Tief im Süden von Saxor, am Ufer des Tamuj, liegt Noodos. Ein Land, das die
Philosophie des Großen Philosophen Bayul Brooj lehrt, die vom ewigen Zyklus des
Lebens und Sterbens spricht. Tod wird in Noodos nicht gefürchtet, sondern
akzeptiert. Es ist ein fruchtbarer Ort, in dem unzählige Tamuj-Kanäle das Land
fruchtbar halten und in dessen Todesgärten die köstlichsten Früchte wachsen.
Regierung
Noodos ist eine Meritokratie und wird von einem Rat aus den angesehensten Philosophen und Denkern des Landes regiert, der als der „Zyklus“ bekannt ist. Die Größe des Rates ist nicht fix und ändert sich schnell, zum Beispiel wenn junge, aufstrebende Philosophen vom Rat entdeckt, anerkannt und zu einem Mitglied auserkoren werden.
Dem Rat untersteht das „Magistrat von Noodos“, kurz oft nur das „Magistrat“. Es ist ein bürokratischer Apparat, der die täglichen Aufgaben des Regierens übernimmt und den Rat in seiner Verwaltungstätigkeit unterstützt. Hohe Verwaltungsbeamte des Magistrates tragen den Titel „Magister“ und sind hoch angesehene Personen.
Demographie
Die Gesellschaft in Noodos besteht traditionell aus Loxodon. Doch finden sich auch andere Völker in Noodos wieder. Die Bevölkerungsverteilung in Noodos ist wie folgt:
- Noodos: 78 %
- Giff: 12 %
- Menschen: 5 %
- Sonstige: 5 %
Bevölkerung
Die Bevölkerung von Noodos ist in vieler Hinsicht wie die Philosophie, die sie leben: Auf der einen Seite sind sie meist ruhig, gelassen und friedfertig, auf der anderen Seite genauso schnell wütend, brutal und gnadenlos, falls sie provoziert werden oder man die Gemeinschaft hintergeht.
Noodosi sind oft Oasen der Ruhe in den geschäftigen Straßen anderer Kulturen. Viele von ihnen summen oder singen gerne in sonoren Tönen und bewegen sich langsam oder sitzen in vollkommener Stille. Wenn sie zum Handeln provoziert werden, sind Noodosi wahre Schrecken - sie brüllen vor Wut und die Loxodon unter ihnen trompeten und schlagen mit den Ohren. Ihre gelassene Weisheit, ihre unerbittliche Loyalität und ihre unerschütterliche Überzeugung sind ein großer Gewinn für ihre Gemeinschaft.
Noodosi glauben an den Wert von Gemeinschaft und Leben. Sie glauben, dass die Mitglieder einer Gruppe die Verantwortung haben, aufeinander aufzupassen. Sobald sie einer Gemeinschaft beigetreten sind oder sich in irgendeiner Form mit anderen Individuen verbunden haben, widmen sich die Noodosi der Aufrechterhaltung dieser Verbindung. Sie koordinieren ihre Bemühungen und sind oft bereit, sich selbst für die Gruppe zu opfern. Sie erwarten von den anderen Mitgliedern ihrer Gemeinschaft gegenseitige Loyalität und Engagement und können sehr enttäuscht sein, wenn ihr Vertrauen missbraucht wird.
Noodosi wirken für Fremde oft etwas merkwürdig. Ihre Gesellschaft ist in den Augen anderer oft sehr makaber, da viele den offenen Umgang mit Tod und dem ewigen Zyklus des Lebens und Sterbens nicht gewohnt sind. Für viele ist das Denken daran oft unangenehm.
Geschichte
Noodos war für lange Zeit ein Königreich, angeführt von einer Adelsfamilie. Im Süden von Saxor, weit weg vom Rest der Welt, war das Land seit jeher etwas isoliert und auf sich gestellt. Doch auch Noodos war vom Zweiten Großen Krieg nicht verschont geblieben und wurde, wie der Rest der Welt, stark verwüstet.
Im Jahr 3 NS predigte ein Loxodon-Mann in der Hauptstadt von Noodos, sein Name war Bayul Brooj. Seine Lebensphilosophie über das Leben und das Sterben, das Kommen und Gehen, Wachstum und Verfall, fanden unglaublichen Anklang unter der Bevölkerung, deren die Schrecken des Zweiten Großen Krieges noch tief in den Knochen saßen. Seine Worte vom neuen Leben nach dem Tod und dem Entstehen etwas Neuem aus den Überresten des Zerstörten, gaben dem Volk neue Hoffnung. Kunde über den Philosophen des Lebenszyklus verbreitete sich wie ein Leuchtfeuer durch Noodos. Viele folgten seinen Worten und bald wurde Bayul Brooj als der Große Philosoph bekannt. Er wurde vom damaligen König von Noodos als seine Berater eingestellt und diente ihm für mehrere Jahrzehnte, bis zu dessen Tod. Auf dem Sterbebett ernannte er Bayul Brooj zum neuen Herrscher von Noodos – eine Handlung, die jeder akzeptierte, da er im ganzen Land hohen Respekt hatte.
Bayul Broojs erste Amtshandlung war es, die Monarchie aufzulösen und die heutige Meritokratie zu erschaffen. Der Magistrat wurde aus dem Boden gestampft und der erste Zyklus wurde von Bayul Brooj ernannt. Diese Regierungsform hält sich bis heute.
Wirtschaft
Noodos ist ein Agrarland. Dort wird sehr viel Landwirtschaft und Fischerei betrieben, entlang des Tamuj und seinen unzähligen Kanälen, die die Felder fruchtbar halten. Früchte aus Noodos sind sehr begehrt und selten.
Es wird schon seit vielen Jahrhunderten Handel über lange Karawanenrouten oder per Schiff mit @Nekara , @Noxia oder noch weit entfernteren Ländern betrieben.
Geographie und Klima
In weiten Teilen von Noodos herrscht ein heißes, trockenes Klima mit subtropischem Einfluss. Die Sommertemperaturen liegen im größten Teil des Landes durchschnittlich über 40 °C und überschreiten häufig 48 °C. Die Wintertemperaturen übersteigen nur selten 21 °C mit Höchstwerten von etwa 15 bis 19 °C und nächtlichen Tiefstwerten von 2 bis 5 °C. In der Regel sind die Niederschläge gering; an den meisten Orten fallen weniger als 250 mm pro Jahr, wobei die meisten Niederschläge in den Wintermonaten fallen. Niederschläge im Sommer sind selten, außer in den nördlichen Teilen des Landes. In den nördlichen Gebirgsregionen herrschen kalte Winter mit gelegentlichem starkem Schneefall, der manchmal große Überschwemmungen verursacht.
Noodos hat mehrere und vielfältige Biome, die von der Bergregion im Norden bis zu den feuchten Sumpfgebieten entlang des Tamuj und des großen Tamuj-Kanals reichen, während der östliche Teil des Landes hauptsächlich aus Wüste und einigen halbtrockenen Savannen-Regionen besteht.
Kultur
Das einzigartigste an Noodos ist dessen grundlegende Philosophie, die im Land vertreten und täglich gelebt wird. Die Philosophie ist als der „Zyklismus“ bekannt. Stark heruntergebrochen geht es beim Zyklismus darum, dass die Welt und alles darin ein unvermeidbares Ende hat aus dem aber stets neue Dinge entstehen. Der Zyklismus wurde vom legendären Philosophen Bayul Brooj erschaffen und verbreitet.
Ein bekanntes Zitat aus einer der ersten Reden von Bayul Brooj ist:
„Alles hat seine Zeit. Die Dinge kommen und sie gehen, sie leben und sie sterben, sie wachsen und sie verfallen. Lebe mit diesen Veränderungen, akzeptiere sie, begrüße sie.“ – Bayul Brooj
Die Lebenden müssen ihren Tod akzeptieren, auch wenn sie sich bemühen, jeden Tag ihres Lebens zu genießen, der ihnen noch bleibt, um dem Unvermeidlichen zuvorzukommen. Sie müssen auch an die gleiche Gewissheit der Wiedergeburt glauben. All dies muss als erste Lektion akzeptiert werden, die Brooj lehrt - der Verfall ist unausweichlich, aber auch notwendig. Dieses Wissen ist erhellend für diejenigen, die den Lehren von Brooj folgen. Wenn alle Dinge vergehen, ist jeder Augenblick ein Geschenk. Warum untätig herumsitzen und sich in Schmerz und Trauer suhlen, wenn es so viel zu tun gibt und so wenig Zeit, um es zu tun? Im Tod liegt das Leben. Von der Verwesung der Lebenden leben unzählige Bakterien, Viren, Insekten und andere Aasfresser. Alles Leben ernährt sich von anderem Leben, um zu existieren. Regeneration kommt aus dem Verfall, so wie Hoffnung aus der Verzweiflung entspringt. Die größte Inspiration kommt in den dunkelsten Momenten; in Krisenzeiten werden die Sterblichen wirklich geprüft und zu Höchstleistungen angetrieben. Brooj predigte selbst zu leben und zu wachsen, große Dinge zu erreichen, damit, wenn man schlussendlich stirbt und verrottet, neben seinem Körper auch andere nährreiche Dinge zurücklässt, auf denen zukünftige Generation aufbauen können.
Da ohne Tod und Verfall kein neues Leben entstehen kann, sieht der Zyklismus den Tod als heilig an. Ihn unnatürlich hinauszuzögern oder sogar die Sünde des Untodes zu begehen, wird sehr stark verpönt. Dementsprechend gibt es sehr viele und wichtige Bestattungsriten in Noodos. Die meisten Noodos lassen sich in den Todesgärten beerdigen, wo aus ihren Überresten neue Pflanzen für die Gemeinschaft entstehen. Andere lassen sich auf der Savanne oder in den Wäldern auslegen, um von der Natur direkt wieder als Nahrung aufgenommen zu werden. Wieder andere möchten im Meer oder im Fluss Tamuj oder in einem seiner Kanäle bestattet werden. Verbrennung gilt jedoch als große Schmach, da alle Nährstoffe und Überreste zu nutzloser Asche verbrannt werden. Die Verbrennung des Leichnams gilt als schwere Strafe für schlimme Vergehen.
Bis heute folgen viele Leute den Lehren von Brooj. Es haben sich sogar einige Gruppierungen und Orden gegründet, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, in die Welt hinaus zu reisen und anderen von den Lehren von Brooj zu berichten. Obwohl Brooj um untrennbaren Zyklus des Lebens und Sterbens predigte, entwickelten sich über die Jahrhunderte Gruppen, die eine der Beiden Seiten des Zyklus besonders faszinierend fanden. Neben jenen die dem Zyklismus angeheuren, entstand nun auch die Philosophie der Wurzel und die Philosophie der Fäule, zwei Unterarten der Zyklismus.
Die Philosophie der Wurzel (Wachstum) konzentriert sich auf das Leben und seinen unbändigen Drang zu gedeihen. Diese Sichtweise würdigt die Vielfalt und Anpassungsfähigkeit der Lebensformen, von den kleinsten Zellen bis hin zu den komplexesten Netzwerken von Lebewesen. Die Wachstumsphilosophie behauptet, dass der Drang zu überleben und sich zu vermehren das wichtigste Prinzip im Kosmos ist. Magier, die diese Ansicht vertreten praktizieren Heilmagie.
Die Philosophie der Fäule (Verfall) konzentriert sich auf die Unausweichlichkeit von Tod und Verfall. Die Verfallsphilosophie betrachtet Lebensenergie als eine Ressource, die zum Verbrauch da ist, und nicht als ein Gut, das um seiner selbst willen genährt werden muss. Magier, die diese Ansicht vertreten praktizieren Nekromantie.
Was die Anbetung der Götter angeht, sind drei Oberste Götter mit Abstand am Beliebtesten in Noodos: Selysia, Kommodes und Die Schwarze Herrin. Als ein naturliebendes verehren sie Selysia, doch die Gemeinschaft von Kommodes und die Finalität des Todes der Schwarzen Herrin, sagen ihr ebenfalls sehr zu.
Noodos sind sehr naturliebend. Die Städte sind von Gärten und Kanälen, die vom Tamuj abgezweigt und in die Städte geleitet werden. Die wichtigsten Gartenanlagen sind jedoch die Todesgärten. Todesgärten fungieren als öffentliche Gärten, als Felder zur agrarischen Nutzung und als Friedhöfe. Die Verstorbenen werden dort ohne Särge beerdigt und von der Natur wieder aufgenommen, sodass neue Pflanzen für die Gemeinschaft aus ihnen entstehen können. Es heißt, die Früchte aus den Todesgärten seien besonders süß. Aufgrund der Begabung für Steinarbeit, die die meisten Loxodon besitzen, gibt es in Noodos viele große Steinbauten wie Tempel oder öffentliche Gebäude. Die Steinbauten haben es den Noodosi ermöglicht das Bauen von Wasserkanälen zu perfektionieren. Vom Tamuj wurden zahlreiche neben Kanäle abzweigt, die Felder bewässern oder kleine Seen und Bäder befüllen. Über die Kanäle halten die Noodos ihre Ländereien schön grün und fruchtbar. Es gelang ihnen sogar einen gewaltigen Kanal aus dem Tamuj abzuleiten, der nun südöstlich in den Ozean mündet.
Geschichte ist in Noodos unglaublich wichtig. Große Bibliotheken und Archive, gefüllt mit Historikern, zeichnen die wichtigsten Ereignisse der Noodosi- und Weltgeschichte auf. Spezielle die „Wissenssucher“, ein Orden von Historikern aus Noodos, reisen durch die Länder und schreiben die Geschichte in Chroniken nieder. Geschichte ist deshalb so wichtig, da, so wie Leben etwas benötigt um daraus zu wachsen, Zivilisationen ebenfalls etwas benötigen um größer und besser zu werden. Genauso wie Pflanzen durch die Nährstoffe einer Leiche aufblühen, blühen Zivilisationen aus dem bewahrten Wissen und Erinnerungen ihrer Vorgänger auf.
Militär
Das Militär von Noodos besteht hauptsächlich aus Infanterie. Die Krieger von Noodos werden im Kriegsfall aus der Bevölkerung eingezogen. Traditionell wird in Noodos großen, schweren Waffen und Langbögen gekämpft. Die Loxodon nutzen ihre körperliche Überlegenheit und Größe aus und nützen auch ihren Rüssel im Kampf.