Während die anderen Fürstentümer in den vergangenen Jahren seit dem Zusammenschluss zum Königreich Arnfels, einen großen Wandel durchgemacht haben, hat sich das Fürstentum Ostgram im Vergleich zu ihnen am wenigsten verändert. Tief im Grimmwald leben die Ostgramer in abgeschiedenen Städten und Siedlungen und gehen dort fast denselben Bräuchen und Traditionen nach, wie es ihre Vorfahren vor 1.500 Jahren taten. Fortschritt und Zivilisation hat sie zwar erreicht, jedoch haben sie es geschafft beide Welten in einer feinen Balance zwischen den Traditionen ihrer Ahnen und der Moderne des restlichen Königreiches zu verbinden. Der Grimmwald, und damit auch dessen Holz, ist Ostgrams wichtigster Rohstoff für Handwerk und Handel, aber auch zum Leben selbst.

 

Bevölkerung

Die Bewohner von Ostgram gelten als besonders eigen, zurückgezogen und schlicht und ergreifend merkwürdig – wahrscheinlich nicht ganz zu Unrecht. In Ostgram wird an alten Traditionen, Bräuchen und Ritualen festgehalten, auch an jenen, die in den Augen von Arnfelser aus dem Süden oft unzivilisiert, seltsam oder gar barbarisch wirken.

Ostgramer mögen es in der Regel nicht wenn sich Fremde zu lange in ihren Städten und Siedlungen aufhalten und sind ihnen oft sehr misstrauisch gegenüber. Lässt man sich jedoch von der anfänglichen Zurückhaltung nicht abschrecken oder gar vertreiben und zeigt Respekt und Interesse an ihrer einzigartigen Kultur und Lebensweise, so nehmen Ostgramer auch Neuankömmlinge schnell und gerne in ihre Mitte auf. Man muss sich in ihren Augen eben beweisen.

Der Grimmwald war seit jeher ihre Heimat. Er gibt den Ostgramern alles was sie zum Leben benötigen und sie leben in enger Gemeinschaft und beinahe Symbiose mit ihm. Für jeden Baum der für die große Holzindustrie des Fürstentums abgeholzt wird, wird zumindest einer wieder gepflanzt, wenn nicht mehr. Man versucht jedoch den Wald nicht mehr zu stören als notwendig ist. Ein wichtiger Teil von fast jeder größeren Siedlung in Ostgram, sind die Golgorbäume die oft am Hauptplatz oder Ortsmittelpunkt stehen. Diese großen Laubbäume haben eine dunkle, violette Rinde und rote Blätter und nimmt eine wichtige und traditionelle Rolle in der ostgramschen Kultur ein. Sie gelten als direkte Knotenpunkte mit dem Grimmwald, sind relativ selten und dürfen unter keinem Umstand gefällt werden.

Tätowierungen findet man auch nicht selten in Ostgram. Besonders traditionsbewusste Einheimische lassen sich mit schwarzer Tinte tätowieren, die aus dem Harz der Golgorbäume gewonnen wird. Diese ziehen sich manchmal über den ganzen Körper, sogar über das Gesicht, und haben viele verschiedene Bedeutungen, die allesamt von ihren Vorfahren weitergegeben wurden.  

Erwähnenswert ist auch, das Ostgram den größten Anteil an Elfenbewohnern im Königreich aufweist. Schon jeher lebten im heutigen Ostgram Waldelfen, die mit den Menschen friedlich koexistierten. Nach dem Zusammenschluss zum Königreich, beschloss man sich zusammenzuschließen und sich den Wald zu teilen. Über die Jahrhunderte haben sich die verschiedenen Kulturen vermischt, sich weiter verbunden und zu einem einzigartigen Schmelztiegel zweier Kulturen entwickelt, was nicht allzu schwer war, da sie größtenteils ohnehin die gleichen Traditionen und Lebensweise teilten. Heute wird in Ostgram zwischen Menschen und Elfen kein Unterschied gemacht.

 

Geschichte

Wie bereits im vorherigen Kapitel erwähnt, hat sich Ostgram über die Jahrhunderte kaum verändert. Die Allianz mit den Waldelfen des Grimmwaldes war jedoch wahrscheinlich die größte und bedeutendste Veränderung. Sie kam kurz nach der Gründung des Königreiches im Jahr 5 NS zu Stande, nachdem viele Monate miteinander gesprochen und verhandelt wurde. Durch die Vereinigung der Völker und deren Kulturen übernahm man gegenseitig von der anderen Seite viele Dinge und tauschte Wissen aus. Beispielsweise weisen die meisten Siedlungen in Ostgram sowohl Häuser am Boden als auch in den Bäumen auf und deren Architektur hat sich in eine feine Mischung zweier verschiedener Stile entwickelt.

Sonst tat sich in der Geschichte Ostgrams nicht viel. Dessen Bewohner waren stets daran bedacht, ihren Wald zu schützen und sind deshalb weder als große Eroberer noch Kaufmänner bekannt.

 

Wirtschaft

Ostgrams größter und bedeutendster Wirtschaftssektor ist die Forstwirtschaft. Das Fürstentum exportiert Holz an das gesamte Königreich und dessen Nachbarreiche. Obwohl das Abholzen der Wälder ein wichtiger Wirtschaftsfaktor des Fürstentums ist, sind die Ostgramer stets bemüht ihn rasch wieder aufzuforsten und nicht zu sehr zu strapazieren oder zu roden.

Durch das viele Holz hat sich auch eine nicht zu verachtende Handwerksgilde für die Holzverarbeitung in Ostgram entwickelt. Förster, Holzfäller, Tischler, Schnitzer und Zimmerer aus Ostgram gelten als die Geschicktesten ihres Metiers im ganzen Königreich und genießen einen sehr guten Ruf am gesamten Kontinent. Nicht selten lassen reiche Adelige aus Vayrac sich Möbelstücke oder Kunstwerke aus Holz von ostgramschen Künstlern und Handwerkern anfertigen.

Obwohl eher unbedeutend, hat Ostgram auch große und besondere Wildbestände und ist ein beliebter Ort für reiche Jagdgesellschaften aller Welt, die, gegen eine große Gebühr von den Einheimischen, die Genehmigung erhalten im Grimmwald auf die Jagd nach Wild oder sonstigen besonderen Tieren zu gehen. Eine Jagd im Grimmwald ist eine Prestige-Angelegenheit und für jeden adeligen Jägersmann, der etwas auf seinen Ruf hält, ist es ein Muss, einmal in seinem Leben im Grimmwald auf einer Rieseneber- oder Eulenbär-Jagd gewesen zu sein. Einheimische beteiligen sich meistens nicht an solchen Jagden, sondern jagen nur für Nahrung. Sie fungieren höchstens als Führer und leiten die Fremden auf sicheren Pfaden durch den Wald.

 

Geographie und Klima

Bis an den Grenzen zu Nordgard und Maarstein, ist Ostgram komplett vom Grimmwald überzogen. Der Grimmwald ist ein dichter Nadel- und Mischwald, der eine Heimat für eine Vielzahl an Lebewesen darstellt und in dem es auch recht regelmäßig genügend Niederschlag gibt um einen grünen, voller Leben strotzenden Wald aufrecht erhalten zu können.

Kommt man dem Gebirge näher, wird das Gelände immer hügeliger, bis man schließlich im tiefsten Wald an den Hängen des Gebirges ist.

Die Sommer in Ostgram sind meistens recht mild und die Temperaturen übersteigen eigentlich nicht 25° C. Die Winter können recht harsch sein, sind aber kein Vergleich zu den Wintern in Nordgard und unterschreiten in den meisten Winter die -8° C nicht.

 

Militär

Obwohl Ostgram kaum über nennenswerte militärische Streitkräfte jenseits einer Miliz, die im Konfliktfall eingezogen wird, verfügt, hat es in der Geschichte von Arnfels keine fremde Bedrohung geschafft, das Fürstentum zu erobern. Niemand kennt den Grimmwald besser als dessen Bewohner und so manche Armee ist in den Tiefen jenes Waldes verschwunden, die sich dort leichtfertig hineinbegeben hat, denn Pfeile, Fallen, unwegsames Gelände und geschickte Hinterhalte erwarten den Feind dort.

Eine interessante Ausnahme bildet Festung Hartholz im Norden des Fürstentums. Obwohl die Festung auf dem Boden von Ostgram liegt, befindet sich die Grenzfestung unter Kontrolle von Soldaten aus Nordgard. Dies geschieht auf ein altes Abkommen, in dem die Nordgardner sich um die komplette Sicherung des Flusses kümmern, im Austausch dafür, dass sie auch Ostgram in Falle einer Invasion sofort Hilfe leisten. 

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