Vinera, die Zauberruferin, ist die Göttin der Magie, des
Chaos und der Kunst. Sie ist die Gebieterin des Chaos und die Quelle der
Arkanen Magie. In zweierlei Hinsicht, metaphorisch als auch real, ist die
Zauberruferin das Gewebe der Magie, das sich wie unsichtbare Adern oder Fäden,
durch die Welt zieht und Sterblichen erlaubt Arkane Magie zu nutzen. Die
Zauberruferin gilt als unberechenbare, stürmische und wechselhafte Hüterin
aller Zaubersprüche und magischen Ritualen. Sie kann in einem Moment still und
todernst und im anderem laut und ausgelassen sein. Sie könnte schüchtern und
unschuldig oder gelehrt und weise sein, unbekümmert und abgelenkt oder
unermüdlich und konzentriert. Jedoch in all ihrer Launenhaftigkeit, ist sie
bemüht, das Beste für des Gewebe der Magie und die Kunst in Volothar zu tun.
Die gesamte Schöpfung ist von kosmischer Energie erfüllt. Ungenutzt
durchströmt sie jeden Felsen, jeden Fluss und jedes Lebewesen, sogar die Luft
selbst. Rohe Magie ist das Ausgangsmaterial der Schöpfung, der stumme und
geistlose Wille der Existenz, der jede Materie erfüllt und in jeder
Manifestation von Energie im Universum zu spüren ist. Da Sterbliche diese
ursprüngliche Magie nicht direkt formen können, nutzen sie das Gewebe, eine
bestimmte Struktur, eine Art Bindeglied zwischen dem Willen des Zauberers und
der rohen Magie. Das Gewebe ist das Rohmaterial, aus dem die Magie gewebt wird,
und ein essenzielles Element des Universums. Die Zauberruferin ist dessen
Bewahrerin, die, die es versorgt und in gewisser Weise, auch das Gewebe selbst.
Sie schuf einst die ersten Zaubersprüche und lehrte die Sterblichen das Gewebe
der Magie zu nutzen um damit selbst auf Arkane Magie zurückgreifen zu können. Magie
ist in ihren Augen das gebändigte Chaos der rohen Magie. In Form von Kunst
lehrte sie den Magieunbegabten oder Uninteressierten, wie auch sie in ihrem
Leben Chaos Ausdruck verleihen können. Kunst in all ihren Formen, ist in
Vineras Augen, entfesseltes Chaos des menschlichen Verstandes, die reinste Form
der Selbstdarstellung, des Ausdrucks von Gefühlen und pures Leben. Auch war sie
es, die den Ritus der Trennung schuf, der die Götter von der Materiellen Ebene
verbannte und die Ewige Barriere errichtete.
Vinera pflegt eine gute Gesprächsbasis und warme Beziehungen
mit so ziemlich allen Obersten Göttern. Sie führt jedoch eine persönliche
Vendetta gegen Gruumat, der ihr im Zweiten Großen Krieg schwere Wunden zufügte,
die ihr beinahe das Leben kosteten. Inzwischen konnte sie sich zwar von ihnen
erholen, aber sie hasst ihn trotzdem noch inbrünstig bis heute dafür. Vinera befindet sich in einem göttlichen Love-Triangle zwischen Kommodes , dem
Schwurwahrer, und Selysia, der Erdmutter. Die Zauberruferin ist in einem ewigen
Zwiespalt, wessen Avancen sie erwidern soll. Auf der einen Seite übt die
„verbotene Frucht“ in Form von Kommodes, als ihr göttliches Gegenstück, eine
tiefe Faszination und Anziehung auf sie aus. Weiters rettete er ihr Leben im
Zweiten Großen Krieg, als er den Todesstoß des Roten Schänders abwendete, als
sie schwer verwundet war. Auf der anderen Seite hat sie mit Selysia sehr vieles
gemeinsam. Sie schätzt die aufbrausende Art der Erdmutter und ihre Passion für
die Natur sehr und teilt mit ihr eine ähnliche Sicht der Dinge.
In den zahlreichen Kunstwerken und Statuen, die die
Zauberruferin abbilden, wird sie als wunderschöne Frau von elfischem Blut, mit
langem feurig-rotem Haar dargestellt, mit Augen die ständig die Farben, im
ganzen Spektrum des Regenbogens, zu wechseln scheinen. Sie trägt ein langes,
oft freizügiges aber dennoch elegantes, rot-orangenes Kleid mit beinahe
leuchtender Haut. Sie genießt den Ruf als schönste aller Götter. Ihr Symbol ist eine rote Kugel mit orangen Flammen darin.
Priester der Zauberruferin zählen zu den vielseitigsten
Priestern aller Götter. Zum einen sind viele von ihnen als Gelehrte tätig, die
die Natur des Gewebes erforschen und neue Zauber kreieren oder vorhandene
verändern. Zum anderen sind viele von ihnen begnadete Künstler, die Kunst in
all ihren Formen in ganz Volothar fördern und unterstützen. An Akademien für
magische Künste kommt es oft vor, dass Priester von Vinera unterrichten und ihr
arkanes Wissen teilen. Oft führen sie auch Werkstätten, in denen so ziemliche
alle Formen von Kunst praktiziert und auch gelehrt werden. Priester der
Zauberruferin veranstalten öfters im Jahr Ausstellungen, bei denen Kunstwerke
von aufstrebenden Künstlern in ihren Tempeln ausgestellt werden.
Vinera ist die Schutzpatronin aller Künstler und Magier und
sie bilden die Hauptgruppe ihrer Anhänger. Maler, Komponisten, Schriftsteller
und sonstige Kunstschaffende beten zur Zauberruferin um Inspiration, Muse oder
dass sie deren Werkzeuge führe, um das perfekte Kunstwerk zu erschaffen. Magier
und andere Nutzer der Arkanen Magie beten oft um Hilfe, Kraft und Erleuchtung
bei ihren Studien der Arkanen Künste. Besonders in elfischen Kulturen und
Gemeinschaften finden sich die meisten Anhänger von Vinera.
Der Feiertag der Zauberruferin findet am 11. Juli statt und
wir auch Lebenskunst genannt. Lebenskunst ist ein frohes und ausgelassenes Fest,
das vorwiegend auf den Straßen gefeiert wird. Musiker, Barden und Chöre spielen
den ganzen Tag, bis in die Nacht hinein, Musik, arkane Künstler präsentieren
ihre Zaubertricks und begeistern ihre Gäste mit ihren eindrucksvollen Shows.
Kunstschaffende stellen ihre Werke aus und Händler bauen Stände in den Straßen
auf und verkaufen dort alle möglichen Essensspezialitäten aus Nah und Fern. Es
wird das Leben und die Kunst zelebriert und in das geregelte Leben gerät etwas
Chaos.
Die Gebote der Zauberruferin:
- Forme und zähme das Gewebe nach deinem Willen,
jedoch zähme weder dich selbst noch andere. Sich selbst einzuschränken ist, das
größte Geschenk des Lebens aufzugeben – einen freien Willen.
- Lass die Kunst und mit ihr das Chaos in dein
Leben, denn ein Leben ohne Chaos ist leer, farblos und langweilig.
- Liebe Magie ihrer selbst wegen und lerne wie du
sie am besten einsetzt, aber erinnere dich stets daran, dass Magie eine Kunst
ist und jene die sie zu führen wissen extrem privilegiert sind.
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