1. Journals

61 - Das Nebelfeld

July 7, 2024

Kurzversion


Unsere Gruppe bestehend aus Flavius vo Wald, Flux Findelberg, Onaya, Relty, Trägering Lisbeth und mir - Asturia della Roggia - machten uns frühen morgens auf den Weg zum Extraktionsgebiet im Südwesten des grossen Sees. Späher hatten im vornherein festgestellt, dass es dort Arcanium-Kristalle geben soll. Dieses Gebiet befindet sich zwar im neu durch die Sonnenlegion beanspruchten Territorium, aufgrund der Distanz zu Oberholm war jedoch davon auszugehen, dass man allfällige Legionäre umgehen könnte.

Unsere Reise führte uns zuerst östlich über die Furt beim Runenturm, wonach wir nach Westen abbogen. Unterwegs wurde unsere Reise durch einen Angriff von Raptoren gestört. Wir erreichten nach etwas mehr als zwei Tagen das Extraktionsgebiet. Wir fanden dieses im von den Spähern beschriebenen Zustand vor. Nebelschwaden kreisten durch das Gebiet, und einige Aschewesen liefen scheinbar ziellos herum, und wurden von diesen verschluckt.

Wir näherten uns einigen Strukturen innerhalb des Gebiets an. Einer Gruppierung Kubus-förmiger Gebäude, mit drei Turmruinen in einiger Distanz davon. Wir fanden in einem kleineren Gebäude das Notizbuch einer Aufsichtsperson, das von (fehlgeschlagenen) Experimenten zur Extraktion von Arcanium-Kristallen sprach. Es fehlen jedoch Details, aufgrund der Jahre der Verwesung. Das Notizbuch sprach ausserdem davon, dass etwas am Standort eines vierten Turms, zurückgelassen wurde. Wir gingen davon aus, dass es sich dabei um Arcanium-Kristalle handelte.

Wir machten uns auf den Weg zum Standort des früheren vierten Turms, und fanden dort ein weiteres Senkloch vor, wie wir schon einige im Gebiet erspäht hatten. Ausserdem befanden sich dort einige Kreaturen, die Zombies zu sein schienen. Wir nahmen gegen diese den Kampf auf und konnten im Anschluss zwei Arcanium-Kristalle bergen. Wir entschieden uns, aufgrund des Zustands der Gruppe, im Anschluss den Rückweg anzutreten. Es gelang uns auf diesem einen weiteren Kristall ausfindig zu machen, und zu erhalten. Bei weiteren Versuchen, Kristalle an einigen schwer zugängigen Orten zu suchen, wurden einige der Gruppenmitglieder verletzt.

Der restliche Rückweg verlief grösstenteils ereignislos und es gelang uns, weiteren Patrouillen der Sonnenlegion auszuweichen.

Kanka is built by just the two of us. Support our quest and enjoy an ad-free experience for less than the cost of a fancy coffee. Become a member.

Lange Version

Bericht der Späher

Wir hatten vor einigen Tagen die Dienste der Späher verpflichtet, um nach weiteren Orten an denen Arcanium-Kristalle gefunden werden könnten zu suchen. Deren Bericht kam zurück und nannte uns das Extraktionsgebiet im Südwesten des grossen Sees, als potenzielles Ziel für eine Expedition. Dort soll früher - vor dem Untergang - Fracking nach Kristallen betrieben worden sein, was die Annahme, dass dort noch Kristalle vorhanden sein könnten, logisch machte. Man könnte an dieser Stelle sagen, eigentlich hätten wir selbst zu diesem Schluss kommen können, aber ich glaube alle Mitglieder unserer Expedition sind unabhängig davon mit anderen Themen beschäftigt. Deshalb soll uns verziehen sein.

Ausserdem liefern diese Berichte der Späher immer sonstige nützliche Informationen. So meldeten sie zum Beispiel die in dem Gebiet vorhandene Verwüstung. Es scheint als hätte etwas - ob nun das Fracking selbst, oder etwas im Zusammenhang mit dem Untergang - das Land um die Extraktion "getötet". Es wachse dort praktisch keine Vegetation mehr, und auch tierisches Leben soll den Ort verlassen haben. Was dort nun zu finden sei, wäre eine merkwürdige Art von Nebel, der sich unnatürlich durch das Gebiet bewege. Etwas, das ich vor Ort genauer untersuchen möchte.

Anreise

Mit dem Bericht entsprechend verdaut, traffen wir uns frühen Morgens - zu meinem Trotz - um den Weg in den Westen anzutreten. Aufgrund der Situation mit der Sonnenlegion, die keine Passage mehr durch "ihr Territorium" erlauben wollen, bewegten wir uns zuerst nach Osten, um dort den Fluss bei der Furt beim Runenturm zu überqueren. Wir bogen anschliessend nach Westen ab und begannen damit, die flachen Felder südlich des Flusses zu durchqueren. Dieser Weg würde zwar etwa einen halben Tag zu unserer Reisezeit dazupacken, hatte aber den ungemeinen Vorteil, dass wir nicht von Sonnenlegionären gefangen genommen, oder getötet werden sollten.

Das Extraktionsgebiet selbst befand sich zwar auch in dem Territorium, das von der Sonnenlegion beansprucht wird, aber aufgrund der Distanz zu Oberholm war davon auszugehen, dass man dort allfälligen Patrouillen ausweichen könnte. Ihre Präsenz sollte zumindest deutlich geringer sein, als an der stark überwachten Grenze zwischen der Sturmhöhe und Oberholm.

Ich unterhielt mich unterwegs mit den zwei Neulingen der Gruppe. Einer Druidin namens Onaya, und einer Kämpferin, die sich "Relty" nannte. Ich muss zugeben es versäumt zu haben, deren Geschichte zu notieren. Aber sie schienen mir beide sehr kompetent zu wirken, und zeigten Interesse an den Vorgängen in Arcanor. Ihre Kompetenz konnten sie kurz vor Ende des ersten Tages auch direkt beweisen, als unsere Gruppe in einen Hinterhalt von Raptoren geriet. Onaya gelang es noch, diese zu bemerken, bevor der Kampf losging.

Der Kampf gegen die Raptoren artete schnell in ein Gemetzel aus, bei dem viele Gruppenmitglieder - darunter auch ich selbst - einiges einstecken mussten. Es gelang uns aber letztlich, die Biester zu besiegen und wir konnten in einiger Entfernung ein Nachtlager aufschlagen. Zu meiner Unmut weigerte sich unsere Trägerin Lisbeth, ein durch die Weapon of reality rend mutiertes Bein eines der Raptoren zu tragen. Dabei wäre dies ja eigentlich genau ihre Aufgabe. Nun gut, ich nahm das Bein halt selber mit.

Der Rest der Reise verlief ohne weitere Komplikationen und wir kammen gegen Mittag des dritten Tages im Extraktionsgebiet an.

Das Tote Land

Wir fanden das Gebiet wie beschrieben vor. Das Land lag karg vor uns, der Boden nicht mit Gras durchsäht, sondern erdig und brach. Er wirkte auch dunkler, als im Rest von Arcanor üblich. Am merkwüdigsten war jedoch diese Stille, die herrschte. Es wird einem selten klar, wenn man sich nicht aktiv darauf fokusiert, wie viele verschiedene Geräusche, uns zu jedem Zeitpunkt umgeben. Das Singen der Vögel, das Zirpen von Grillen, oder selbst nur der Klang von Gras oder Blättern, wie sie im Wind wehen. Sobald wir das Extraktionsgebiet betraten, waren alle diese Geräusche weg. Es gab kein Gras, in dem sich Grillen hätten verstecken können. Keine Bäume, deren Blätter im Wind wehten. Keine Vögel, die über das Gebiet kreisten und nach Nahrung oder Paarung suchten, denn diese Unterfangen hatten keine Aussicht auf Erfolg. Das Gebiet war einfach tot und still.

Wir erspähten den von den Spähern erwähnten Nebel. Eine grosse Wolke lag auf dem weit entfernten Zentrum des Gebietes, und schützte dort alles ausser ein paar vereinzelten grösseren Gebäuden einer Siedlung, vor unseren Blicken. Darum herum kreisten vereinzelt weitere Schwaden, die in verschiedenen Farben aufleuchteten. Näher bei uns fanden wir eine Gruppierung an kleineren Gebäuden, die von drei Türmen umgeben war. Wir gingen davon aus, dass es sich dabei um eine Siedlung für Arbeiter der Mine handelte, die bei den Türmen selbst ihre Arbeit verrichteten.

Wir machten uns auf den Weg zum Zentrum dieser und achteten gut darauf, die diversen Senklöcher die im Gebiet verstreut waren, zu umgehen. Unterwegs mussten einige Aschewesen zu Dünger verwandelt werden - der Ort konnte das dringend brauchen - was Flavius aus der Distanz erledigte. Auf dem Weg erspähte man überall ein Schimmern im Boden, da Arcanium-Splitter das Licht der Sonne reflektierten und streuten. Grösstenteils handelte es sich dabei um nur winzige Splitter, fast in der Grösse von Staubkörnern, aber ich konnte 19 grössere sicherstellen. Untersuchungen ergaben, dass die Splitter eine gewisse Restmagie enthielten, die jedoch nicht annähernd der eines kompletten Kristalles gleichkommt. Sie sollten sich für meine Experimente jedoch eignen. Sie werden dabei sogar das Risiko minimieren. Höchst praktisch.

Bei den Gebäuden angekommen, fanden wir eine Art Barracke, und ein kleineres zweites Haus vor. Die Barracke war zu einem Grossteil eingestürzt. Ein Dach hatte sie einmal. Nun nicht mehr. Und beim Zerfall dessen waren scheinbar einige Teile der Wände ebenfalls eingerissen worden. Das kleinere Haus wirkte in deutlich besserem Zustand. Flux untersuchte das kleine Gebäude zuerst, gefolgt von Onaya, während ich einen Zauber vorbereitete um magische Objekte auffindbar zu machen. In dem Haus fand Onaya das Notizbuch eines Hergel Kirin.

Der Mann schien Experte für Arcanium-Kristalle zu sein, und hatte bei diesem Aussenposten scheinbar eine Aufsichtsrolle innegehabt. Seine Notizen berichteten von fehlgeschlagenen Experimenten zur Extraktion der Kristalle, und darüber wie diese auf etwas reagiert hatten. Ausserdem waren Lebewesen entweder durch die Kristalle, oder durch diese Experimente, beeinflusst worden. Mutiert. Es war schwierig, konkretes auszumachen, aufgrund der Wirkung die die Elemente auf das Buch gehabt hatten. Es musste schliesslich schon seit Jahrzehnten in diesem Haus mit undichtem Dach gelegen haben. Es enthielt ebenfalls eine Karte, die den Aussenposten zeigte. Darauf war ungewöhnlicherweise zu sehen, dass es eigentlich einen vierten Turm geben sollte. Die Notizen berichteten ausserdem darüber, dass etwas an dem Standort des vierten Turms zurückgelassen wurde. Wir nahmen an, dass es sich dabei um Kristalle handeln könnte.

Der fehlende Turm

Wir machten uns auf den Weg zur Position des fehlenden Turms. Flavius hatte während unserer Zeit im ehemaligen Arbeiterlager beobachtet, wie eines der Aschewesen in einer der Nebelwolken verschwunden war. Wir bemühten uns deshalb noch mehr, diese zu umgehen. Ich möchte diese aber zu einem späteren Zeitpunkt dringend mal untersuchen. Flavius' Auge erspähte ausserdem weitere Kreaturen in der Distanz, entfernt von dem Turmstandort. Sie wirkten untot, was aber auf die Distanz schwierig zu beurteilen war. Weiter entdeckte Flux einige Risse im Boden, die wir anschliessend auch grosszügig umgingen. Wenn an einem Ort das Land eine Tendenz bewiesen hat, dass sich plötzlich Löcher unter einem öffnen können, ist dies weise.

Beim Standort des Turmes, auf einer leichten Anhöhe neben der Siedlung, angekommen, sahen wir dass dies scheinbar auch dort passiert war. Wo einst der Turm gestanden haben musste, klaffte nun ein Loch. Dafür befanden sich dort auch eine weitere Gruppe dieser untoten Monster, die Flavius erspäht hatte. Es kann sein, dass es sich dabei um die früheren Arbeiter des Ortes handelte, die "mutiert" wurden. Und weiter einige grüne Pfützen, die scheinbar alles verschlingen, was sich ihnen näherte - was ein Aschewesen schnell beweisen konnte. Ausserdem sahen wir zu unserer Freude, einige Kristalle im Gebiet verstreut.

Flavius unternahm einen erfolglosen Versuch, die Zombies zu einer der Pfützen zu locken, woraufhin ein weiterer Kampf entbrannte. Es gelang uns, durch eine Kombination von verschiedenen Zaubern von mir und Onaya, die Wesen soweit abzubremsen, dass wir einzelne nacheinander erledigen konnten. Dies erlaubte uns den Kampf zu kontrollieren und zu gewinnen. Im Anschluss daran, sammelten wir die leicht zugänglichen Kristalle ein.

Die Kristall-Sammlung

Wir unternahmen bei einigen Anderen Versuche, diese noch zu erreichen, die jedoch fehlschlugen. Flux, Onaya und Flavius wurden dabei verletzt, und wir entschieden uns uns zufriedenzugeben. Auf dem Rückweg konnte ich einen weiteren Kristall finden, der wenig tief in der Erde eingegraben war. Wir traten diesen also mit insgesamt drei Kristallen hoher Qualität an.

Diese Art Kristall sieht faszinierend aus. Sie wirken grösstenteils wie die mir bereits bekannten - ausser natürlich grösser - jedoch ist schon auf den ersten Blick klar, dass ihr magisches Potential deutlich höher ist. Bei normalen Kristallen spürt man deren Effekt kaum, auch wenn man diese in Händen hält. Bei denen höherer Qualität, spürt man dieses Potential, schon wenn sich die Haut nur annähert. Es ist viel gefragt, aber einen solchen Kristall mal untersuchen zu können, das wäre etwas.

Der Rest des Rückweges verlief ohne grössere Ereignisse - und glücklicherweise auch ohne Raptoren. Wir erreichten nach gut zwei-einhalb Tagen wieder die Sturmhöhe, und überreichten dort die Kristalle. Insgesamt war dies eine sehr erfolgreiche Mission. Wir konnten einiges zur Expansion der Sturmhöhe beitragen. Eine weitere Suche nach Kristallen hoher Qualität, sollte hoffentlich die restlichen benötigten beitragen können. Dann würde nur noch vereinzeltes Material benötigt werden, um eine grössere Expansion zu ermöglichen. Und Dieses sollte leicht zu beschaffen sein. Es ist jedoch Schade, dass wir aufgrund Komplikationen nicht selbst in der Lage waren, alle noch benötigten Kristalle zurückzubringen. Aber zumindest werden nun zukünftige Expeditionen wissen, wo es mehr zu finden gibt. Vorausgesetzt, dass dieser Bericht auch wirklich gelesen wird.