Jenseits der Golpau, im Nordwesten von Khorvir, liegt das gefrorene und gnadenlose Land, das von den Einheimischen nur die Frostlande genannt wird. Durchstreift von allerlei grauenhafter Monster, versagen die Erzählungen der Südländer, die Härte und Gnadenlosigkeit des Landes vollständig einzufangen. Die Frostlande werden von drei verschiedenen Barbarenstämmen bewohnt, die der Eiseskälte, den unzähligen dort hausenden Monstern und einander trotzen. Es ist ein düsteres, geheimnisvolles Land wo die Schwachen nicht lange überleben und Leben einen konstanten Kampf ums Überleben und Überlegenheit bedeutet.
Regierung
Die Frostlande sind kein eigenes Reich und hat somit keine übergeordnete Regierung. Viel mehr ist es eine Region, die von drei Barbarenstämmen und deren unzähligen Klans bewohnt wird, die allesamt ihre eigenen Territorien besitzen und sich selbst regieren.
Die drei Stämme heißen:
- die Bornlinger
- die Vhunlinger
- die Kaerlinger
Zu den jeweils vier bedeutendsten Klans dieser Stämme zählen:
- Schwarzklauen-Klan (Kaerlinger aus Geirmundshavn)
- Ruhmschläger-Klan (Kaerlinger aus Ahnengrund)
- Rotschwert-Klan (Kaerlinger aus aus Fjalir)
- Zornschrei-Klan (Kaerlinger aus Alpta)
- Riesenblut-Klan (Vhunlinger aus Boreyrr)
- Trollbeißer-Klan (Vhunlinger aus Hvalen)
- Bergrufer-Klan (Vhunlinger aus Starkenfort)
- Grünbaum-Klan (Vhunlinger aus Krossaviik)
- Eiswolf-Klan (Bornlinger aus Narfasker)
- Großhaupt-Klan (Bornlinger aus Laugur)
- Frostschreiter-Klan (Bornlinger aus Frosthem)
- Weißbären-Klan (Bornlinger aus Husavik)
Jedem Stamm gehören mehrere Klans an, die von denselben Vorfahren abstammen und eigene Bräuche und Traditionen haben. Diese Stämme teilen jedoch nur das gemeinsame Blut. Es gibt keine Struktur die sie verbindet und ihre gemeinsamen Ahnen hindern sie auch nicht daran untereinander Kriege zu führen. Jeder Klan wird von einem Häuptling angeführt. Die Position des Häuptlings wird vererbt. Sollte jedoch der Häuptling keine Erben haben oder für sein Amt als unpassend vom Klan angesehen werden, wird beim Thing oder, im Ausnahmefall, bei einem zeremoniellen Zweikampf ein Nachfolger beschlossen.
Demographie:
Die Frostlande werden hauptsächlich von Menschen bewohnt, jedoch nennt sie auch eine Reihe von anderen Völkern ihre Heimat:
- Menschen 42 %
- Orks 14 %
- Goliaths 14 %
- Leonin 11
- Shifter 7 %
- Halb-Orks 6 %
- Sonstiges 6 %
Bevölkerung
Raue Länder erziehen raue Menschen und die Frostländer wurden zu einigen der härtesten und widerstandsfähigsten Völker geformt, welche die Welt jemals gesehen hat. Die Bewohner der Frostlande sind hartgesottene Überlebenskünstler, die es gelernt haben in ihrer unbarmherzigen Heimat zu überstehen. Sie gelten als ebenso hart wie ihr Heimatland.
In den Augen der südlicheren Reichen gelten die Frostländer oft als einfache Barbaren, die neidisch auf die Kultur und den Reichtum im Süden sind und versuchen ihn mit Axt und Schwert an sich zu reißen. Damit haben sie aber nur teilweise recht. Während es einige Klans gibt, die gerne den Süden überfallen und plündern, um an die dort gelegenen Reichtümer zu gelangen, gibt es auch viele Klans, die in Frieden mit Arnfels leben und zufrieden in ihrer Heimat sind. Insbesondere jene Klans in den Gebieten der Golpau haben ein gutes Verhältnis mit Arnfels und warnen die Südländer oft falls sich Ärger zusammenbraut.
Frostländer sind oft ehrlich und sagen einem ins Gesicht, wenn ihnen etwas nicht passt. Oft sind sie verwundert, dass die Person gegenüber daraufhin verärgert oder beleidigt ist, schließlich würden sie es selbst nicht anders wollen. Respektlosigkeit wird von vielen Frostländern nicht geduldet und war schon oft der Grund für eine Rauferei im Kontakt mit „Südländern“.
Ein normalgroßer Frostländer überragt meisten die Menschen aus dem Süden und ihr mit harter Arbeit und Gefahren gefülltes Leben führt dazu, dass die viele Frostländer auch sehr stark und athletisch gebaut sind. Frostländer tendieren dazu ihr Haar lang zu tragen und die Männer weisen fast alle, meist lange, geflochtene, Bärte auf. Frostländer neigen zu blasser, wettergegerbten Haut und rotem, blondem oder brunetten Haar. Doch auch dunklere Haarfarben, wie schwarz oder dunkelbraun, sind keine Seltenheit unter ihnen. Generell gilt blondes Haar als modisch und nicht selten bleichen sich Frostländer ihre Haare blond. Auch Tätowierungen sind oft unter den Frostländern anzufinden.
Der Stamm der Kaerlinger nennt die südlichen Tundren und kleineren Nadelwälder seine Heimat. Die Klans des Kaerlinger-Stammes sind jene die am meisten Kontakt zu Arnfels pflegen. Während viele von ihnen mit Verachtung auf die „Südländer“ blicken, gibt es auch zahlreiche Klans, die friedvolle Beziehungen mit dem nördlichen Fürstentum von Unknown, Nordgard, führen.
Die nordöstliche Tundra und die weiten Nadelwälder ist das Stammesgebiet der Vhunlinger. Die Klans der Vhunlinger leben zurückgezogen und kümmern sich meist nur wenig um die Geschicke der anderen Stämme oder der Länder im Süden.
Der Bornlinger-Stamm lebt in den kargen Eiswüsten im Nordwesten der Frostlande und entlang der westlichen Küsten des Eisgolfes. Bornlinger gelten als ruppig und barbarisch, sogar in den Augen der anderen Frostländer. Sie werden soweit es geht von den anderen Klans gemieden und wenig gemocht. Ihr Leben wird stark von deren uralten und grausamen Bräuchen und Traditionen aus grauer Vorzeit bestimmt, die die anderen Stämme bereits vor langer Zeit abgelegt haben.
Geschichte
Die Geschichte der Frostlande ist vor der Gründung des Königreiches Arnfels im Süden kaum nennenswert. Zwar fanden über die Jahrhunderte einige größere Konflikte zwischen Klans oder gar Stämmen statt, doch bis heute sind davon nur mehr zahlreiche Geschichten und Heldensagen übriggeblieben, da sie niemand niedergeschrieben hat. Diese Geschichte erzählen von mächtigen Kriegern, wie beispielsweise Gornjolf, der Mächtige, der laut den Überlieferungen 100 Mann bei der Verteidigung seines Klans, heute deswegen auch Ruhmschläger-Klan genannt, niederstreckte und seine Heimat vor der Zerstörung bewahrte. Die wohl bekannteste vorzeitliche Heldengestalt ist jedoch wahrscheinlich Halgar, der Große. Zu seinen Heldentaten zählen, so sagt man, dass er einen gewaltigen rotem Drachen hinters Licht führen konnte und er seinen wertvollsten Besitz stahl. Weiters sagt man ihm unerreichtes Geschick im Kampf nach und dass er einen erweckten Titanen erschlug, aus dessen Herzen er ein mächtiges Artefakt schmieden ließ.
Nach der Gründung von Arnfels gab es erstmals fundierte Überlieferungen über die Frostlande. Die Geschichtsbücher schreiben vor allem von zahlreichen Grenzkonflikten, die über die letzten 1500 Jahre verteilt liegen. Der erfolgreichste von ihnen fand im Jahr 873 NS statt, als der besonders charismatische Häuptling des Rotschwertklans, Baldor, der Kühne, besonders viele andere Klans aus allen drei Stämmen zu einem gemeinsamen Feldzug gegen Arnfels überzeugen konnte. Beinahe zwei Jahre brandschatzten sich die Barbarenarmee durch Nordgard und Teilen Ostgrams und Maarsteins, bis eine vereinte Armee aus mehreren Fürstentümern Arnfels, angeführt von dem seit dem legendären General Falk von Sareuthen, die Invasoren mit einem ausgeklügelten Manöver in einen Hinterhalt locken und besiegen konnten.
Wirtschaft
In den Frostlanden gibt es im Grunde keine richtige Wirtschaft. Die Klans arbeiten in der Regel für den Selbsterhalt, manchmal handelt man auch Waren mit Nachbarklans. Nur wenige Klans, meistens jene Klans im Süden, machen sich die Mühe mit dem Süden zu handeln oder haben gute Geschäftsbeziehungen zu wagemutigen Händlern die sich aus Gier in die Frostlande wagen.
Wenige Feldfrüchte wachsen in den Frostlanden und die Zeit für Landwirtschaft ist kurz, denn das Land ist hart wie Eisen und der heulende Wind schneidet wie Dolche aus purer Kälte. Durch deren Knappheit haben manche Frostländer und ihre Klans gelernt die Sichel und den Pflug von sich zu werfen und sich stattdessen das was sie zu zum Überleben brauchen, mit Axt und Schwert, aus den Ländern schwächerer Menschen zu nehmen. Fast jeden Sommer schließen sich Gruppen von Frostländern zusammen und starten Wikingerfahrten und Raubzüge gegen den Süden, insbesondere gegen die Küsten und nördlichen Grenzen von Arnfels.
Während den Sommermonaten jedoch, wird es warm genug um die für die Landwirtschaft geeigneten Landstriche zu neuem Leben zu erwecken, welche als Ergänzung zu der herkömmlichen Ernährung der Frostländer, bestehend aus Fisch, Schweine-, Rentier-, Mammut- und Walfleisch und dem Fleisch viel weniger schmackhaften Kreaturen die die Wildnis durchstreifen, dient.
Ein einzigartiger Industriezweig in den Frostlanden, wenn man ihn so nennen will, ist der Walfang. Wale sind in der Lage viel zu den Nahrungsmittelvorräten eines Dorfes beizutragen, da ihr Fleisch ein ganzes Dorf gut ernähren kann. Aus der Haut wird Seil hergestellt, die Knochen können zu Werkzeugen verarbeitet werden und aus dem Wal-Blubber wird Öl hergestellt das als Lampenöl und Brennstoff benutzt wird.
Doch hat das Land, neben seinen furchtbaren Gefahren, auch Reichtümer in sich versteckt – das Frostgebirge welches Gold- und Eisenadern, sowie andere wertvolle Metalle beherbergt. Obwohl die Entfernung von den Frostlanden und dessen Gefahren eine wirksame Abschreckung für alle bis auf die mutigsten Kaufmänner darstellt und sie davon abhält dorthin zu reisen, sind die seltenen Schätze, versteckt unter den Bedrohungen des Landes, ein verlockender Reiz für Tollkühne und Wahnsinnige eine Reise in den Norden anzutreten und ihr Leben zu riskieren.
Zu den typischen Handelsgütern die zwischen den Klans aber auch mit dem Süden getauscht werden zählen Schmuck, exotische Pelze, wertvolle Edelsteine, Metalle, insbesondere Eisenerz aus dem Wintergebirge, Walöl und Fleisch. Nicht selten machen sich auch ehrgeizige Krieger in den Süden auf, um dort gegen Geld ihre Dienste als Leibwache oder Söldner anzubieten.
Geographie und Klima
Das Klima der Frostlande ist polar geprägt. Auf der einen Seite ist es gekennzeichnet durch lange, sehr kalte Polarwinter, in denen die Sonne wochenlang nicht über den Horizont steigt und der Boden tiefgründig gefroren ist. Auf der anderen Seite stehen nebelreiche, kühle Polarsommer, in denen die Sonne zwar bis zu 24 Stunden am Tag scheinen kann, ihre Strahlen aber nur in einem flachen Einfallswinkel die Erdoberfläche erreichen, so dass der Boden nur oberflächlich aufgetaut wird.
In den Frostlanden reicht die Temperaturspanne im Durchschnitt von 20°C im Sommer bis -35 °C im Winter. Grundsätzlich nehmen die Mittelwerte von Süden nach Norden hin ab. Vor allem die nördlicheren Teile der Frostlande sind ganzjährig größtenteils von Schnee und Eis bedeckt, während in den südlicheren Gebieten im Sommer Schnee und Eis abtauen.
Im Nordwesten der Frostlande liegen Eiswüsten. In diesem Gebiet sind die Böden dauerhaft gefroren. Selbst in den Sommermonaten taut dieser Boden nicht oder nur bis kurz unter der Oberfläche. Die Temperaturen sind hier noch niedriger als im Rest der Frostlande, und es gab auch schon Winter wo eisige Temperaturen von -70° C herrschten.
Geographisch sind die Frostlande von Tundra im Süden und Westen, von Taiga im Osten und von den unbarmherzigen Eiswüsten im Nordwesten geprägt. Das Land ist im Süden recht flach und wird zunehmend hügeliger, bis sich im Norden das Wintergebirge erhebt.
Kultur
Die Stämme der Frostlande haben zwar alle eigene Bräuche und Traditionen, jedoch gibt es auch viele kulturelle Dinge, die auf alle Stämme und Klans zutreffen.
Beispielsweise wird in der frostländischen Klan-Gesellschaft kaum zwischen den Geschlechtern unterschieden. Egal ob Mann oder Frau, jeder Person darf die Aufgabe ihrer Wahl übernehmen. Geschlecht spielt dabei keine Rolle, sondern das Talent und Können der individuellen Person.
Aufgrund der harschen und unbarmherzigen Heimat, kümmern sich die meisten Frostländer unterm Jahr mehr ums Überleben und sorgen für ihre Familie und Klan und haben weniger Zeit oder Interesse für Dinge wie Kunst als andere Kulturen, sollte sie über abendliche Gesänge hinausgehen. Erst in den kalten Wintermonaten, wenn das Wetter kaum etwas anderes zulässt, als Zeit in den Häusern zu verbringen, widmen sich Frostländer vermehrt künstlerischen Tätigkeiten, wie das Schnitzen, Malen oder Komponieren neuer Gesänge.
Mündlich weitergegebene Traditionen und Sagas sind wichtig in der frostländischen Gesellschaft und tief verbunden mit dem Bedürfnis nach einem sozialen Stand, Ansehen und Ehre. Es ist der Traum von fast jedem Frostländer, dass man sich an die Taten seines Lebens erinnert und durch die Aufzeichnung in den Sagas eine Quasi-Unsterblichkeit im Gedächtnis des eigenen Volkes erlangt wird.
Auch nehmen ältere Personen eine geehrte Stellung im Klan ein und ihnen gebührt durch ihr alter Respekt. Wenige Nordmänner wagen es ihre Anführer und Stammesältesten zu verärgern, denn wer es tut riskiert in die Wildnis hinausgeworfen zu werden, mit wenig Hoffnung von einem anderen Klan akzeptiert zu werden.
Neben den Älteren, gelten auch Natur- und Tiergeister als besonders wichtig. Viele Klans stellen Totems her, damit die Geister ihnen vielleicht etwas ihrer Kraft geben. Neben den Geistern nehmen auch die Ahnen selbst eine zentrale Rolle in der Gesellschaft ein. Man bietet ihnen Opfer dar und ersucht sie um Rat und Leitung in schwierigen Zeiten.
Ehre und Mut sind die wohl wichtigsten Tugenden in den Frostlanden. Persönliche, Stammes- und Klan-Ehre sind sehr wichtig für die meisten Frostländer und die meisten Fehden zwischen Klans können wahrscheinlich auf die verletzte Ehre einer Person von einem anderen Klan zurückverfolgt werden. Doch wer was genau getan hat, hängt wahrscheinlich davon ab, welche Seite des Konflikts man fragt. Die Frostländer schützen ihr Ansehen sorgfältig und manche sind sogar bereit furchtbare Folter und langwierige Verletzungen zu ertragen, wenn es bedeutet, dass ihre Ehre intakt ist. Gerissenheit hat zwar auch seinen Platz, jedoch ist sie nicht so wichtig, sondern wird von manchen Klans sogar als feige wahrgenommen.
Wenn nicht bei der Feldarbeit, beim Fischen, auf der Jagd oder Raubzug, genießen die Bewohner des Frostlandes die feineren Aspekte des nordischen Lebens. Beispielsweise verbringen manche Frostländer gerne ihre Zeit in Schwitzhütten oder heißen Thermalquellen, während sie Geschichten, Lieder, Neuigkeiten oder Erlebtes austauschen. In der Nacht werden, je nach Anlass, gerne Feste gefeiert und an großen Trinkwettbewerben teilgenommen. Dabei ist es fast Tradition, dass sich halbstarke Jugendliche miteinander messen. Dabei absolvieren die jungen frostländischen Männer und Frauen oft alle möglichen Kunststücke und Kraftakte um ihren Rivalen voraus zu sein. Manchmal können diese Spiele des gegenseitigen Übertreffens zu körperlichen Wettstreiten führen. Um zu entscheiden wer der Größere ist, wird oft ein Wettstreit im Armdrücken, ein Faustkampf und ein rituelles Duell abgehalten. Diese Kämpfe enden selten tödlich. Denn das Erschlagen eines anderen Klan-Angehörigen gilt als ein schweres Verbrechen, welches oft zum Entstehen von Blutfehden und Rachemorden führt.
Militär
Wenn der Winter seinen eisernen Griff über den Norden lockert, stechen die Langschiffe der Frostländer in See und fahren plündernd gen Süden, auf der Suche nach Ruhm und Reichtum. Die einzige Warnung vor Angriffe des Frostländer ist das raue Ertönen der Kriegshörner. Niemand kann sich an die Zeit erinnern, wenn die Länder des Südens nicht von Männern aus dem Norden bedroht wurden. Seit Jahrhunderten haben manche Frostländer und Klans das Königreich Arnfels im Visier.
Die Frostlande haben kein eigenes Militär, geschweige denn Berufssoldaten. Die Gesellschaft ist recht martialisch, sodass jeder das Kämpfen lernt und im Kriegsfall auch in die Schlacht ziehen kann. Obwohl es viele nicht in den Kampf zieht, gibt es genug Frostländer, die sich nach Ruhm auf dem Schlachtfeld sehnen und nur auf die nächste Gelegenheit warten, um zu zeigen was sie wert sind. Besonders der Kampf mit Axt und Schild, aber auch mit Speer und Schwert sind weit verbreitet.