Weit im Nordosten der Binnenreiche, am Nimloth-Wald der
Waldelfen liegend, am kleinen Fluss Weißstrahl, befindet sich die Grafschaft
Silbertor mit dessen gleichnamigen Hauptstadt Silbertor. Jahrzehnte ausgeprägten Handels,
aufgrund der vorteilhaften Lage an einer Kreuzung vierer wichtiger
Handelsstraßen, machten Silbertor zu einem Drehpunkt für Waren zwischen Osten
und Westen des Kontinents und sorgten für Wohlstand und Wachstum der kleinen
Siedlung. Regiert wird Silbertor von einem aus dem Volk gewähltem Vertreter,
der anschließend den formalen und traditionellen Titel des „Grafen von
Silbertor“ erhält und für fünf Jahre die Regierung und Verwaltung der
Grafschaft übernimmt.
Bevölkerung
Die Bewohner von Silbertor gelten als aufgeschlossene, ehrliche und hilfsbereite Personen. Silbertor war seit jeher ein Durchzugsort für Händler, Reisende und Abenteuer, was zu einer weltoffenen und geselligen Lebensphilosophie führte. Personen jedes Schlages, Hintergrundes und Abstammung werden in Silbertor willkommen geheißen, solange sie bereit sind ein Teil ihrer engen Gemeinschaft zu werden und ihren naturverbundenen und kontaktfreudigen Lebensstil teilen.
Bewohner aus Silbertor tun sich in der Regel leicht im Kontakte knüpfen, da ein steter Schwall aus fremden Durchreisenden für gute Übung sorgt, neue Weltansichten kennenzulernen und Freunde zu machen. Freiheit, Vernunft und Gerechtigkeit sind Werte, die tief im gemeinsamen Bewusstsein der Bewohner von Silbertor verankert sind und einen hohen Stellenwert genießen.
Aufgrund der geographischen Nähe zu den Gebieten der Waldelfen im Norden hat Silbertor auch einen recht hohen elfischen Bevölkerungsanteil und genießt dessen kulturellen Einfluss, der sich in einer innigen Beziehung zur Natur und der Ausübung von druidischen Traditionen niederschlägt.
Geschichte
Die Geschichte von Silbertor ist so lang, wie sie interessant ist. In den Jahrhunderten nach dem Zweiten Großen Krieg, der das Königreich Kalygos auf dem heutigen Gebiet der Binnenreiche in die 73 Grafschaften der Gegenwart zerschlug, war das damalige Gebiet Eichenhagen, das heute Silbertor genannt wird, hart umkämpft. Bereits damals war klar, dass derjenige der die Handelsstraßen bei Eichenhagen kontrolliert, stete Einnahmen und umfangreiche Handelsmöglichkeiten zu erwarten hat.
Besonders die benachbarten Grafschaften Nurvos, Eskartos und Lindenruf führten heftige Kriege um die Vorherrschaft des heutigen Silbertor und besetzten abwechselnd Eichenhagen, bis eine der anderen Fraktionen es zurückerobern konnte. So ging es mehrere Jahrhunderte weiter, mit nur wenigen Jahrzehnten des Friedens dazwischen, bis schließlich eine der drei Grafschaften wieder Anspruch auf Eichenhagen und seine Handelswege erhob.
Nach mehreren Jahrhunderten des regelmäßigen Konfliktes um Eichenhagen und ohne Aussicht auf einen langfristigen Sieger, trafen sich die Anführer der drei Grafschaften im Jahr 987 NS um eine endgültige Lösung für den Konflikt um die Handelsstraßen zu finden. Zur Überraschung aller, wurde beschlossen, dass niemand der drei Grafschaften in Zukunft über Eichenhagen verfügen würde, sondern, dass eine neue, eigenständige Grafschaft auf dem Gebiet von Eichenhagen gegründet werden soll. Diese Grafschaft sollte eine neutrale Position einnehmen und über keine eigene Armee verfügen, um weitere blutige Konflikte zu verhindern. Im Austausch zu vorteilhaften Handelsverträgen mit den drei Grafschaften, würden diese die neugegründete und, aufgrund einer fehlenden Armee, wehrlose Grafschaft mit ihren Streitkräften verteidigen und Eindringlinge fernhalten.
Zur Besiegelung des Abkommens zwischen den drei Grafschaften wurde ein großer Torbogen aus purem Silber an der Kreuzung der vier Handelsstraßen errichtet, dass ein Denkmal an den Friedenschluss der Grafschaften Nurvos, Krätschingen und Lindenruf darstellen sollte. Dieser dreibeinige Torbogen aus Silber, sollte schließlich das Wahrzeichen und später sogar der Namensgeber der neuen Grafschaft werden, dass von nun an als Silbertor bekannt war.
Wirtschaft
Der Handel ist das Lebensblut von Silbertor. Reiche Handelskarawanen, müde Reisende und ehrgeizige Abenteurer sorgten seit jeher für einen stetigen Strom an Silber und Gold in die Taschen der Stadt. Ein Wegzoll sorgt dafür, dass man für jeden Handelskarren und jede Warenlieferung, die die Stadt passieren, einen Prozentanteil mitverdient. In Silbertor selbst haben sich einige Geschäfte angesiedelt, die Waren aller Art an Händler und Reisende weiterverkaufen.
Forst- und Landwirtschaft wird zwar ebenfalls betrieben, dient jedoch eher der Versorgung der Stadt. Der Verkauf an Reisende macht nur einen kleinen Anteil der Einnahmen der Bewohner von Silbertor aus.
Geographie und Klima
Durch die Stadt Silbertor fließt der kleine Fluss Weißstrahl, der im nördlich gelegenen Kreuzgebirge entspringt und weiter gen Süden verläuft und anwächst, bis er schließlich ins Zersprengte Meer mündet. Ansonsten ist das Gebiet von Silbertor ein ebenes Land, mit weiten Feldern, grünen Wiesen und ein paar sanften Hügeln. Die nördliche Grenze der Grafschaft stellt der Nimloth-Wald dar, dessen Tiere sich auch manchmal in die nördlichen Ausläufe von Silbertor begeben.
Wie im Großteil der Binnenreiche, herrscht in Silbertor ein gemäßigtes Klima, in dem auf trockene Sommer, oft ein nasser Herbst folgt. Winter in Silbertor verlaufen meist sehr milde und im Frühling erwacht die Flora, besonders im Norden beim Nimloth-Wald, schnell wieder zu neuem Leben.