An der südwestlichen Küste von Dossyr, auf der Sichelmond-Halbinsel, liegt das Imperium von Tyros. Einst als das Alte Imperium von Tyr bekannt, erstreckte sich das Imperium vor Jahrhunderten beinahe über die gesamte Welt – jetzt ist es nur mehr ein von Sklaven, Militär und Okkultismus durchdrungener Schatten seines alten Selbst. Doch das hindert den unsterblichen Imperator, Aulus Terodonius Maximus, nicht an der alten Größe festzuhalten und sich nach vergangener Macht zu sehnen – und diese vielleicht mit Schwert und Blut zurückzuerlangen, während verborgene Kultisten danach trachten Azaloths Einfluss wiederherzustellen.
Regierung
Regiert wird das Tyrische Imperium seit über 1.600 Jahren vom unsterblichen Imperator Aulus Terodonius Maximus in der Metropole Tyr. Der Imperator stellt das absolute Oberhaupt von Tyros dar. Er hat unangefochtene Befehlsgewalt über Gesetz, Gericht und Militär. Sein Wort gilt. Er kann Gesetze und Entscheidungen mit sofortiger Wirkung abschaffen oder ändern. Durch die Legenden, die sich um den Imperator ranken, hat sich in den vergangenen Jahrhunderten auch ein Kult um ihn gegründet, der ihn, zum Zorn vieler Priester der Obersten, als lebenden Gott verehrt.
Unterstützend wird er von einem Kreis aus Beratern umringt, die verschiedene Ämter bekleiden und den Imperator beim Regieren, Verwalten und Entscheiden unterstützen. Die Berater sind unglaublich einflussreiche Staatsmänner, Generäle oder Beamte, die sich durch Speichelleckerei, Intrigen, Beziehungen, oder, in seltenen Fällen, auch Talent an die Spitze gearbeitet haben.
Demographie
Zu Hochzeiten des Imperiums war Tyros ein sehr kulturell und ethnisch diverses Reich. Seit dem Untergang des Weltreiches hat sich das Land etwas homogenisiert. Dementsprechend verteilt sich die Bevölkerung wie folgt:
- Menschen: 48 %
- Halblinge: 26 %
- Zwerge: 11 %
- Kalashtar 6 %
- Elfen 3 %
- Sonstige: 6 %
Bevölkerung
Tyrer gelten als sture, unnachgiebige und stolze Leute. Viele von ihnen neigen zu nationalistischen Ansichten und glauben an die Überlegenheit von Tyros gegenüber anderen Ländern und Kulturen, insbesondere gegenüber den Ländern, die aus dem alten Tyr entsprungen sind. Diese Länder sehen sie kaum als eigenständige Länder an, sondern als verlorene Schafe des eigenen Imperiums. Viele Tyrer trauern dem Alten Imperium von Tyr nach und haben eine romantisierte Vorstellung des alten Reiches und sehnen sich nach der „guten alten Zeit“.
Tyrer sind passionierte Menschen, die alle Dinge mit voller Überzeugung machen. Sie sind oft sehr direkt, pragmatisch veranlagt und denken sehr kalkuliert und taktisch. Das lässt sie auf andere Völker oft kalt und berechnend wirken, doch sind Tyrer treue Freunde und Verbündete, die mit aller Macht hinter einem stehen.
Die Tyrische Gesellschaft ist eine stark definierte Klassengesellschaft, die sich auf vier Gesellschaftsklassen, mit absteigender Rangordnung, aufteilt:
- Munus (Hoher Adel)
- Potens (Niederer Adel)
- Levis (Bürgerschicht)
- Servitori (Sklaven)
Die Munus sind in der obersten Klasse der Gesellschaft. Sie sind der hohe Adel von Tyros. Dieser Klasse gehören der Imperator und seine Verwandten, sowie alle großen und alten Familien und hohe Staatsmänner an. Durch die Vergangenheit mit der Kirche des Einen sind auch sehr viele der heutigen Nachfahren des damaligen Inneren Zirkels des Kultes, Teil der Munus. Innerhalb der Munus sind auch besonders jene Familien mit vielen „Geschenken“ von Azaloth zu finden.
Potens ist die zweit höchste Klasse der tyrischen Gesellschaft und stellt den niederen Adel dar. Sie umfasst Offiziere der Legionen, den Geldadel sowie kleinere Staatsmänner.
Levis ist die Bürgerschicht. Sie ist der größte Teil der tyrischen Gesellschaft. Levis reichen von Handwerkern bis hin zu Bauern mit kleinem Grundbesitz und einer kleinen Menge an Sklaven. Die ärmsten Levis leben ein Leben auf der Straße. Technisch gesehen gehören auch die Libertatis, freigelassene Sklaven, in diese Klasse. Doch Freigelassene werden oft als eigene, untergeordnete Klasse der Bürger wahrgenommen.
Die unterste Klasse der tyrischen Bevölkerung stellen die Servitori dar, die Sklaven. Sie haben keine Rechte und gelten als Besitz der anderen Gesellschaftsklassen.
Es kommt vor, dass Personen innerhalb einer Generation von einer Gesellschaftsklasse in eine höhere Klasse aufsteigen. Sehr selten ist jedoch, dass eine Person zwei oder mehr Klassen in einem Leben aufsteigt. Meistens arbeitet eine Familie viele Jahre und Generationen daran zu den Munus oder Potens aufzusteigen.
Durch die langjährige Anbetung von Azaloth gab es viele Kultisten und Anhänger der Kirche, die mit „Geschenken“ ausgestattet wurden. Diese Mutationen traten in allmöglichen Formen auf. Für den Großteil der Mutanten treten sie zwar in Form von psionischen Fähigkeiten, wie Telepathie oder schwächere Formen der Telekinese, auf, jedoch können die Mutationen auch anatomische Veränderungen hervorbringen. Zu den gravierendsten Mutationen zählen beispielsweise Tentakel an diversen Körperstellen, ein chitinöser Panzer, ein geleeartiger Körper oder klauenartige Extremitäten. Damals galten sie als die größte Ehre, die ein Gläubiger von Unicos erhalten konnte. Heute gibt es immer noch Nachfahren dieser Kultisten in der Bevölkerung, die immer noch von den Mutationen gezeichnet sind. Jetzt gelten sie in der Gesellschaft jedoch als Schandfleck und Schmach. Im Hohen Adel jedoch, gelten die Mutationen durch Azaloth immer noch als Ehre und als Zeichen einer gesegneten Abstammung und betrachten Geschenke unter Bürgerlichen als Verschwendung. Unter den Munus sind besonders viele mit solchen Mutationen aufzufinden, da viele Familien von den damaligen Kultisten und dem inneren Zirkel abstammen.
Geschichte
Die Geschichte von Tyros beginnt vor vielen Jahrtausenden – im Zeitalter des Arkanen. Das damalige Königreich Tyr, unter dem ehrgeizigen König Sappulus Hermäius Toret, verdiente viel Gold durch den Handel von Lebensmitteln und sonstigen Handelswaren. Diesen Reichtum wollte man ausweiten und mehren, weswegen König Toret im Jahr 1185 VS einen Eroberungsfeldzug startete, in dem er Nachbarländer und benachbarte Kulturen nacheinander überfiel und in sein Reich eingliederte. Durch revolutionäre Waffen, Rüstungen, Ausbildung und Taktik, konnte kaum eines den anderen damaligen, nicht so weit entwickelten, Ländern etwas den tyrischen Legionen entgegenstellen. Seine Nachkommen führten den Traum weiter und so wuchs Tyr innerhalb weniger Jahrhunderte zu einem Weltreich – zum Alten Imperium von Tyr, angeführt von einem Imperator. Im Jahr 461 VS erreichte Tyr schließlich seine größte Ausdehnung.
Während des Zweiten Großen Krieges brannte Tyr jedoch genauso, wie alle anderen Teile von Volothar. Die tyrischen Legionen hielten den Dämonen- und Verräterhorden so gut es ging stand, aber das Imperium wurde verwüstet und zu Asche verbrannt. Doch die wahre Katastrophe stand noch bevor. Als die Vinera, die Zauberruferin, den Ritus der Trennung wirkte und katastrophale magische Energien freigesetzt wurden, die die Ewige Barriere erschufen und die Götter verbannten, befand sich Tyr im Epizentrum der darauffolgenden Zertrümmerung. Der Superkontinent Volothar wurde in Stücke gerissen – mit dem Imperium in seinem Herzen. Die glorreiche Weltmacht wurde auseinandergerissen und ins Chaos gestürzt. Länder wurden entzweit, Berge geplättet, neue Gebirge aus der Erdkruste herausgepresst und Ebenen von dem neu entstandenen Zersprengten Meer geflutet, weswegen viele Landstriche für immer in der See versanken.
Zersprengt und das Reich im Chaos versunken, versuchte der damalige Imperator Gaius Esperius Manta das Verlorene im Jahr 2 NS zurück ins Reich zu holen. Während viele Gebiete froh waren, zur Herrschaft und der Ordnung der Hauptstadt zurückzukehren und die Legionen von Tyr mit offenen Armen empfangen, gab es einige abgetrennte Gebiete, die im Chaos ihre Unabhängigkeit erklärten und sich weigerten Teil des neuen Imperiums von Tyr zu werden. Der Imperator startete den langen Wiedervereinigungskrieg, in dem er von Tyr aus alle übrig gebliebenen, ehemaligen Provinzen erneut eroberte und ins Imperium holte. Es sollte 26 Jahre und einen Imperator-Wechsel dauern, bis alle verlorenen Schafe im Jahr 28 NS wieder unter einem Imperator vereint waren. Durch das neue Meer im Herzen des Reiches wandelte sich das neue Imperium von Tyr in eine See- und Handelsnation, die ihren Höhepunkt unter dem legendären Imperator Aulus Terodonius Maximus erreichte.
In der Verzweiflung durch die Separation und der Zertrümmerung, machte sich im Imperium von Tyr ein neuer Kult breit, der viel Anklang unter der Bevölkerung fand, die keinerlei Hoffnung für die Zukunft hatte. Der Kirche des Einen wurde 21 NS in der damaligen kleinen Provinzstadt Sanguinia gegründet. Die Kirche betete einen Abgott an, namens Unicos, Herr der Schöpfung und der Einzig Wahre Gott. Die Kultisten predigten, dass er einzige Gott in Existenz sei. Die zuvor bekannten Obersten seien nur Aspekte dieses einen Gottes – und nun da sie alle verbannt waren, waren sie wieder zu einem Ganzen geworden. Der Kult fand besonderen Anklang bei der Oberschicht und gewann rasch an Beliebtheit und somit Einfluss und Macht. In kürzester Zeit verbreitete er sich weiter in der Bevölkerung, da er nun durch die politischen Anführer gefördert und verbreitet wurde. Nur wenige Jahre nach dessen Entstehung, sah sich der damalige Imperator Quintus Terodonius Macro im Jahr 32 NS schließlich dazu gezwungen, den Wunsch des Volkes und der Adeligen zu erfüllen, und ernannte die Kirche des Einen zur Staatsreligion. Was jedoch öffentlich nicht bekannt war, ist, dass Unicos nur eine Täuschung war und der Kult in Wahrheit Azaloth den Abgrundwandler anbetete – ein Geheimnis, dass die Hohe Priester des Unicos sorgfältig hegten und wovon nur der Innere Zirkel des Kultes wusste – wozu selbst der Imperator nicht zählte.
Die Anbetung von Azaloth bzw. Unicos, ging für 92 Jahre gut und verwurzelte sich tief in der Kultur des Imperiums. Jedoch wurde die Kirche zunehmend radikaler: Menschenopfer wurden Unicos dargebracht und jene, die sich nicht der Kirche anschlossen, wurden von einer neu gegründeten Inquisition hingerichtet. Doch blieb die Anbetung des Abgrundwandler den echten Obersten Göttern nicht verborgen und sie informierten ihre obersten göttlichen Vertreter: die religiösen Führer in Agios Sanctor. Rasch sammelten sie Soldaten und Unterstützung in anderen Ländern und riefen zu einem Göttlichen Feldzug auf, der die Bedrohung durch die Kirche des Einen vernichten soll. Die Anführer von Agios Sanctor baten die anderen Länder und Reiche von Volothar um Hilfe und viele antworteten den Ruf und schlossen sich dem Göttlichen Feldzug gegen Tyr an. Im nachfolgenden 22-jährigen Feldzug wurde das Alte Imperium von Tyr, am Höhepunkt seiner Macht, von allen Seiten angegriffen. Hunderttausende Krieger zogen im Namen und unter den Heiligen Symbolen der Obersten in den Krieg und waren schließlich siegreich. Tyr wurde von allen Fronten überfallen und überrannt, die Häretiker vernichtet und die Kirche des Einen zerschlagen – so ging das tausend Jahre alte Imperium unter (135 NS).
Damaliger Imperator Aulus Terodonius Maximus war selbst zwar, gezwungenen Maßen, Anhänger der Kirche, da sie Staatsreligion war, glaubte jedoch nicht wirklich an die Lehren des Unicos und wusste auch nichts davon, dass er in Wahrheit Azaloth war, denn die Imperatoren waren stehts im Dunklen über die Wahrheit der Kirche gelassen worden. Zu viel Macht hatte der Imperator und hätte nur einer etwas gegen die Kirche gehabt, hätte er die Wahrheit ans Licht bringen und die Kirche auflösen können. Terodonius galt damals bereits als Reformator, als größter aller Imperatoren des Reiches und als lebende Legende. Unter ihm blühte das Imperium zu neuer Pracht auf – er machte das Imperium zur Seemacht, festigte seine politische Position auf der Welt und brachte Wohlstand und Frieden ins Reich. Das gesamte Volk verehrte ihn und er genoss großen Einfluss und Respekt am Kontinent. Doch weder sein Ruf, noch sein Unwissen schützten ihn vor dem Zorn des Göttlichen Feldzuges. Er wurde tödlich bei der Verteidigung der Stadt Tyr verwundet. Der, dem Imperator treuer, Hohe Priester und Hofmagier Azaloths, namens Parus Tirius Ophelon, entschied sich seine unheiligen Kräfte und dunkles Wissen, die ihm der Abgrundwandler zeigte, einzusetzen und das Leben des Imperators zu retten. In den letzten Stunden des Herrschers, vollführte er ein dunkles Ritual: Er beschwörte mit Azaloth's Hilfe eine widerwärtige Kreatur aus dem Fernen Reich – ein Parasit, den er dem Imperator implantierte, um seine schrecklichen Wunden zu heilen. Ophelon gab war erfolgreich: Der Parasit rettete Terodonius' Leben und machte ihn sogar unsterblich – doch zu einem hohen Preis. Der Parasit verformte ihn, verwandelte ihn in eine schreckliche Kreatur: einen Eldritch Lich.
Bis heute regiert der Imperator Aulus Terodonius Maximus vom Ewigen Thron von Tyros aus – ein unsterblicher Eldritch Lich, besessen durch den Parasiten aus dem Fernen Reich, der durch das Schwarze Ritual des Ophelon beschworen wurde und bis heute dem Imperator Botschaften und Anweisungen aus dem Fernen Reich und Azaloth zuflüstert. Anstatt einem Menschen, gleicht er jetzt mehr einem Monster oder einer Aberration. Terodonius wehrt sich mit aller Kraft gegen den Einfluss von Azaloth, doch es heißt über die Jahrhunderte schwindet sein Widerstand langsam – bis er eines Tages eine Marionette des Abgrundwandlers oder des Fernen Reiches ist.
Nach dem Göttlichen Kreuzzug brach das Imperium von Tyr, trotz dem Überleben von Imperator Terodonius, endgültig auseinander. Nur das Kerngebiet und die Inseln um die Hauptstadt blieben Teil des Reiches, das sich jetzt Tyros oder das Tyrische Imperium nannte. Der Rest der ehemaligen Gebiete gründete eigene, neue Länder:
Tyros ist der Staat, der dem alten Tyr am ähnlichsten ist und immer noch von einem Imperator regiert wird. In den 1.500 Jahren nach dem Untergang des Altem Imperiums, haben sich Tyr und die anderen Länder daran gesetzt sich wieder aufzubauen und vielleicht zu alter Größe zu kommen. Bis heute träumt der unsterbliche Imperator Aulus Terodonius Maximus davon, eines Tages, die Grenzen des Imperiums einmal mehr auszuweiten. Der Kult des Azaloths bereitet jedoch immer noch Probleme in Tyros. Okkultisten beten im Dunklen zum Abgrundwandler und als geheime Organisation arbeiten sie an der Wiederherstellung seiner alten Macht und an Einlfuss im Imperium.
Politisch gilt Tyros im besten Fall als Unruhestifter und Störer des Friedens – im schlimmsten Fall als Kriegstreiber und aggressive Expansionisten. Die letzten Jahrhunderte sind von zahlreichen Kriegen zwischen dem Imperium und Nachbarländern, insbesondere Venatrien, durchzogen, in denen versucht wird, ehemalige Gebiete wieder ans Reich anzuschließen. Der letzte Krieg war mit Venatrien und liegt 34 Jahre zurück. Seitdem herrscht ein wackeliger Frieden zwischen den beiden Ländern.
Wirtschaft
Tyros ist eine große See- und Handelsnation, die ihre zahlreichen Handelswaren aus der großen Bergbau-, Land- und Forstwirtschaft des Landes bezieht. In Manufakturen und Zunftbetrieben werden zahlreiche Güter hergestellt, die ebenfalls ins Ausland importiert werden. In vielen Geschäften und auf vielen Märkten wird auch Tauschhandel oder Naturalien akzeptiert. Ein großer Teil der inländisch produzierten Güter wird von der Hauptstadt bezogen.
Jedoch ist Tyros eine Importnation. Besonders die riesige Metropole Tyr verschlingt eine Menge an Rohstoffen, weswegen man von einem steten Strom an Ressourcen wie Lebensmittel ins Reich abhängig ist. Besonders gerne werden Lebensmittel aus Osadia oder Braşov importiert um die tausenden hungrigen Mäuler in der Hauptstadt zu stopfen.
Besonders wichtig ist, dass die gesamte Wirtschaft von Tyros auf Sklaven basiert. Beinahe die gesamte körperliche Arbeit wird von Sklaven verrichtet. Sklaven stellen seit Jahrtausenden den wirtschaftlichen Motor der tyrischen Gesellschaft dar. Ohne Sklaven wären viele der Bauwerke und Errungenschaften des Reiches nicht möglich. Auch ist Sklave nicht gleich Sklave, es gibt viele unterschiedliche Schichten innerhalb der Sklaven. Mit Glück kann man von einem reichen Haus gekauft werden, indem man fast in demselben Wohlstand als seine Herren lebt, oder aber man wird an die Minen verkauft und schuftet solange unter Peitschenhiebe und mangelhaftem Essen, bis man vor Erschöpfung stirbt und in eine Grube zu den anderen hunderten Toten geworfen wird.
Auf tyrischen Münzen ist standardmäßig auf einer Seite der tyrische Adler eingeprägt, während auf der anderen Seite das Profil und der Name des Imperators zu sehen ist.
Geographie und Klima
Tyros hat überwiegend ein mediterranes Klima mit feucht-milden Wintern und trocken-heißen Sommern. An der Küste ist es im Winter sehr mild und es regnet häufig; Schnee fällt nur selten. Die Sommer sind relativ heiß und es gibt nur gelegentlich Sommergewitter.
Im südlichen Wolfsgebirge herrscht aufgrund der Höhenlagen ein meist kaltes Gebirgsklima, die Sommer dort sind überwiegend mild.
Der Süden und Westen des Landes sind von bewaldeten Hügeln durchzogen, zwischen denen sich weitläufige Ebenen erstrecken. Durch Tyros fließt der Strom Flavius, der im Wolfgebirge entspringt. Im Westen des Landes liegt der Altus-Wald. Auf der Ostseite des Flavius liegt der Virida-Wald.
Vor der Küste von Tyros liegt die Frangeris-Inselgruppe, bestehend aus vier Inseln (von der größten zur kleinsten):
- Hagaria Magna
- Saxuta (links)
- Arenosus (rechts)
- Hagaria Minor
Kultur
Aufgrund der hohen Sklavenbevölkerung, die fast die gesamten niederen und körperlich anstrengenden Arbeiten verrichten, hat sich die Gesellschaft von Tyros auf Unterhaltung eingestellt. Viele Tyrer schätzen ihre Freizeit sehr und verbringen sie mit Theater, Banketts, Konzerten oder sonstigen Kulturveranstaltungen. Besonders beliebt sind Wagenrennen und Arenakämpfe. Diese brutalen Sportereignisse erfüllen den Wunsch nach Unterhaltung der Tyrer wie keine anderen. Besonders Gladiatorenkämpfe werden gerne eingesetzt um die Bevölkerung bei Laune zu halten.
Sklaverei ist ein wichtiger Teil der tyrischen Kultur. Sklaven verrichten die härtesten und unbeliebtesten Arbeiten im Reich. Sie werden meisten auf den Sklavenmärkten der Kettenküste gekauft. Man erkennt einen tyrischen Sklaven an einer kleinen Tätowierung im Gesicht, die er bei Eintritt in die Sklaverei in Tyros erhält. Sollte der Sklave, etwa durch besonderen Dienst oder nach Tod seines Meisters, freigelassen werden, wird die Tätowierung durch ein Branding eines speziell angefertigten Brandeisens vervollständigt, sodass man erkennen kann, dass es sich nun um einen Freigelassenen und keinen Sklaven handelt.
Die Inquisitio Tyronis, oder auch Tyrische Inquisition, ist eine Behörde die der hierarchischen Verwaltungsstruktur ausgenommen ist und dem Imperator und nur dem Imperator untersteht. Die Inquisitio dient als Untersuchungskommission und Geheimpolizei. Zu ihren Aufgaben zählt grundsätzlich Personen zu finden und zur Strecke zu bringen, die gegen die Prinzipien des Imperiums in Wort, Tat und Gedanken verstoßen haben. Vernichten von Verrätern und Ketzern, also Anhängern von Azaloth, steht zu ihren Hauptaufgaben. Der Erz-Inquisitor ist das Oberhaupt der Organisation. Er steht in direkter Verbindung zum Imperator. Alle anderen Inquisitoren, mit Ausnahme von Novizen, also Inquisitoren in Ausbildung, sind grundsätzlich gleichrangig. Um ihre Tätigkeit ungestört ausüben zu können sind Inquisitoren mit diversen Rechten ausgestattet. Sie stehen grundsätzlich über jeder Art von Stadtwache, auch der Eisernen Legion, und haben Recht auf Auskunft und Einsicht. Verweigerung der Kooperation mit der Inquisition wird als direkter Verrat am Imperator geahndet und mit dem Tode bestraft. Zusätzlich zu sagen ist, dass Inquisitoren jedoch grundsätzlich NICHT über dem Tyrischen Recht und seinem Gesetz stehen. Trotz aller Freiheiten und Rechten, dürfen sie ihre Grenzen nicht überschreiten. Ein einzigartiges Recht der Inquisition ist das „Ius Conscribum“ – das Konskriptionsrecht. Hiermit können Inquisitoren jede Person ihrer Wahl, die beim Helfen eines Falles oder Problems von Nutzen wäre, zu „Lectoren“ ernennen, welche ihm beim Erledigen des Auftrages zur Seite stehen. Lectoren sind durch das „Ius Conscribum“ zur Unterstützung der Inquisitio Tyronis berufene tyrische Bürger und dienen temporär als quasi Hilfs-Inquisitoren. Theoretisch kann jeder in das Amt eines Lectoren berufen werden, wenn diese Person in den Augen der Inquisition benötigt wird. Traditionell werden jedoch Verbrecher oder Zum-Tode-Verurteilte zu jenem Amt berufen, oft mit der Aussicht auf Strafminderung oder -erlass, um einen letzten Nutzen für Tyros aus den Verbrechern zu ziehen. Lectoren haben außer dem Recht verdächtige Personen im Namen der Inquisition festzunehmen, kaum nennenswerte Sonderrechte, jedoch ist es oft weise ihren Bitten dennoch stattzugeben, da die echte Inquisition selten weit entfernt ist und diese oft nicht so geduldig wie ihre Lectoren ist. Lectoren sind durch ihren einzigartigen Hals-Reif, dem sogenannten „Torquis Honoris“ gekennzeichnet. Dieser wird ihnen beim Amtsantritt von ihrem zugeteilten Inquisitor angelegt und wird erst bei Enthebung aus dem Amt wieder abgenommen. Er dient als Kennzeichnung und als Kontrollmittel zugleich, denn der Reif ist mit Gift-Spritzen versehen, die bei unordnungsgemäßem Entfernen tödliches Gift in den Hals injizieren. Ebenfalls ist das Schloss so entwickelt, dass es sehr leicht mit einer Vielzahl an Schlüsseln zu öffnen ist, aber nur ein einziger spezieller Schlüssel, von dem nur der zuständige Inquisitor weiß wo er sich befindet, den Reif öffnet, ohne die Gift-Falle auszulösen. So wird sichergestellt, dass die ernannten Lectoren nicht einfach ihren Inquisitor töten und seinen Schlüssel an sich nehmen können, ohne sich dem Risiko, dass es nicht der richtige Schlüssel ist, den der Inquisitor bei sich trägt, auszusetzen. Stadtwachen sind grundsätzlich angewiesen keine Lectoren ohne schriftlichen, unterzeichneten Befehl aus oder in Städte zu lassen, um eine Flucht zu verhindern. Nach Erledigung der vom Inquisitor gestellten Aufgabe, enthebt er ihren Status als Lector und sie können ihr normales Leben fortsetzen. Kleinverbrecher werden nach ihrem Dienst als Lector manchmal begnadigt, während Schwerverbrechern manchmal die Todesstrafe erspart bleibt oder ihr Kerkeraufenthalt verkürzt wird.
Aufgrund des unnatürlich langen Lebens von Imperator Aulus Terodonius Maximus und der zahlreichen Legenden, die sich dadurch um seine Person ranken, entstand in den Jahrhunderten nach dem Göttlichen Feldzug ein eigener Kult rund um den Imperator. Der Cult Imperialis bezeichnet eine besondere Unterform des Glaubens an die Obersten. Er hat sich fast ausschließlich der Verehrung des gottgeglaubten Aulus Terodonius Maximus verschrieben. Anhänger des Cult Imperialis glauben sowohl an die Obersten, als auch an den Imperator als lebenden Gott. Der Imperator ist in ihren Augen im Kampf gegen den Göttlichen Feldzug zu einem Gott aufgestiegen und in den Pantheon der Obersten aufgenommen worden. Er ist für sie der größte und wichtigste Gott. Aufgrund der Gewaltbereitschaft gegenüber Bürgern, die ihren Gottimperator nicht verehren oder sich ihm gegenüber respektlos verhalten, werden manche Gruppierungen dieses Kultes oft als Fanatiker bezeichnet und mit Misstrauen betrachtet. Die fanatischsten Kultisten des Cult Imperialis werden die „Flagellanten“ genannt. Sie erkennt man an ihrer einfachen Bekleidung, meistens Kutten, ihrem rasierten von Tätowierungen übersäten Schädel und den schweren Streitkolben und Knüppeln, mit denen sie durch die Straßen ziehen. Auf ihren rasierten Schädeln, oft auch auf ihren Stirnen oder ihren ganzen Gesichtern, manchmal sogar über ihre ganzen Körper, tätowieren sich die Flagellanten Zitate und Textpassagen aus ihrer Heiligen Schrift, dem „Liber Terodonis“. Das Liber Terodonius ist im Grunde eine glorifizierte Biografie des Imperators, dass seinen Weg zum Gottdasein beschreibt und von seinen Wundertaten berichtet. Ihren Namen verdanken sie ihrem Ritual, sich mit Geißeln selbst zu schlagen und als Prozession durch die Straßen zu ziehen, während die chorgleichen Gebete an den Gottimperator richten. Dies ist ein Akt der Buße, um für ihre Sünden zu bezahlen, vor allem für die Erbsünde, dass die Verwundung des Imperators nicht verhindert werden konnte. Imperator Terodonius hält jedoch nichts von diesem Kult und möchte eigentlich nicht als Gott verehrt werden. Jedoch ist der Cult Imperialis, bis auf gelegentliche gewalttätige Übergriffe gegen „Sünder“, noch relativ harmlos, aber zu mächtig um ihn ohne größere Gewaltausbrüche aufzulösen.
Hinter geschlossenen Türen in Tyros munkelt man, dass es immer noch geheime Kulte für den Abgrundwandler im Imperium gibt. Man spricht von einer Geheimorganisation, die den Abgrundwandler wieder zu alter Macht verhelfen und ihn schlussendlich befreien möchte. Es wird behauptet, dass sich viele von ihnen in der Gesellschaft befinden und dass sie einflussreiche Posten und Ämter unterwandert haben, um Einfluss auf das politische Geschehen oder sogar den Imperator selbst zu nehmen. Doch solche Gerüchte werden abgestritten und Personen, die von solchen Dingen sprechen, werden genau von der Inquisitio Tyronis untersucht und überwacht, damit sie ihre Lügen nicht weiterverbreiten und Unwohl unter in der Bevölkerung sähen können.
Militär
Die tyrischen Legionen bilden das Rückgrat der Armee des Tyrischen Imperiums. Legionäre zeichnen sich durch ihre Ausbildung und ihre Disziplin aus. Sie gelten zu den besten Soldaten der Welt. Frauen und Männer, die sich für den Dienst in den Legionen entscheiden, verpflichten sich für 15 Jahre Dienstzeit. Nach dem Ableisten dieser Jahre erhalten sie einen großzügigen Pensionsbonus und gehen danach in den Ruhestand. Tyrische Legionen umfassen mehrere Waffengattungen, darunter Legionäre mit Schwert und Schild, Armbrüste, Speerträger und leichte und schwere Kavallerie. Die Legionen fungieren auch als Wachen im gesamten Reich.
Die Eisernen Legionen sind die absolute Elite-Einheiten des Tyrischen Imperiums. Kommandiert von handverlesenen Feldherren, gehorchen sie nur den Befehlen des Imperators persönlich. Sie sind durch einen Eid auf den Imperator, die Götter und des Reiches zu bedingungsloser Treue und Gehorsam gegenüber dem Imperator verpflichtet. Sie ziehen schwergepanzert, von Kopf bis Fuß in kompletten Plattenpanzern gerüstet, in die Schlacht und bilden somit die sehr schweren Einheiten des tyrischen Militärs. Aufgrund ihrer einzigarten Rüstungen können sie auf Schilde verzichten. Zu ihrer Ausrüstung stehen hauptsächlich Hellebarden, Streitäxte und Zweihänder. Die Eiserne Kavallerie, eine Untergruppe der Eisernen Legion, reitet mit schweren Lanzen in die Schlacht. Nur die absolut Besten der Besten Soldaten der Legionen werden für die Eisernen Legionen ausgewählt. Sie bilden die erste und letzte Verteidigungslinie im Kampf, die Speerspitze bei jedem Feldzug und stellen die gefürchtetste Waffe des Reiches dar. Neben ihrer militärischen Funktion stellen sie auch die Leibgarde des Imperators und die Stadtwache in Tyr. Oft werden sie auch als Wache und oder Begleitschutz für Gegenstände und Personen höchster Wichtigkeit eingesetzt. Die Eiserne Legion würdigt Stärke und Geschick besonders vor allen Fertigkeiten. So macht sie keinen Unterschied zwischen Ex-Verbrechern oder Adeligen, Männern oder Frauen. Solange die Fähigkeiten der Soldaten ihren extrem hohen Anforderungen entsprechen, sie bedingungslos Treu sind und Gehorsam leisten, nehmen sie sie auf.
Ein besonderer Teil des tyrischen Militärs sind Sklaven-Legionen, Legionen die zur Gänze aus Sklaven bestehen. Jeder Sklave, der geeignet ist, kann sich einer Sklaven-Legion anschließen um sein Leben im Kampf für Tyros zu riskieren. Nach 25 Jahren wird dem Sklaven danach die Freiheit geschenkt. Die Besitzer der Sklaven dürfen ihren Sklaven nicht verbieten sich der Armee anzuschließen, wenn sie das wünschen. Sklaven-Legionen werden oft für die schlimmsten Schlachten und Gefechte im Krieg verwendet, und die Überlebenswahrscheinlichkeit ist bedeutend geringer als in den echten Legionen. Auch bei ihrer Ausrüstung und Versorgung wird gerne gespart, dennoch ziehen das viele Sklaven z.B. der Arbeit in den Minen vor. Nach Ableistung der 25 Jahre Dienst werden Sklavenlegionäre schließlich freigelassen.