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Deidolos Dragomir Ahozhar

Deidolos im kleinen Dorf Aschenwacht am Fuße des Schloss Eisenstein in der Grafschaft Eisenwald in den Binnenreichen auf. Beide seiner Eltern waren fanatische Anhänger ihrer Familiengeschichte und verschrieben ihr Leben, das Schloss auf die Ankunft des Aschezirkels vorzubereiten und die Schlüssel für ihre Befreiung zu finden. Deidolos Vater, Varanis Ahozhar, war einer hochrangigen Diener des Aschezirkels, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hatte, ihr Gefängnis zu öffnen und die verschollenen Schlüssel zusammenzutragen. Varanis träumte immer davon Magier zu werden und die alten Schriften des Zirkels zu studieren, hatte jedoch absolut kein Talent dafür, was seinen Frust und Selbsthass weiter anfeuerte. Er war ein grausamer und gefühlskalter Säufer, der seinen Frust und seine Minderwertigkeitskomplexe, da er seine Herren nicht befreien konnte, in Schnaps ertrank und oft an seiner Familie ausließ. Seine Mutter Marina war das Gegenteil seines Vaters. Sie war eine herzliche und liebevolle Frau, die sich stets um Deidolos gekümmert hatte und auch um seinen Vater, obwohl er es wahrscheinlich nicht verdient hatte. Sie war ohne Zweifel die wichtigste Person in Deidolos Leben und sein Fels in der Brandung, auf den er sich stets verlassen konnte. Obwohl sie eine überzeugte Anhängerin des Aschezirkels war, war sie auch eine gläubige Anhängerin von Eonos, dem Lichtbringer, ein Glauben den sie auch versuchte an Deidolos weiterzugeben. Dies hielt sie jedoch geheim, da es nicht gern unter den Dienern des Zirkels gesehen wurde, dass die Obersten Götter angebetet wurden. Deidolos teilte die Faszination mit Göttern und insbesondere des Lichtbringers seiner Mutter und betete oft gemeinsam mit ihr zu ihnen.

Deidolos hatte eine harte Kindheit. Sein Vater schlug ihn und seine Mutter regelmäßig für jede Kleinigkeit, die ihm nicht gefiel und die sich ständig zu ändern schienen. Auch Freunde hatte Deidolos keine. Beim Schloss Eisenstein gab es nur wenige Kinder und die wenigen die es gab, mieden ihn, da sie viel Schlechtes von ihrer Familie, und inbesondere von seinem Vater dem Säufer und Nichtsnutz, gehört hatten und ihnen erzählt wurde, sie zu meiden. Lediglich seine Mutter war sein einziger Freund.

Schon als kleiner Junge wurde Deidolos die Familiengeschichte und dessen Aufgabe beigebracht und versucht ihm fanatischen Eifer einzutrichtern – mit mäßigem Erfolg. Obwohl ihm die Familiengeschichte nicht wirklich interessierte, lauschte er den Geschichten über den Aschezirkel stets gerne und war fasziniert von dessen Macht und Magie, auch wenn er von der Aufgabe seiner Familie noch wenig verstand. Bereits als Junge schmökerte er sich, abseits der Lehrstunden seines Vaters, durch die wenigen überlebenden Bücher aus der einst großen Bibliothek von Schloss Eisenstein. Als er Anfing die alten magischen Zauberschriften zu studieren und sich an einfachen Zaubern versuchte, erkannte Varanis das Talent und den blitzschnellen Verstand seines Sohnes, doch aufgrund seines Neides auf seine Fähigkeiten, verbot er Deidolos sich mit Magie zu beschäftigen und seine arkanen Talente zu fördern. Deidolos ließ sich von den harten Strafen, die ihm sein Vater gab, wenn er ihn beim Ausüben von Magie erwischte, nicht abhalten. Im geheimen studierte und übte er weiter. Die vielen Schläge, das lange Knien auf Holzscheiten und die vielen Stunden in der Kälte der Nacht vor der Haustür waren es wert.

Als er älter wurde, nahm seine Aufgabe zwar nicht ernster, aber tat was von ihm erwartet wurde. Er erledigte seine Aufträge und Pflichten und half das Schloss instand zu halten. Seine Freizeit verbrachte er in der Schlossbibliothek, wo er sich mit 18 Jahren insgeheim in die sehr löchrigen Aufzeichnungen der Magie des Zirkels einlas. Von den anderen Magieanwendern unter den Dienern des Zirkels, ließ er sich alles lehren was sie konnten, alles hinter dem Rücken der wachsamen und zornigen Augen seines Vaters.

Bald wagte sich Deidolos an seine eigenen Experimente. Besonders die Schule der Nekromantie interessierte ihn – ganz nach Tradition seiner Familie und des Aschezirkels. Nachdem er tote Ratten zu neuem Leben erweckte, erschuf der talentierte junge 20-jährige Deidolos bald Skelette. Des Nachts Grub er Leichen aus dem Friedhof aus, um an ihnen seine Fähigkeiten zu testen oder bediente sich der gewaltigen Anzahl an menschlichen Überresten, die es zu Hauf in den Katakomben, Verliesen und Gewölben unter dem Schloss gab.

Mit zunehmenden Jahren wurde sein Vater stets frustrierter. Er hatte sein Leben der Befreiung des Zirkels gewidmet und war jedoch Zeit seines Lebens seinem Ziel nicht nähergekommen. Er versuchte den steigenden Frust mit einer steigenden Anzahl Alkohol zu ertränken. Deidolos Leben änderte sich schlagartig als seinen Vater, in einem weiteren betrunkenen Wutanfall, seine Mutter Marina einmal zu schwer prügelte, sie stürzte und sich den Schädel am Steinboden aufschlug und starb. Deidolos musste hilflos zusehen, wie seine Mutter auf den Steinfliesen verblutete, während sein Vater ungläubig sah was er getan hatte. Deidolos hatte Angst vor seinem Vater und brachte damals nicht den Mut auf, seine Mutter zu verteidigen oder Hand gegen seinen Vater zu erheben. Die ganze Sache wurde totgeschwiegen und als Unfall abgetan – Deidolos wurde von seinem Vater gedroht und sollte er etwas davon erzählen, würde ihn ein ähnliches Schicksal erwarten, sagte damals zu ihm.

Während der Beerdigung seiner Mutter in ihrem Garten, in dem ein kleines Grab errichtet wurde, hatte Deidolos eine Krise des Glaubens. An diesem Tag verlor Deidolos seinen Glauben an die Götter und die Welt. Marina war der gutherzigste Mensch, den er kannte, gewesen. Ein Mensch, der sogar versuchte seinen Peiniger zu lieben, bis zum Schluss als er ihr Untergang war. Dennoch fand sie einen traurigen Tod. Zu dieser Zeit realisierte Deidolos, dass die Welt grausam und verdorben war. Sie war erfüllt von Leid und Tod, die Menschen waren selbstsüchtig und böse. Sein Vater war nur ein einziger Mann in einer Welt voller Monster, seine Mutter nur eine einzige Frau in einer Welt voller toter Unschuldiger und jener Trauernden, die ihren Verlust ertragen mussten.  

Marina war eine zu tiefst gläubige Personen, die alles für den Lichtbringer und die Götter getan hatte. Wieso ließen sie zu, dass sie starb? Wieso ließen sie all das Leid und den Verlust auf der Welt zu? Deidolos kam zu dem Entschluss, dass die Götter entweder nicht die Macht hatten sie zu schützen oder einfach grausam waren, so untätig zu bleiben. So oder so, beschloss er, waren sie der Anbetung nicht würdig.

Waren es nicht ohnehin die Götter, die daran schuld seien? Hatten sie es nicht begonnen, indem sie das Böse in diese Welt gebracht und die Sterblichen anschließend im Stich gelassen haben, indem sie den Sterblichen ihre Hilfe absichtlich entsagten? Er musste das unendliche Leiden der Welt beenden, den unaufhörlichen Zyklus des Sterbens zerbrechen – er würde es beenden. Er konnte nicht länger eine Welt tolerieren, in der guten Menschen, wie seiner Mutter, Schaden zugefügt wird. Er musste eine Lösung finden – eine endgültige Lösung um das Leid, den Schmerz und den Verlust zu beenden und verhindern, dass sich all das bis zum Ende der Zeit wiederholt.

Deidolos‘ Leben nahm nach dem Tod seiner Mutter eine dunkle Wendung. Die Zeit nach der Beerdigung verbrachte er in Form von einsamen Stunden in der alten Schlossbibliothek, während er sich in einer Abwärtsschleife der Gefühle befand. Sein Vater wurde nach dem Tod seiner Mutter schließlich gänzlich wahnsinnig. Er war durchwegs betrunken, zu nichts mehr zu gebrauchen und jähzorniger und gewalttätiger denn je. Deidolos mied sein Zuhause und kam nur noch spät nachts Heim, wenn sein Vater bereits betrunken am Boden eingeschlafen war.

Auf der Suche nach Antworten, aber auch um sein Interesse nach Magie zu stillen, beschloss er ein arkanes Studium zu beginnen. Deidolos konnte die Diener des Zirkels überzeugen, ihn nach Königswerth ins Königreich Arnfels gehen und dort Magie studieren zu lassen. Er sowie der Rest der Diener, hielten es für eine gute Idee, zum einen da seine magischen Kräfte helfen könnten, die Schlüssel zu finden oder den Zirkel aus ihrem Gefängnis zu befreien, zum anderen auch damit er Weg von seinem Vater kam.

Deidolos begab sich nach Westen und bewarb sich an der Scholae Arcanum. Bei dem Aufnahmetest begeisterte er die Professoren und Abgesandten des Conventus Arcanae, unter anderem mit dessen Nekromantie als er ein totes Tier wieder zu Leben erweckte. Obwohl das Erschaffen von Untoten eigentlich verboten war und nur unter königlicher Erlaubnis praktiziert werden durfte, hinterließ er einen großen Eindruck und zeigte auch von einem gewissen Wissensdurst – ganz nach dem Geschmack des Conventus Arcanae. Sie nahmen ihn nicht nur auf, sondern stellten ihm auch ein Stipendium aus.

Seine Studienzeit war allerdings nicht viel besser als seine Zeit Zuhause. Deidolos war immer noch ein Einzelgänger, ohne wirkliche Freunde. Außerdem weckten sadistische Professoren und grausame Kommilitonen alte Erinnerungen an sein gewalttätiges Heim. Er wurde oft im Unterricht bloßgestellt oder in den Pausen misshandelt. Der Dekan konnte oder wollte ihm nicht helfen, da sowohl die grausamen Professoren nicht entlassen werden konnten und seine Studien-Kollegen ebenfalls die Kinder von einflussreichen Adeligen und Händlern waren. Also erduldete Deidolos sein Leid und biss sich durch seine Studienzeit. Dies bestärkte ihn nur in seinem Streben, diese grausame Welt zu beenden. 

Acht Jahre verbrachte er in Königswerth an der Scholae Arcanum und vertiefte sich in die Schriften alter Magie. Deidolos wurde ein geschickter Magier und suchte nach Informationen, die ihm seinem Ziel näherbrachten. Er vergrub sich in die Bücher der alten Bibliothek und stieß schließlich auf in einem antiken Folianten auf Überlieferungen von Orcus, ein mächtiger Dämonenfürst und Prinz des Untodes.

Desto mehr er über Orcus, seine Ziele und vor allem sein Macht las, desto mehr verstand Deidolos was er tun musste - wie sehr es auch verabscheuungswürdig war. Der Weg von Orcus war ein notwendiges Übel um das Leiden und den Verlust zu beenden – ein Preis den er bereit war auch mit seinem eigenen Leben zu bezahlen. Ihm fiel ihm ein, dass er vor vielen Jahren ein Buch im Schloss gelesen hatte, in dem beschrieben wurde, dass der Aschezirkel ebenfalls Orcus anbetete, denn er war es, der sie vor vielen Jahrhunderten zu Vampiren gemacht habe. Das Ankommen eines so mächtigen, beinahe gottgleichen Dämon muss die Götter einfach dazu zwingen, die Ewige Barriere zu überwinden oder zu vernichten und in die Welt der Sterblichen zurückzukehren. Das musste ihre Augen öffnen und sie dazu bringen, das Leid ihrer Kinder zu beenden, wenn sie bereit sind so weit zu gehen. Entweder bewiesen die Götter, dass sie diese Welt retten können und retten wollen oder diese Welt würde untergehen. In beiden Fällen würde das Leiden der Sterblichen und der ewige Zyklus des Sterbens in diesem kosmischen Schlachthaus ein Ende finden - eine nicht endende Farce zur Unterhaltung und Nutzen der Götter auf der persönlichen Bühne dieser göttlichen Entitäten, auf der die Sterblichen deren lächerlichen Spiele austrugen. 

Nun war sein Ziel klar: Er musste den Zirkel befreien, um von ihnen zu erfahren, wie er Orcus kontaktieren und ihn möglicherweise beschwören konnte. Hatte er zuvor die vererbte Aufgabe seiner Familie die Schlüssel zu finden und den Zirkel zu befreien, nicht recht ernst genommen, war ihm nun klar, dass das der beste Weg war, um sein Ziel vom Ende Verlustes zu erreichen. Dafür bräuchte er jedoch das uralte Arkane Wissen der Vampire und das Wissen über Wege mit Orcus in Verbindung treten zu können. Also musste er die Vampire befreien.

In dieser Zeit erreichte ihn ein Brief, in dem geschrieben stand, dass sein Vater gestorben war. Nach acht Jahren der arkanen Studien kehrte Deidolos als nach Hause zurück. Die Einladung dem Conventus Arcanae beizutreten lehnte er ab, da sie ihm keine Hilfe sein würden bei seinem Vorhaben. Zuhause angekommen besuchte er die Gräber seiner Eltern. Er spuckte auf das Grab seines Vaters, das neben dem Grab seiner Mutter angelegt wurde, zündete eine Kerze für seine Mutter an und begann anschließend in der Schlossbibliothek alte Überlieferungen über die Zeit im und nach dem Zweiten Großen Krieges zu lesen und herauszufinden, wo sich die drei magischen Schlüssel befinden könnten.

Es wird eine lange und harte Zeit sein, doch er würde nicht aufgeben, bis die drei Schlüssel ausfindig gemacht wurden. Er würde nicht zulassen, dass Menschen wie er und seine Mutter weiterhin auf ewig Schmerz, Leid und vor allem Verlust erleiden müssen. 

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Appearance

Haar
kurze schwarze Haare

Augen
blau

Größe
1,82 m

Kleidung
lange schwarz-blaue Robe