Megazorfs und Schlorpmagorps waren einst wie Brüder. Nahezu zeitgleich gelang ihnen der Schritt über die interstellare Schwelle und ihre Sternsysteme liegen benachbart im gleichen Sektor. Dies war der Nährboden, aus dem wirtschaftliche und politische Beziehungen erwuchsen und über die Jahrhunderte gediehen. Rege war der kulturelle Austausch und schließlich vereinten sich sogar die religiösen Institutionen beider tiefreligiöser Völker. Generationen vergingen und zusammen wuchsen sie, festigten ihren Stand in der intergalaktischen Politik und weiteten ihren Einfluss in unbevölkerte umliegende Systeme aus.
Doch die Zeit brachte auch Veränderung. Während die Megazorfs ihre interstellaren Handelsbeziehungen intensivierten und gigantische Flotten durch den Weltraum schickten, bevorzugten die Schlorpmagorps eine bodenständigere Lebensweise und über die Zeit führte dies zu unterschwelligen Veränderungen in religiösen Auslegungen. Das Aufkommen der Vorpschmorps und ihr kultureller Einfluss setzte ebenfalls Impulse in der kulurellen Entwicklung beider Völker, allerdings nicht dieselben.
Aufgrund der Zurückgezogenheit des Klerus dauerte es einige Generationen, bis diese Veränderungen in seine Institutionen durchsickerten, doch eines Tages wurden auch sie sich der Tatsachen gewahr. Es folgte eine lange Phase der Diskussion und der Verständigung, doch zu groß waren mittlerweile die Veränderungen im Volk. Der Konflikt entzündete sich schlussendlich auf Schl’baar, einer der bedeutendsten Pilgerstätten beider Völker. Beide Seiten warfen der anderen Ketzerei vor und sahen sich gezwungen, die Wunder Gulub Anash’s vor ihnen zu schützen.
Seitdem führen beide Seiten Krieg um die religiösen Stätten des Sektors, ohne das sich ein Sieger abzeichnen würde. Relativistische Waffen und Kriegsverbrechen werden auf der galaktischen Bühne streng geahndet und zudem würden größere wirtschaftliche Schäden weitere Parteien in diesen Konflikt mit hineinziehen, was beide Seiten zu vermeiden versuchen. Somit finden offene Kriegshandlungen praktisch nur bei religiösen Stätten statt, allerdings belastet der Konflikt auch das zivile Leben wo immer Megazorfs und Schlorpmagorps einander begegnen.
Seit nicht allzu langer Zeit werden die Kämpfe auch durch Friedensverhandlungen unterbrochen. Das Concord, ein junges Menschenvolk mit der Gabe hoher Einfühlsamkeit, hat sich als Vermittler angeboten und manchen Erfolg erzielt. Doch die Fronten sind nach wie vor verhärtet, ein Ende des Konflikts zeichnet sich noch nicht ab.
Relativ kleine, aquatische Schworps, die sich mit technischen Mitteln an Land fortbewegen. Raumfahrt mit größeren Mengen von Wasser an Bord ist ineffizient und überhaupt ist das Wasser kein guter Ort für die meisten technologischen Errungenschaften, deshalb ist für die Megazorfs das Steuern ihrer markanten Exosuits zur Normalität geworden. Dank neuronaler Schnittstellen, industrieller Normen und einem üppigen Markt an Komponenten ist das Führen eines Exosuits im Leben eines Megazorf selbstverständlicher, als das Fahrradfahren in archaischeren Kulturen. Ein Megazorf ohne Exosuit ist wie ein Mensch ohne Kleidung.
Bekannt sind die Megazorfs außerdem für ihre großen Handelsflotten und guten Geschäftssinn, was sie im Allgemeinen zu gern gesehene Gästen macht. Viele von ihnen sind Reisende, im All geboren, mit nur wenig planetarem Bezug, andere wiederum haben nie einen Fuß in ein Raumschiff gesetzt. Diese Unterschiede sind eine Entwicklung vergangener Jahrhunderte und führten bei den Megazorfs zu einer liberaleren Kultur und der Aufweichung religiöser Dogmen. Dies führte letztlich zu einem Glaubenskrieg mit den Schlorpmagorps und einer allgemeinen Verkomplizierung der interstellaren Verhältnisse. Kritischen Stimmen zufolge, sowohl von innen, als auch von außen, führen die Megazorfs ein allzu willkürliches und unstrukturiertes Leben, weit weg von ihren Wurzeln. Ihre Kultur degenierere und der kognitive Kollaps stehe bevor. Zwar zeichnet sich bislang nichts dergleichen ab, doch kennt die Wissenschaft kein Modell, das dies mit Gewissheit sagen könnte.
Heimatwelt: Neridia III