Klima

Im Süden und Südosten der Kettenküste herrscht mediterranes Klima mit heißen trockenen Sommern und kühlen feuchten Wintern. Im Norden und Nordosten gibt es weniger. Hier herrscht das kontinentale, wüstenähnliche Klima des nahen Ödlands von Zentral-Dossyr. Die mittleren Temperaturen in Korlakai liegen im Sommer bei 31 bis 38 °C und im Winter bei 13 bis 19 °C.

 

Kultur

Sklavenhändler leben mit ihren Familien in großem Reichtum. Als beliebter Zeitvertreib gilt das Segeln in der Dämmerung im Meer vor den Städten. Dazu besitzen viele der Meister luxuriöse Lustkähne, die von Sklaven betrieben werden. Auch sind Sänftenritte durch die Straßen der Städte sehr beliebt. Sie dienen zum einen als Transportmöglichkeit von A nach B und zum anderen um die Sklaven der Städte daran zu erinnern, wer ihre Meister sind. Weiters ist es unter den Sklavenmeistern weit verbreitet ausschweifende Festmahle und Feiern abzuhalten. Die Meister kleiden sich in Togas, dass nur die in Freiheit geborenen tragen dürften, aber in der Regel nur von Sklavenhändlern getragen werden. Der Wert der Stoffe, aus denen die Fransen der Togen gemacht wurden, zeigte das Vermögen und den Rang des tragenden Meisters an.

Auch unter den restlichen Freigeborenen genießt man so manche feineren Dinge des Lebens. Wein wird sehr wertgeschätzt. Die großen Kämpfe in der Arena von Masrar gelten als besonders beliebte Unterhaltung. Viele der Bewohner reisen aus den Städten nach Masrar, wenn ein großes Turnier ansteht.

Die Sklaven selbst haben wenig worauf sie sich freuen können. Die Sklaven halten sehr zusammen und versuchen so gut es geht an der Kultur ihr ehemaligen Heimat festzuhalten. Es ist üblich die Kulturen untereinander zu zelebrieren und mit den anderen Sklaven zu teilen. Somit wird sie für alle am Leben erhalten und man vergisst sein altes Leben nicht so schnell. Es gibt lediglich einen Tag im Jahr in der Kettenküste, an dem den Sklaven absichtlich etwas Gutes getan wird – der Tag der Güte. Ein kleiner Prozentsatz der jährlichen Sklavenprofite wird am Tag der Güte in der Kettenküste dafür ausgegeben, die Sklaven an einem Tag im Jahr mit gutem Essen und sonstigen schönen Dingen zu versorgen. Dieser Tag ist ein lang erwartetes Fest unter den Sklaven und oft der einzige Lichtblick im Jahr. An diesem Tag muss kein Sklave arbeiten und darf sich an den Geschenken ihrer großzügigen Meister erfreuen.

 

Militär

Die Städte der Kettenküste haben alle große Sklavenarmeen, mit denen sie die Städte verteidigen. Obwohl ihnen eine Rivalität, was den Erhalt und Verkauf von Sklaven angeht, herrscht, ist diese friedlich. Krieg untereinander wird unter allen Umständen vermieden.

Jedoch genießen lediglich die Sklavensoldaten aus Masrar einen guten Ruf. Eine Vielzahl der restlichen Sklavensoldaten gilt als arm und untrainiert.

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