Asmodeus, der böse Gott der Höllen, repräsentiert die Meisterschaft der
Tyrannei und der Herrschaft. Seine Worte sind honigsüß und sorgfältig gewählt,
beruhigend und korrumpierend für das Herz von Sterblichen. Asmodeus herrscht
über sein Reich mit eiserner Faust und seine Bestrafungen für jene die ihn
hintergehen, sind ein Stoff für Alpträume.
Böse Wesen zollen ihm und seinen
Teufeln Anerkennung, während Hexenmeister von seiner Macht angezogen werden. Asmodeus
größtes Ziel ist es über den Kosmos und alles darin zu herrschen. Unter seiner
Obhut, so glaubt er, würde das Universum einen makellosen und perfekten Zustand
annehmen, in der jede lebende Kreatur einen Platz in seiner höllischen
Hierarchie zugeteilt bekommt. Kriege würden enden und jede Kreatur hätte einen
Zweck zu erfüllen. Das Universum wäre eine Utopie, zumindest wie sich der Herr
der Neun Höllen eine vorstellt. Im Ersten Großen Krieg verwehrte er seinen
Geschwistern seine Hilfe im Kampf gegen die Armeen der Großen Alten und den Unknown.
Natürlich, so wie er es sieht, ist Asmodeus der einzige mit
genügend Charisma, Stärke und Einsicht um diese ideale Zukunft herbeizuführen. Seine
Rivalen und anderen Verrätergötter sind seiner nicht würdig, da sie, falls
allein gelassen, den Kosmos in einen dämoneninfizierten Mahlstrom verwandeln
würden. Die Kräfte des Guten sind in seinen Augen sentimentale Narren, zu
empfindlich und weich um zu tun was getan werden muss. In seiner Vorstellung,
wurde Asmodeus vom Universum auserkoren um es vor der Vernichtung zu bewahren.
Wäre der Herr der Neun Höllen nur ein bisschen weniger fähig
und begabt als er es ist, wäre seine Arroganz schon lange sein Untergang
gewesen. Dennoch sitzt er immer noch auf seinem Thron und hat jede Verschwörung
gegen ihn niedergeschmettert. Man sagt, er sei einmal in das Heim des Bahamut in Mount Celestia marschiert und hätte dort nur mit seinen Worten und seinem
Verstand überlebt. Sogar seine größten Feinde müssen ungern zugeben, dass seine
Fähigkeiten und Kompetenz herausragend sind.
Asmodeus ist ein unvergleichlicher Redner, aber auch
geschickter Stratege. Die legendärste aller seiner Errungenschaften ist in „Der
Prozess von Asmodeus“ festgehalten, ein Theaterstück, das, laut seinem Autor,
dem Aasimar Bard Anodius, auf angeblich wahren Begebenheiten basiert. In dem Stück verteidigte sich Asmodeus vor seinen Geschwistern und deren Engeln
für seine Verbrechen, den Mächten des Guten seine Hilfe verwehrt und die Herzen
der Sterblichen verführt und zu Bösem getrieben zu haben. Kommodes, der Schwurwahrer,
sollte als Richter dienen. Asmodeus gab zu, Sterbliche zu Bösem verleitet zu
haben, jedoch hatte er ihnen die Umstände ihrer Pakte und Verträge stets genau
erklärt und alle Details waren klar. Er und seine Teufel haben sich stets
darangehalten und es seien lediglich die Ambitionen der Sterblichen und nicht
seine Täuschung, die sie so viele dazu geführt haben, vom rechten Weg
abzukommen. Des Weiteren betonte er, dass Seelen, die sich ihm verschreiben, im
Jenseits im Blutkrieg gegen die Dämonenhorden kämpfen und ihre Schar im Abyss
halten. Danach sagten die Engel aus und berichteten von mehr und mehr seiner
Sünden. Aus Tagen wurde Wochen und schließlich hatte auch die Geduld des
Schwurwahrers seine Grenzen. Er gab kein finales Urteil und Asmodeus wurde
nicht bestraft, jedoch befahl er Asmodeus, stets ein mächtiges Artefakt zu
tragen, die Rubin-Rute, dass die Einhaltung des Gesetzes garantieren würde. Das
Artefakt gab ihm und seinem Gefolge das Recht Verträge und Pakte mit
Sterblichen über deren Seelen abzuschließen, bestraft jedoch jeden Teufel
fürchterlich, sollte er so einen Vertrag brechen.
Asmodeus‘ Feinde sind vielzählig, sogar unter den
Verrätergöttern, von denen viele ihn nur aufgrund von Angst vor der immensen
Macht des Erzteufels in ihrem Kreis dulden. Von all den Verrätergöttern empfindet er, neben Azaloth, am wenigsten für Drissenya, die Allsehende Viper. Denn auch sie verführt gerne Sterbliche und
lockt sie mit ihren Versuchungen in Form von Geheimnissen und vergessenem
Wissen. Jedoch schert sie sich nicht um Verträge und Gesetze, sondern täuscht
und betrügt andauernd Sterbliche die einen Handel oder Pakt mit ihr eingehen.
Seelen, die in ihren Dienst gezwungen oder getäuscht werden, dienen keinem
höheren Ziel, wie die Diener des Herrn der Neun Höllen, in Form des Kampfes
gegen die Dämonen, es tun. Eine tragische Vergangenheit verbindet Asmodeus mit Eonos, dem Lichtbinger.
Einst beste Freunde und unzertrennliche Gefährten, zerbrachen ihre Bande
während dem Ersten Großen Krieg, als Asmodeus den Obersten Göttern seine Hilfe
verwehrte. Eonos war es, der persönlich dafür sorgte, dass der Herr der Neun
Höllen vor ein Gericht gebracht wurde.
Als verdorbenes Abbild seiner himmlischen Blutlinie, von der
er einst stammte, wird der Herr der Neun Höllen, in vielen Schriften und
Wandmalereien als schöner Humanoider mit dunkler, roter Haut und langem
schwarzem Haar dargestellt. Zwei gebogene Hörner ragen über seinen Augenbrauen
in die Höhe und sein Gesicht ziert stets ein hämisches Grinsen. Scharlachrote
oder dunkle, stets feine, Roben hüllen sich um seine Form, in den Händen hält
er stets seine Rubin-Rute. Sein Symbol ist ein rotes Pentagramm.
Trotz seiner Taten und den Konsequenzen, die ein Pakt mit
Asmodeus bedeutet, gibt es einige Sterbliche, die ihn heimlich hinter
geschlossenen Türen verehren. Die Anhänger von Asmodeus gestehen ein, dass der
Erzteufel seinen Anhängern einen Pfad anbietet, der nicht für jeden ist –
genauso wie sich ewig im Licht des Lichtbringers sonnen oder das ewige
Hammerschwingen in den Schmieden des Sichelhammers möglicherweise nicht für
jeden ist. Jene die dem Herrn der Neun Höllen dienen, hoffen aus den jammernden
Massen der Stadt des Urteils in der Fugenebene im Jenseits geholt zu werden.
Sie sehen sich danach, die Herren ihres eigenen Schicksals zu sein, eine Ewigkeit
Zeit ihre Ziele zu erfüllen.
Schreine oder Tempel des Asmodeus sind sehr selten und oft
versteckt. Falls man sie entdecken sollte, würden sie zweifellos niedergerissen
werden. Der Herr der Neun Höllen ist dafür bekannt Leuten ihre Wünsche zu
erfüllen, deswegen bitten viele Asmodeus um all die Freuden und Ablenkungen,
die sie in ihrem Leben am meisten ersehnen. Jene die in schlimmen Wegen in den
Augen ihrer Götter gesündigt haben, beten manchmal zu Asmodeus um ihre Sünden
vor den Göttern zu verbergen. Seine Priester versichern, dass er es so tun wird
– jedoch zu einem hohen Preis nach dem Tod.
Die Gebote des Herrn der Neun Höllen:
- Übe Herrschaft und Macht über andere aus. Zeige
deine Willenskraft im Ebenbild des Herrn der Neun Höllen.
- Zahle Grausamkeit, die dir widerfahren ist, mit
weiterem Übel zurück. Zeigen andere dir Güte, nutze dies aus.
- Während du in deiner Macht aufsteigst, zeige
kein Mitleid oder Gnade denen gegenüber, über die du kletterst um nach oben zu
gelangen. Mitgefühl gebührt den Schwachen nicht.
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